Logistik & Supply Chain

Optimierte Transporte im Chemieunternehmen

12.09.2014 -

Eine schlanke Transportstruktur und ein unter Kosten- und Servicegesichtspunkten optimaler Einsatz von Logistikdienstleistern ermöglicht es Unternehmen, Transport- und Verwaltungskosten zu senken und die Transportqualität zu steigern. Häufig fragen sich Logistikplaner, ob ihre Transport- und Lagerstruktur sowie ihr Logistikdienstleisterkonzept den Kundenanforderungen entsprechen. Für Chemieunternehmen ist es besonders anspruchsvoll,eine leistungsfähige Transportstruktur zu schaffen, da neben Kundenanforderungen auch besonders hohe Transport- und Lagerauflagen zu erfüllen sind. Es lohnt sich daher, Transportstruktur und Logistikdienstleisterkonzept genauer ins Visier zu nehmen.

Häufig haben Chemieunternehmen keinen werksübergreifenden Überblick über die tatsächlichen Warenströme und die eingesetzten Logistikdienstleister. Vielmehr ist die Vergabe der Relationen an Logistikdienstleister je Werk und Kunde historisch gewachsen. Daher fährt eine große Anzahl an Dienstleistern gleiche oder ähnliche Relationen.

Die Unternehmen wissen häufig nicht, ob

  • die Lagerstandorte zu den heutigen Transportströmen und Kunden des Unternehmens passen,
  • die Anzahl der eingesetzten Logistikdienstleister für ihre Geschäftstätigkeit die richtige ist und
  • das dienstleisterspezifische Tarifniveau im Unternehmen angemessen ist.

Viele Unternehmen haben zudem den Wunsch, mehr Stabilität in ihr Dienstleistersystem zu bringen, was Anzahl und Zuordnung der Dienstleister zu Werks- und Kundenstandorten anbelangt.

Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services hat eine Methodik zur werksübergreifenden Optimierung der Transporte in der Chemielogistik entwickelt. Mithilfe der vier Stellhebel

  • Optimierung der Lagerstandorte
  • Verbesserung der Streckenführung
  • Prüfung des dienstleisterspezifischen Tarifniveaus und
  • Neuordnung des Einsatzes der Logistikdienstleister

werden Einsparungsmöglichkeiten und ein unter Kosten- und Servicegesichtspunkten optimaler Einsatz von Logistikdienstleistern bestimmt. Unternehmen erhalten konkrete Empfehlungen zu kurz- und mittelfristigen Maßnahmen. Hierzu gehören:

  • optimierte Lage der Lagerstandorte und Güter-Lager-Zuordnung
  • Bündelung gewisser Transporte als Basis für neue Ausschreibungen
  • Aufzeigen von unbegründet teuren Punkt-zu-Punkt-Relationen und Servicemängeln
  • Überprüfung der Dienstleisteranzahl und -auswahl
  • Änderung des Logistikdienstleisterkonzepts sowie
  • Einführung eines Dienstleisterentwicklungsprozess zur Steigerung der Transportqualität.

Optimierung in vier Schritten

Die Optimierung der Transporte beginnt mit der Erfassung der Sendungsdaten und der grafischen Darstellung der Transportrelationen (s. Abb. 1).

Bei der Optimierung von Lagerstandorten wird deren Lage unter kosten- und regional-spezifischen Standortfaktoren bestimmt. Um die Transportstrecken der großvolumigen Produkte zu den Kunden möglichst gering zu halten, ist eine geografisch optimale Güter-Lager-Zuordnung in Kundenrichtung wichtig.

Bei der Überprüfung der Streckenführung wird ermittelt, welche Bündelungseffekte und Anschlussladungen sich bei Transporten ergeben und welche davon genutzt werden sollten. Die Kunden der chemischen Industrie sitzen in bestimmten Regionen Europas. Daher kann es sein, dass sich die Transporte eines Unternehmens besonders gut bündeln lassen. Die neuen Relationen können die Basis für eine neue Ausschreibung bilden.

Vergleiche der Tarifniveaus der eingesetzten Logistikdienstleister untereinander und mit den tatsächlichen Fahrzeugkosten helfen Chemieunternehmen, unverhältnismäßig teure Punkt-zu-Punkt-Relationen aufgezeigt zu bekommen. Im Tankwagen-Bereich sind Frachtpreise wegen Säuberungsvorschriften allgemein höher. Dennoch sollten insbesondere Relationen mit Frachtpreisen, die über den Kosten eines exklusiven Umlaufs liegen, besonders betrachtet und mit den Logistikdienstleistern ggf. neu verhandelt werden (Abb. 2).

Bei der Neuordnung des Einsatzes der Logistikdienstleister wird geprüft, wie viele und welche Dienstleister das Unternehmen wirklich benötigt. Dies kann eine neue Kunden-Dienstleister-Zuordnung oder die Einführung eines Konzepts für Gebietsspediteure bedeuten. Gleichzeitig kann ein Entwicklungsprozess für Dienstleister helfen, die Transportqualität zu steigern.

Diese Analyse durch Fraunhofer SCS ist im Straßengüterverkehr bei weltweit führenden Chemieunternehmen für den Bereich Komplettladung, Teilladung und Silo erprobt.

Kontakt

Fraunhofer SCS

Nordostpark 93
90411 Nürnberg
Deutschland

+49 911 58061 9500
+49 911 58061 9599

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