Standorte & Services

Industrieparkbetreiber Evonik schützt Gelände mit einem Multicopter

Sicherheit von weit oben – Evonik sichert Industriepark mit Drohnen

08.12.2021 - Ausgestattet mit neuester Wärmebildtechnik befliegt eine Drohne namens Ceptor zu wechselnden Uhrzeiten die Werksgrenzen.

Mehr als 5 km Außengrenze muss der Werkschutz des Industrieparks Hanau-Wolfgang rund um die Uhr im Auge behalten – keine leichte Aufgabe. Unterstützung bekommen die Werkschützer aus der Luft. Denn um den Standort noch besser zu schützen, greift Industrieparkbetreiber Evonik auf neueste Technik zurück und sichert das Gelände zusätzlich zu seinem Werkschutz nun auch mit einem Multicopter.

Ausgestattet mit neuester Wärme­bildtechnik befliegt die Drohne namens Ceptor zu wechselnden Uhrzeiten die Werksgrenzen des Industrieparks. Der Bereich über der Zaunanlage ist der programmierte Flugkorridor der Drohne und hindert den Multicopter voll automatisch daran, über diese festgelegten Luftraumgrenzen hinweg zu fliegen. Zur Sicherheit verfügt er außerdem über zwei Fallschirme und vorprogrammierte Notlandeplätze. Um den Datenschutz sicherzustellen, nimmt der Multicopter nur Bereiche innerhalb des Geländes auf. Gesichter werden ausschließlich verpixelt dargestellt. Überwacht werden die Multicopterflüge aus der zentralen Notfall- und Servicezentrale des Industrieparks Wolfgang durch die speziell ausgebildeten Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter des Werkschutzes.

„Mit automatisierten Drohnenanwendungen kann der Bereich Werksicherheit im Industriepark Wolfgang ein höheres Schutzniveau sicherstellen. Das Flugobjekt wird für die Überwachung der etwa 5,4 km langen Zaunanlage des Standorts eingesetzt und soll mittelfristig auch zur Unterstützung von Produktions- und Infrastrukturanlagen genutzt werden“, berichtet Mario Wegmann, Leiter des Werkschutzes. Ein besonderer Pluspunkt des „geflügelten Kollegen“: Über das Gefahrenmelde­system können bei Alarmen, die automatisch von Brand- und Einbruchmeldeanlagen abgesetzt werden, Gebäudekoordinaten an den Ceptor geschickt werden. Dieser startet daraufhin automatisch seinen Flug und kann als Vorhut vor den Einsatzkräften an der Einsatzstelle sein und ein erstes Bild von der Lage vermitteln. Die frühzeitige Erkundung von Einsatzstellen dient nicht zuletzt auch der Sicherheit der Einsatzkräfte.

Verdächtige Personen können von der ­Drohne verfolgt werden

Als besonderen Mehrwert sehen Wegmann und sein Team die integrierte Nachtsichtkamera: „Der Industriepark grenzt an ein Waldgebiet. Dort sind nicht alle Bereiche in Gänze ausgeleuchtet. Der Ceptor kann das Areal wesentlich effizien­ter überwachen, als es uns bei nächtlichen Rundgängen möglich ist. Im Bedarfsfall können verdächtige Personen von der Kamera erfasst und von der Drohne verfolgt werden, bis die Polizei eintrifft“, schildert der Werkschutzleiter. Demnächst soll außerdem ein Lautsprecher am Multicopter angebracht werden, über den Warnungen ausgegeben werden können – sei es im Ereignisfall oder um ganz gezielt verdächtige Personen anzusprechen.

Wegmanns Fazit nach einem Jahr praktischer Erprobung: „Der Ceptor ist kein Selbstläufer. Um möglichst viele Kolleginnen und Kollegen des Werkschutzes mit der Steuerung des Gerätes vertraut zu machen, gestaltete sich der Ausbildungsaufwand höher als erwartet. Wir waren oft mit dem Hersteller in Kontakt, um einzelne Funktionen nachzubessern. Insgesamt hatten wir in diesen zwölf ersten Monaten eine steile Lernkurve, aber der Einsatz hat sich gelohnt.“

Dass Multicopter Zeit und Geld sparen und bestimmte Arbeiten effizienter und sicherer erledigen können, hat die Division Technology & Infrastructure, die die Evonik-Sites in Deutschland betreibt, schon vor geraumer Zeit erkannt und entsprechende Pilotprojekte an einigen Standorten lanciert. So können Anlagenbetreiber nun Vermessungen, visuelle Inspektionen oder Überwachungen von einer Drohne erledigen lassen. Die Auswertungen liefern Experten des Technischen Services und des Standortmanagements, die den Service gemeinsam anbieten, bei Bedarf gleich mit dazu.

Brandbekämpfung mit Aerosollöschfahrzeug

Auch am südbadischen Evonik-Standort in Rheinfelden kommt die Hilfe von weit oben: Hier werden Brände sehr effizient mit dem Turbolöscher „ALF“ bekämpft. Der Standort existiert bereits seit fast 125 Jahren. Obwohl hier in modernen Anlagen Spezialchemie gemacht wird, existieren auch noch Gebäude aus den Gründungsjahren des Industriestandorts. Diese Mischung aus historischen Verwaltungsgebäuden und Jetztzeit-Produktionsanlagen stellt insbesondere beim Brandschutz eine Herausforderung dar. Denn: als Standort, der der erweiterten Störfallverordnung unterliegt, gilt es deren Auflagen zu erfüllen, wenn es um den Schutz von Mensch und Umwelt geht.

Besonders das Löschen von möglichen Bränden, sowohl der Produktionsanlagen als auch der Forschungs- und Verwaltungsgebäude, ist für den Standort von höchster Bedeutung. Gemeinsam mit dem Standortmanagement und der Abteilung Sicherheit hat man sich daher vor einigen Jahren entschieden, hier zu investieren – und zwar in hochmoderne Technologie. Zwei Flugzeugturbinen, 12.000 PS, 8.000 l Wasser pro Minute: Das sind die beeindruckenden Eckdaten des Turbolöschers am Standort Rheinfelden.

Er ergänzte die Werkfeuerwehrflotte von Evonik genau unter dem Aspekt effizienter Brandbekämpfung. Denn das Aerosollöschfahrzeug, (ALF), kann mit seinem Abgasstrahl der Turbinen das in Aero­sole zerstäubte Wasser ca. 120 m weit tragen. ALF bekämpft mit seiner weltweit größten Wurfweite daher besonders effizient Schadgas und Brände. Er ist der einzige seiner Art in Baden-Württemberg. Weltweit sind nur insgesamt acht dieser Turbolöscher im Einsatz.
Bei Vorführungen oder dem Probelauf, der von der Evonik-Werkfeuerwehr regulär alle drei Wochen samstags durchgeführt wird, schlagen deshalb nicht nur die Herzen der Technikfans höher. Mit seinen 20.540 kg Gewicht und 260 PS unter der leuchtend roten Haube ist das Aerosollöschfahrzeug auch ohne Wasserstrahl eine stattliche Erscheinung. „Unser ALF kann nur von speziell geschulten Fachkräften bedient und deshalb nicht ausgeliehen werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass er durch die Feuerwehrleitstelle angefordert wird. Dann kommt der Turbolöscher samt Mannschaft zum Einsatz“, erklärt Marco Wietzorek, Leiter Brand- und Werkschutz in Rheinfelden.

Neben der regelmäßigen Wartung wird ALF zwei Mal pro Jahr nach der Revision regulär in Betrieb genommen. Und selbstverständlich ist er der Star bei großen Feuerwehrjubiläen im Landkreis Lörrach oder bei Besuchen von Vertretern externer Berufsfeuerwehren.

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