Logistik & Supply Chain

Sicherer Pharmatransport nach Moskau

Transco setzt auf 24/7-Überwachung, GDP-konforme Prozesse und gut geschulte Mitarbeiter

28.04.2015 -

Die Relation Berlin-Moskau hat es in sich: 1.830 km beträgt die kürzeste Distanz im Straßentransport über Polen und Weißrussland. Die Strecke ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine vor allem in den eisigen Wintermonaten mit ihrer sibirischen Kälte von bis zu -40°C. Wenn es jedoch um den temperaturgeführten Transport sensibler Pharmazeutika geht, wird diese Strecke zu einer besonderen Herausforderung, die nur wenige deutsche Spediteure annehmen und beherrschen. Das sind Osteuropa- und Pharma-Spezialisten wie die erfahrene Spedition Transco. Sie bedient die Strecke seit über 20 Jahren und ist mit den Tücken und Risiken bestens vertraut.

Die Temperierung ist die technische Herausforderung, während die Qualitätskontrolle, das Zollregime und der Umgang mit der organisierten Kriminalität die zentralen organisatorischen Themen darstellen. Sicherheit und Transportqualität sind für Transco deshalb die wichtigsten Maximen. Das für die Qualitätssicherung so wichtige Zusammenspiel von pharmakonformen Prozessen, geschultem Personal und qualifiziertem Equipment gemäß Good Distribution Practice (GDP) stellt der Transportdienstleister täglich unter Beweis. Als erster deutscher Anwender setzt der Ludwigsfelder Spediteur auf der Strecke den neuen Security-Trailer Cool Liner Pharma von Krone ein - und legt die Messlatte für den sicheren Straßentransport von Pharmazeutika noch höher.

Sicherer Pharmatransport

Doch wie entwickelt ein Spediteur ein Risiko- und Qualitätsmanagement für diese anspruchsvolle Strecke, um den Anforderungen der Kunden und des Gesetzgebers gerecht zu werden - Stichwort GDP? Der Weg zu einem maximal sicheren Pharmatransport beginnt mit dem Sammeln von Erfahrungen, dem Wissen um die Risiken und die regelmäßige Analyse aller Eventualitäten, um sowohl Ware, Personal als auch Fahrzeuge zu schützen. Dennoch bleibt vor allem der Laderaum zum Teil eine „Blackbox", in die man nicht wirklich hineinschauen kann.

Dieser Umstand war ausschlaggebend für Transco-Geschäftsführer Thomas Schleife, um gerade im Vorfeld der GDP-Novelle Supply-Chain-Prozesse zu durchleuchten und ein ganzheitliches Pharmalogistik-Konzept zu entwickeln. Ein Konzept, das praxistauglich ist und dem Logistiker die Möglichkeit gibt, proaktiv zu handeln. „Es ging uns darum, bei auftretenden Schwierigkeiten wie Temperaturabweichungen im Laderaum umgehend eingreifen zu können, statt dies nur im Nachhinein festzustellen", erklärt Thomas Schleife.

Für die ganzheitliche Prozessanalyse und die Qualifizierung gemäß GDP holten sich die Osteuropa-Profis kompetente Unterstützung von außen. Im Rahmen des Projekts „Sichere Kühlkette" entwickelte Transco als federführendes Unternehmen ein ganzheitliches Pharmalogistik-Konzept - in enger Zusammenarbeit mit externen Partnern und unter wissenschaftlicher Begleitung der TH Wildau. Nach und nach wurden alle Prozessbeteiligten ins Boot geholt: Vom Aufbauhersteller Krone und dem Vermieter Pema über externe Schulungspartner bis zum Pharmalogistik-Insitut EIPL.

„Zunächst ging es um das gegenseitige Verständnis des Geschäfts der jeweiligen Partner", erläutert Thomas Schleife den Ansatz. „Hierfür haben wir alle beteiligten Partner besucht und waren überrascht, wie stark die Prozesse miteinander verknüpft sind." Gute Voraussetzungen also, um die Idee eines ganzheitlichen Pharmalogistik-Konzeptes aufzusetzen - vom Fahrzeugbau über die Qualifizierung, Personalschulung, Prozess-Dokumentation und -Kontrolle bis hin zur Überwachung der Transporte. Ende 2012 ging es in den Realtest, der bestanden wurde.

Relation Berlin-Moskau

Seit Mitte 2013 fährt Transco die Relation Berlin-Moskau wöchentlich. Mit Unterstützung des Monitoring-Dienstleisters TCS Thermo Control Services werden alle wichtigen Parameter rund um die Uhr überwacht. So weiß das Überwachungs-Team zu jedem Zeitpunkt, wo die Fahrzeuge sind, ob sie auf der vorgegebenen Route bleiben, ob die Türen des Trailers ordnungsgemäß verriegelt sind und ob die Laderaum-Temperaturen im Sollbereich liegen.

„Somit haben wir eine Fülle von Echtzeitinformationen - einerseits zu wichtigen Laderaum-Parametern wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, anderseits Daten wie Verzögerungen und die ungefähre Ankunftszeit", erklärt Thomas Schleife. Bei der kleinsten Abweichung von den Sollwerten alarmiert die TCS-Sicherheitszentrale die Disposition, die Fahrer und bei Bedarf auch die örtlichen Sicherheitsdienste. „Durch diesen ganzheitlichen Ansatz arbeitet unsere Dispo genauer, das Qualitätsverständnis und -bewusstsein ist bei allen Beteiligten gestiegen", sagt Thomas Schleife.

Ein zentraler Baustein in der Umsetzung ist der Einsatz des Security-Trailers, um vor allem den Gefahren durch die organisierte Kriminalität auf der Strecke Berlin-Moskau zu begegnen. Nach einer intensiven nahm Transco als Pilot-Anwender Ende Herbst 2014 den ersten Krone-Auflieger Cool Liner Pharma in der Mehrkammer-Variante mit Door Protect in Betrieb. Der auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 erstmals vorgestellte Trailer ist mit dem Maximum an Sicherheitstechnik ausgestattet, das für Serienfahrzeuge derzeit verfügbar ist. Die wichtigsten Features des Bi-Temp-Kühlaufliegers sind eine Türverriegelung, die GPS-gesteuert ausschließlich vom Disponenten betätigt werden kann, sowie alarmgesicherte Seitenwände und eine alarmgesicherte Dachfläche. Bei unbefugtem Zugriff auf den Trailer werden die Disposition und der Überwachungs-Dienstleister sofort automatisch alarmiert. Eine umfangreiche Telematik-Ausstattung sorgt zudem für die lückenlose Übermittlung von Temperatur, Türstatus, Fahrzeug-Position und Route im Rahmen des Geo-Fencing. Thomas Schleife betont: „Mit diesem Security-Trailer nutzen wir sämtliche derzeit auf Serienbasis verfügbaren, sicherheitstechnischen Innovationen, um die wertvolle Fracht unserer Kunden zu schützen."

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