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Jugend forscht 2018: Deutschlands beste Nachwuchsforscher ausgezeichnet

Merck-CEO Stefan Oschmann: „Erfolgreiche Wissenschaftler sollte man feiern wie Rockstars."

27.05.2018 -

Das 53. Bundesfinale von Jugend forscht endete am Sonntag in Darmstadt mit der Bekanntgabe der Siegerinnen und Sieger. Im Kongresszentrum Darmstadtium hat Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Jugend forscht, Deutschlands beste Jungforscher und ihre herausragenden Leistungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ausgezeichnet. Bei der Siegerehrung im Kongresszentrum Darmstadtium ermutigte sie die Preisträger dazu, weiter für ein besseres Leben in Deutschland und der Welt zu forschen: „Wir brauchen in Deutschland junge Menschen, die den Mut haben, Neues zu denken. Menschen, die Ideen und den festen Willen haben, daraus etwas Gutes für jeden Bürger unserer Gesellschaft zu schaffen.“

Der diesjährige Bundeswettbewerb, an dem 182 Jungforscher mit 105 Projekten teilnahmen, wurde gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht und von Merck, das in diesem Jahr 350-jähriges Jubiläum feiert. „Erfolgreiche Wissenschaftler sollte man feiern wie Rockstars. Deshalb war es uns auch eine Freude, das diesjährige Jugend forscht-Finale auszurichten und den Besten der Besten eine Bühne zu bieten“, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO von Merck sowie Bundespatenbeauftragter.

Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten Marco David (17), Benedikt Stock (19) und Abhik Pal (19) aus Bremen. Den Jungforschern gelang es, einen hochkomplexen mathematischen Beweis erstmals per Computer nachzuvollziehen und damit letzte mögliche Fehler in der Beweisführung zu entdecken.

Anna Fleck (16) und Adrian Fleck (19) aus Hessen wurden mit dem Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit ausgezeichnet. Die beiden entwickelten aus Speisestärke einen speziellen Gelenkschutz etwa für den Motorradsport.

Den Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit gewann Moritz Hamberger (17) aus Bayern, der sich mit der Frage befasste, wie man die energiehaltigen Lipide ernten kann, die die Mikroalge Chlorella vulgaris in ihren Zellen produziert.

Bundessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Felix Röwekämper aus Nordrhein-Westfalen. Der 21-Jährige entwickelte einen nutzerfreundlichen Bohrmaschinenschraubstock, dessen integrierter Aufspannmechanismus von nur einer Schraube gehalten wird und so schneller in eine neue Position verschoben werden kann.

Jessica Grabowski (19), Annalena Bödiker (19) und Felicia Walter (19) aus Hessen siegten im Fachgebiet Biologie. Die drei befassten sich mit der verschieden intensiven Geschmackswahrnehmung des Bitterstoffs Phenylthiocarbamid, der etwa in Rosenkohl enthalten ist. Sie fanden heraus, dass es Menschen gibt, die diesen Stoff nur als leicht bitter wahrnehmen, während alle übrigen ihn entweder sehr intensiv oder gar nicht schmecken.

Im Fachgebiet Chemie überzeugte Malek Sbeih (19) aus Thüringen die Jury. In seinem Projekt identifizierte er spezielle Tenside, die fotochemisch steuerbar sind und recycelt werden können. Unter UV-Licht bilden diese Fettlöser kugelförmige Klümpchen um Öl und Fett, die sich abfiltern lassen. Das Verfahren könnte künftig etwa zur Wasseraufbereitung bei Ölunfällen dienen.

Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften waren Adrian Schorowsky (18), Leni Termann (18) und Lara Neubert (18) aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich. Die drei wollen Plastikschrott, der an Bord von Raumstationen entsteht, direkt im All wiederverwerten. Dafür entwickelten sie ein technisches Verfahren, mit dem sich aus dem Kunststoffmüll neues Material – sogenanntes Filament – als Rohstoff für 3D-Drucker herstellen lässt.

Robin Christ (17) aus Hessen konnte sich im Fachgebiet Mathematik/Informatik durchsetzen. Er konstruierte selbst einen Lautsprecher mit warmem und raumfüllendem Klang. Dafür nutzte er aufwendige mathematische Berechnungen zur Simulation der Schallwellen im dreidimensionalen Raum.

Physik-Bundessieger Max von Wolff (18) aus Rheinland-Pfalz entwickelte eine Apparatur, mit der sich die Größe von Regentropfen präzise messen lässt. Die Tropfen fallen auf eine Kunststoffmembran, deren Schwingungen von empfindlichen Sensoren erfasst werden. Diese Messwerte verarbeitet ein Rechner, der die Tropfen dann nach ihrer Größe klassifiziert.

Noah Dormann (16) aus Bayern siegte im Fachgebiet Technik mit seiner Materialprüfanlage für sogenannte Elastomere, mit denen sich in Form von Gummibändern zum Beispiel Modellflugzeuge antreiben lassen. Er erforschte, welche Materialeigenschaften und Wickeltechniken bei Elastomeren die Aufnahme und Abgabe von Energie konkret beeinflussen.

Der Preis „Jugend forscht Schule 2018“ der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland ging an das Georg-Cantor-Gymnasium in Halle (Saale) für seine vorbildliche MINT-Förderung.

Eine Liste der Bundessieger und Kurzbeschreibungen aller Projekte gibt es im Internet unter www.jugend-forscht.de.

 

Kontakt

Stiftung Jugend forscht e.V.

Baumwall 5
20459 Hamburg
Hamburg, Deutschland

+49 40 374709 40
+49 40 374709 99

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