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Johnson & Johnson verdient weniger - Prognose angehoben

20.04.2011 -

Johnson & Johnson hat im ersten Quartal aufgrund von Rückrufkosten weniger verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich sei der Überschuss um eine auf 3,5 Mrd. US-$ (2,5 Mrd. €) gesunken, teilte der US-Konsumgüter- und Medizintechnikkonzern mit. Neben dem kostspieligen Rückruf künstlicher Hüftgelenke trug auch die Tatsache zu dem Gewinnrückgang bei, dass der Konzern im Vorjahr einen außerordentlichen Ertrag verbucht hatte. Die Sondereffekte ausgeklammert stieg der Gewinn, und zwar sogar stärker als von den meisten Analysten erwartet.

Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 % auf 16,2 Mrd. US-$ zu. Auch hier wurden die Schätzungen übertroffen. Für das Gesamtjahr zeigte sich Johnson & Johnson optimistisch und hob seine Prognose für den Gewinn an. Dieser soll nun bei 4,90 bis 5,00 US-$ je Aktie liegen. Die im Dow Jones geführt Aktie legte im frühen US-Handel um gute drei Prozent auf 62,30 US-$ zu.

Medizintechnik wichtigste Sparte

Der Konzern aus New Jersey ist für seine Körperpflegeprodukte (Penaten, bebe), Hygieneartikel (o.b.) und Arzneimittel (Dolormin, Imodium) bekannt. Den meisten Umsatz macht Johnson & Johnson aber inzwischen mit Medizintechnik. Die Sparte steuerte im ersten Quartal 6,4 Mrd. US-$ zum Umsatz bei, 3,3 % mehr als im Vorjahr. Im Pharmageschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien erzielte der Konzern 6,1 Mrd. US-$ Umsatz, das entspricht einem Zuwachs von 7,5 %.

Die Konsumsparte, zu der neben Pflegeprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln auch frei verkäufliche Medikamente zählen, verbuchte als einzige einen Rückgang. Unter anderem wegen Produktionsstopps im Zusammenhang mit Rückrufen sanken die Erlöse um 2,2 % auf 3,7 Mrd. US-$. Im vergangenen Jahr hatte Johnson & Johnson zig Rückrufaktionen, was den Konzern hunderte Mio. US-$ Umsatz kostete. Die Bandbreite der Produkte reichte dabei von Prothesen bis zu Grippemitteln.

Gespräche mit Synthes

Derzeit ist Johnson & Johnson aber eher wegen eines möglichen Milliardenzukaufs in den Schlagzeilen. Wie Anfang der Woche bestätigt wurde, verhandelt der Konzern mit dem Schweizer Medizintechnikunternehmen Synthes über eine Übernahme. Klappt der Zukauf wäre er mit geschätzten 20 Mrd. US-$ der größte in der Unternehmensgeschichte. Synthes stellt chirurgisches Zubehör und Implantate her.