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Novartis traut sich mehr Wachstum zu

27.01.2015 -

Novartis traut sich nach seinem tiefgreifenden Konzernumbau mehr Wachstum zu als in den letzten Jahren. "Mit den Portfolio-Umstellungen haben wir in den kommenden fünf Jahren wirklich gute Wachstumsaussichten", sagte Vorstandschef Joseph Jimenez am Dienstag bei der Veröffentlichung der Bilanz. Dank weiterer Einsparungen soll der Gewinn überproportional zunehmen. Im abgelaufenen Jahr bremsten auslaufende Patente und der starke Dollar das Unternehmen aus Basel. Der Umsatz legte nur 1% auf 58 Mrd. USD zu. Der Reingewinn erhöhte sich dank Einsparungen um 12% auf 10,3 Mrd. USD. Die Aktionäre sollen 2,60 CHF Dividende je Aktie erhalten, nach 2,45 CHF im Vorjahr.

Für das laufende Jahr stellte Jimenez unter Ausschluss von Wechselkurseffekten einen Anstieg der Erlöse um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag in Aussicht. Beim bereinigten operativen Gewinn peilt er einen Zuwachs um einen hohen einstelligen Prozentbetrag an. Im Vorjahr betrug der Gewinn 14,6 Mrd. USD, währungsbereinigt ein Plus von 8%. Der Umsatz war unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um 3% gestiegen.

Novartis hatte im Oktober mit dem Verkauf des Grippeimpfstoff-Geschäfts seine Neuausrichtung abgeschlossen. Die kleinen und renditeschwachen Sparten Impfstoffe, Tiergesundheit und rezeptfreie Medikamente wurden abgestoßen und stattdessen das schnell wachsende und hochlukrative Krebsgeschäft ausgebaut. Käufe und Verkäufe haben einen Wert von insgesamt rund 27 Mrd. USD. Damit der Gewinn stärker als der Umsatz zulegt, sind weitere Kostensenkungen geplant. Vor allem in der Beschaffung ortet Jimenez weiteres Sparpotenzial: Die Aufwendungen sollen mindestens um den im Vorjahr eingesparten Betrag von 1,6 Mrd. USD zurückgefahren werden.

Die Anleger reagierten positiv: Mit einem Kursplus von 0,8% ließen die Novartis-Aktien den leicht schwächeren europäischen Pharmasektor hinter sich. "Der Ausblick 2015 überrascht positiv", erklärte ZKB-Analyst Michael Nawrath.

Kräftig anziehende Verkäufe neuerer Medikamente halfen, die Einbußen bei wichtigen Arzneien wie dem Blutdrucksenker Diovan infolge billigerer Generika-Konkurrenz wettzumachen. Die Verkaufserlöse der in den letzten fünf Jahren auf den Markt gebrachten Präparate wuchsen um 18%. Arzneien wie die Tablette Gilenya zur Behandlung von Multipler Sklerose, die Krebsmedikamente Afinitor und Tasigna oder neue Präparate zur Behandlung von Raucherhusten tragen inzwischen knapp ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Die Verkaufserlöse mit Diovan, einst das umsatzstärkste Medikament des Konzerns, sanken um ein Drittel auf 2,3 Mrd. USD. Milliardenumsätze traut Pharma-Chef David Epstein einem kürzlich zugelassenen Psoriasis-Medikament zu. "Mit der Zeit sollte Cosentyx eines der größten Produkte in unserem Portfolio werden", sagte er.

Insgesamt erzielte Novartis mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im abgelaufenen Jahr 31,8 Mrd. USD, ein leichter Rückgang um 1%.

Novartis-Chef Jimenez will nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses und der schockartigen Franken-Aufwertung im Januar die Kostenbasis in der Schweiz überprüfen. Das Unternehmen erzielt nur 2% des Umsatzes im eigenen Land, während 12 bis 13% der Aufwendungen hier anfallen. "Wir sehen uns an, wie es mit der Beschaffung und anderen Services aussieht, die wir in der Schweiz haben", erklärte Jimenez. Gleichzeitig bekannte er sich zum Standort. "Die Schweiz wird ein wichtiges Land für Investitionen bleiben. Ich denke nicht, dass es zu einer großen Veränderung kommt."

 

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