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Kunststoffrecycling: Dow und Mura Technology kooperieren

23.04.2021 - Dow und Mura Technology engagieren sich in einer Partnerschaft dafür, dass Plastikmüll nicht in die Umwelt gelangt.

Die Zusammenarbeit wird die schnelle Skalierung von HydroPRS (Hydrothermal Plastic Recycling Solution), einem von Mura entwickelten Recyclingverfahren, unterstützen. Dieses Verfahren wird Rohstoffe für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe liefern und damit dazu beitragen, dass weniger Kunststoffe und CO2-Emissionen in die Umwelt eintreten. Die Vereinbarung markiert einen wichtigen Meilenstein in Dows Bestreben um eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe, die verhindert, dass Plastikabfälle in die Umwelt gelangen.

Die Partnerschaft kombiniert die materialwissenschaftlichen Fähigkeiten, die globale Reichweite und finanzielle Ressourcen von Dow mit Muras führender Technologie zur Herstellung zirkulärer Rohstoffe, die wiederum in recycelte Kunststoffe umgewandelt werden können. Dies entspricht der zunehmenden Nachfrage von Verbrauchern und globalen Markenherstellern nach wiederverwerteten Plastikprodukten.

Muras firmeneigene Lösung, HydroPRS, ist ein chemisches Recyclingverfahren, das überkritischen Wasserdampf verwendet, um Kunststoffe wieder in die urspünglichen Chemikalien und Öle umzuwandeln, um daraus neue und neuwertige Kunststoffprodukte herzustellen. HydroPRS kann alle Arten von Kunststoffen recyceln - einschließlich mehrschichtiger, flexibler Kunststoffe aus Verpackungen. Diese sind derzeit schwieriger zu recyceln und werden häufig verbrannt oder auf Deponien entsorgt.

Ein großer Vorteil dieses neuartigen Recyclingverfahrens ist, dass die daraus hergestellten neuen Kunststoffe, anders als bei den meisten konventionellen Recyclingverfahren, für die Verwendung in Lebensmittelverpackungen geeignet sind. Es erlaubt ein unbegrenztes Recycling des gleichen Materials und kann entscheidend dazu beitragen, die Einmalverwendung von Kunststoffen erheblich zu reduzieren und Rohstoffe für eine kreislauforientierte Kunststoffwirtschaft zu schaffen. Zudem wird erwartet, dass chemische Recyclingprozesse wie dieser etwa 1,5 t CO2 pro Tonne recycelten Kunststoffs einsparen, verglichen mit der Verbrennung von nicht recycelten Kunststoffen.

Dow wird als globaler Kunststoffhersteller eine wichtige Rolle spielen und beweisen, dass Muras Lösung sowohl die Nachhaltigkeits- als auch die Qualitäts- und Leistungsanforderungen der Industrie erfüllen kann. Die mit dem Verfahren hergestellten Produkte können in großem Maßstab zur Herstellung neuer Kunststoffe eingesetzt werden. Die weltweit erste Anlage, die HydroPRS verwendet, wird derzeit in Teesside, Großbritannien, entwickelt. Die erste von vier Produktionslinien mit einer Kapazität von je 20.000 t/a wird voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen. Sobald alle vier Linien fertiggestellt sind, wird Mura in der Lage sein, bis zu 80.000 t Plastikabfälle pro Jahr zu recyceln und Dow mit den gewonnenen Rohstoffen zu beliefern. Dow wird diese Materialien nutzen, um neuwertige Kunststoffe für Anwendungen in Lebensmittelverpackungen und anderen Verpackungsprodukten zu entwickeln, die in die globalen Lieferketten zurückgeführt werden können.

Carsten Larsen, Commercial Director Plastic Circularity EMEA & APAC, Dow Packaging and Specialty Plastics, kommentierte: „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Investition und unserem Know-how die Entwicklung dieses wahrhaft revolutionären Recyclingverfahrens unterstützen können. Wir haben uns verpflichtet, einen echten Wandel herbeizuführen, damit kein Kunststoff mehr verschwendet wird und der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft beschleunigt wird. Wir wissen, dass das Erreichen dieses Ziels große Innovationskraft und Investitionen erfordert. Das schaffen wir nicht allein. Deshalb ist unsere Partnerschaft mit Mura so bahnbrechend, und wir sind überzeugt, dass sie künftig eine wichtige Säule unserer Recyclingstrategie sein wird."

Steve Mahon, CEO von Mura Technology, sagte: „Die Plastikverschmutzung ist eine globale Herausforderung und unser Ziel ist es, ihr frontal zu begegnen, indem wir jedes Jahr Millionen von Tonnen Plastikmüll zurückgewinnen und als wertvolle Ressource für die größten Markenhersteller der Welt wieder einsetzen.

„Wir verändern die Art und Weise, wie die Welt über Kunststoffe denkt - nicht als etwas, das man wegwirft, sondern als ein Produkt, das immer wieder verwendet werden kann, und zwar nachhaltig, ohne unsere natürliche Umwelt zu schädigen. Unsere Partnerschaft mit Dow wird dazu beitragen, diesen Gedanken für globale Markenhersteller zur Realität werden zu lassen und innerhalb des nächsten Jahrzehnts weltweit eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe aufzubauen."

Die „verlorene Ressource" Plastikmüll stellt eine riesige wirtschaftliche Chance dar, laut Weltwirtschaftsforum mit einem Wert von bis zu 120 Mrd. USD pro Jahr. Außerdem verursacht die weltweite Kunststoffproduktion schätzungsweise 390 Mio. t CO2 pro Jahr, was dem Ausstoß von mehr als 172 Millionen Autos entspricht. Während die Kunststoffproduktion heute etwa sechs Prozent des weltweiten Ölverbrauchs ausmacht, kann fortschrittliches, chemisches Recycling dank neuartiger Verfahren den Ölverbrauch in der chemischen Industrie verringern. Durch den Einsatz solcher Technologien, die alle Kunststoffe recyceln, können somit die Voraussetzungen für eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe geschaffen werden. Muras Verfahren bietet die Aussicht auf eine drastische Reduzierung des weltweiten Kunststoffabfalls und der damit verbundenen Emissionen.

Um den globalen Plastikmüll zu reduzieren, hat Mura sein Geschäftsmodell für die schnelle globale Markteinführung entwickelt und baut ein globales Netzwerk von Partnern auf. Dow schließt sich anderen großen Global Playern wie KBR, einem multinationalen Ingenieurdienstleistungsunternehmen mit Sitz in den USA, Wood, einem globalen Beratungs- und Ingenieurunternehmen, und der Igus, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der industriellen Kunststoffe, als Partner an, um den weltweiten Einsatz der Technologie von Mura zu beschleunigen. Muras HydroPRS-Verfahren, das im Kern auf der Cat-HTR-Technologie basiert, wurde von Licella Holdings, New South Wales, Australien, entwickelt und ist in deren Besitz.

Neben der ersten Anlage in Großbritannien hat Mura Ausbaumöglichkeiten in Deutschland und den Vereinigten Staaten identifiziert, wo es in den nächsten fünf Jahren neue Recyclinganlagen in beiden Ländern entwickeln wird. Zusammen mit weiteren Möglichkeiten in Asien, sollen in einer schnellen globalen Einführung bis 2025 weltweit 1 Mio. t Recyclingkapazität in der Entwicklung sein. Die Partnerschaft mit Dow ist ein zentraler Treiber, um dieses Ziel zu erreichen. Mura ist dabei, mehr Finanzmittel zu beschaffen, um die weitere Expansion voranzutreiben und befindet sich in Gesprächen mit einer Reihe globaler Investoren.

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