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Schlenk setzt auf Innovation und Tradition

27.08.2013 -

Auffällig ruhig ist es. Kein Industrielärm, keine meterhohen Silos oder klotzigen Fabrikkomplexe mit rauchenden Schornsteinen. Vielmehr wird das Ortsbild von den dichten Baumreihen des angrenzenden Waldgebiets, einzelnen Wohnhäusern und einem modernen Glasbau bestimmt. Beim flüchtigen Durchfahren ahnt der Betrachter nicht, dass hier - im mittelfränkischen Barnsdorf in Roth - ein modernes, weltweit operierendes Chemieunternehmen seinen Hauptsitz hat. Das Unternehmen Carl Schlenk.

"Wir sind ein relativ altes Unternehmen", erklärt Dr. Daniela von Schlenk, die als Kommunikationschefin auch für die Öffentlichkeitsarbeit von Schlenk zuständig ist und ergänzt: „Mit zwei Weltkriegen, der Weltwirtschaftskrise, dem vollständigen Verlust des wichtigen USA-Standortes und dem anschließenden Wiederaufbau und Wachstum haben wir einige Höhen und Tiefen durchlebt." Nach der Investition in die insolvente Zainmetallschlägerei Weiss & Feyertag in Barnsdorf gründete Carl von Schlenk-Barnsdorf 1879 aus der Insolvenzmasse sein eigenes Unternehmen. Es war die Geburtsstunde der heutigen Carl Schlenk AG. Bereits 1892 begann die Fertigung von Aluminiumpulver in Barnsdorf. 1897 wurde der Börsengang realisiert und sieben Jahre später die erste Auslandsproduktion in den USA eröffnet. Das Unternehmen stieg zum weltweiten Marktführer für Bronze- und Aluminiumpigmente auf. „Wir waren schon sehr früh international ausgerichtet aber haben immer am Standort Barnsdorf festgehalten und sind hier gewachsen", betont Daniela von Schlenk. Dem Ersten Weltkrieg folgte die Enteignung des amerikanischen Werks. 1921 übernahmen Carl Schlenks Söhne Arthur und Wilhelm das damals noch immer größte Unternehmen der Branche. Sie führten es durch die schwierigste Zeit seiner Historie. Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Werksteile zerstört. Nach dem Krieg erweiterte das Unternehmen sein Produktspektrum jedoch stetig. Mit der Gründung von Niederlassungen in den USA, Frankreich und Brasilien war man in den 70er Jahren schließlich wieder international aufgestellt.
Heute hat Schlenk über 900 Mitarbeiter, betreibt zehn Produktionsstätten in fünf Ländern und verkauft seine Produkte mit einem Jahresumsatz von zuletzt 151 Mio. € im Jahr 2012 weltweit. Das Kerngeschäft des Familienunternehmens, welches nach dem mehrheitlichen Rückkauf der Aktien in Fremdhand wieder komplett inhabergeführt ist, unterteilt sich mittlerweile in fünf Tätigkeitsfelder. Der Bereich Metallfolien spezialisiert sich auf die Herstellung dünnster Kupferfolien und -legierungen, Nickel, Neu- und Feinsilber sowie Widerstandslegierungen. Diese finden u.a. Anwendung in photovoltaischen Solarmodulen, Lithium-Ionen Batterien und in der Medizin- und Automobiltechnik. Die Druck & Grafische Industrie bietet ein komplettes Sortiment von Metallpigmenten mit Gold-, Silber- und Metalleffekten bis hin zur fertigen Druckfarbe. Diese Produkte veredeln Verpackungen, Etiketten oder Tapeten.

Vielfältige Werkstoffe
Hochwertige Metallpigmente werden auch in der Lack- und Kunststoffindustrie eingesetzt und erzeugen u.a. den Metalleffekt in Automobillackierungen. Als Weltmarkt- und Technologieführer im Bereich technischer und funktionaler Aluminiumpulver ist Schlenk auch bei den Baustoffen & Chemischen Stoffen breit aufgestellt. Porenbeton, beispielsweise, besitzt durch seine niedrige Rohdichte eine hohe Wärmedämmung, ist leicht zu verarbeiten und deshalb ein gefragter Baustoff. Solche Aluminiumpulver und -pasten werden auch in der chemischen Industrie, Pyrotechnik und in zivilen Sprengstoffen eingesetzt.
Das Segment Werkstoffe (Kontakt- und Lagerwerkstoffe, Reibeläge, Löttechnik, Diamantenwerkzeuge usw.) komplettiert die umfangreiche Produktpalette.
Zukünftig will man in Barnsdorf aber noch andere Wege gehen. „Wir fokussieren uns vermehrt auf hochwertige Nischenprodukte - weg von der Masse, hin zu nachhaltigen Umwelttechnologien", sagt Dr. von Schlenk auch mit Blick auf die Arbeit ihres Mannes. Joachim von Schlenk-Barnsdorf übernahm 1998, in der vierten Generation, die Geschäftsführung des Konzerns. Bestimmt durch die Megatrends Globalisierung, Knappheit ökologischer Ressourcen und Bevölkerungswachstum konzentrieren sich die technologischen Innovationen und Unternehmenswerte in allen Geschäftsbereichen auf Energie- und Ressourceneffizienz. „Die Familientradition bringt das Verantwortungsbewusstsein für das Unternehmen und seine Umwelt mit sich", beschreibt Dr. Daniela von Schlenk den Hintergrund für das ökologische Engagement des mittelständischen Unternehmens.

Industrie im Einklang mit der Natur
Seit Jahrhunderten ist die Familie zudem im Besitz des Barnsdorfer Forstbetriebs, welcher sich in der Rednitzaue und den um den Stammsitz des Unternehmens liegenden Wäldern auf 150 ha erstreckt. Da sich dort auch die Hauptverwaltung, die technischen Zentralabteilungen und wichtige Produktionsteile befinden, investierte Schlenk in den vergangenen Jahren viel in die Renaturierung und Erhaltung des Dorfes. Das Werk wurde optisch weitgehend aus der Natur genommen, die alten Bausubstanzen umfangreich restauriert und 1998 eine neue Firmenzentrale erbaut. Moderne Industriearchitektur in Einklang mit der Natur zu bringen, ist mit dem Verwaltungsgebäude und seinen großen Glasfassaden eindrucksvoll verwirklicht worden. Zudem wurden Holz und Stahl als Baustoffe verwendet. Aktuell entsteht ein mit modernster Technik ausgestattetes, hoch energieeffizientes Sozialgebäude, welches Dusch- und Umkleidebereiche, ein Betriebsrestaurant sowie Fitness- und Betriebsarzträume bietet.
Wichtige Säulen, um wirtschaftlichen Erfolg nachhaltig zu sichern, sind für Schlenk seine Mitarbeiter und deren Familien. So unterhält das Unternehmen zwei Stiftungen, darunter eine Unterstützungskasse, die sich unter anderem für in Not geratene Mitarbeiter und deren Angehörige einsetzt. Darüber hinaus war es ein persönliches Anliegen von Daniela von Schlenk eine Vielzahl an zusätzlichen Angeboten für die Mitarbeiter bereitzustellen. Dazu zählen u.a. ein Physiotherapeut, Body Art-Training, Fußballturniere, Kegelabende, Holzfällerkurse oder die Bildung von Teamstaffeln für den jährlich stattfinden Triathlon-Wettbewerb „Junior-Challenge Roth".

Zusammenspiel von Beruf und Familie

Insbesondere das Zusammenspiel von Beruf und Familie ist für Dr. von Schlenk als gelernte Ärztin ein ganz wichtiges Thema. „Als berufstätige Mutter war ich - bei damals fehlendem Krippenangebot - gezwungen, unsere Kinderbetreuung aufwendig selbst zu organisieren. So kam mir der Gedanke einer betriebseigenen Kinderkrippe", erklärt sie. Dafür musste, während ihres zeitweiligen Umzugs mit der Familie nach Hongkong, zunächst das Erdgeschoss ihres Privathauses herhalten. „Das ist jetzt neun Jahre her. Mittlerweile sind die Kinder in einem anderen Firmengebäude in Barnsdorf untergebracht und die Nachfrage ist nach wie vor groß", freut sie sich und ist zuversichtlich, dass dieser Trend ungebrochen anhält.

 

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