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Pfizer sichert sich Verkaufsrechte für Astrazeneca-Mittel

14.08.2012 -

Pfizer stärkt mit einem Verkaufsschlager des Rivalen AstraZeneca sein Geschäft mit frei verkäuflichen Medikamenten und nimmt dafür eine Prognosesenkung in Kauf. Für die weltweiten Rechte an der nicht verschreibungspflichtigen Version des Medikaments Nexium zahlt der US-Konzern 250 Mio.US-$ an AstraZeneca. Der heftig unter Geschäftseinbußen durch günstige Nachahmerarzneien leidende britische Konzern hob im Gegenzug seine Prognose an. Auch für weitere AstraZeneca-Mittel werde eine Zusammenarbeit nach dem gleichen Modell geprüft, teilten die beiden Firmen mit.
Nexium ist ein Mittel gegen Sodbrennen und war zuletzt der zweitgrößte Kassenschlager von AstraZeneca - selbst als die Umsätze im 2. Qu. aufgrund von Nachahmerprodukten auf rund 950 Mio. US-$ zurückgingen. In der verschreibungspflichtigen Variante wollen die Briten Nexium auch weiterhin selber vertreiben.
Das Abkommen sieht vor, dass AstraZeneca für Pfizer Nexium produziert und abhängig vom Absatz Zahlungen erhält. Im Gegensatz zu vielen seiner größeren Konkurrenten hat AstraZeneca keinen eigenen Geschäftsbereich zur Vermarktung nicht-verschreibungspflichtiger Medikamente. Eine vergleichbare Kooperation mit dem Branchenprimus Pfizer werde nun auch für ein Mittel gegen Heuschnupfen geprüft.

Pfizer senkte wegen des Nexiumsgeschäfts seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr und rechnet nun mit einem Gewinn je Aktie von 2,12 bis 2,22 US-$. Zuvor hatte Pfizer einen Gewinn je Aktie von 2,14 bis 2,24 US-$ erwartet. Zudem kündigte die US-Firma an, in diesem Jahr mehr Geld in Forschung und Entwicklung zu stecken. Der Pharmakonzern will in diesem Jahr seine Forschungsausgaben auf 6,75 bis 7,25 Mrd.US-$ erhöhen - zuletzt waren 6,5 bis 7,0 Mio.US-$ eingeplant. Mit der Nexium-Vermarktung will Pfizer 2014 beginnen. AstraZeneca rechnet nun im Gegenzug in diesem Jahr mit einem Gewinn je Aktie von 6,0 bis 6,3 US-$, nach 5,85 bis 6,15 US-$. Der britische Branchenzweite nach GlaxoSmithKline hat als Rezept gegen drastische Umsatzeinbußen durch ablaufende Patente nun Allianzen. Mit Hilfe von Lizenzvereinbarungen und kleineren Firmenkäufen soll die Medikamenten-Palette wieder aufgefüllt werden.