Anlagenbau & Prozesstechnik

Turnaround-Erfolgsfaktoren – Erfahrungen bei Evonik

Statement von Dr. Tobias Laiblin, Betriebsleiter Technik, Evonik

03.11.2020 - Für eine erfolgreiche Ausführung von Anlagenstillständen (Turnarounds) ist ein Grundverständnis aller Beteiligten ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Im Lebenszyklus einer Anlage kommt es immer wieder zu Arbeiten, die einzeln oder in Summe nicht während der laufenden Produktion ausgeführt werden können. Daher müssen Teile oder die gesamte Produktionsanlage außer Betrieb genommen, entleert und freigestellt werden.

Das wesentliche Ziel ist dabei die Planung und sichere Abwicklung des Turnarounds von optimaler Dauer. Und das innerhalb der notwendigen Kosten, die für eine erfolgreiche Produktion bis zum nächsten geplanten Turn­around unter Einhaltung der festgelegten Verfügbarkeitsziele der Anlage erforderlich sind. Ein strukturiertes Vorgehen für das Turn­around-Management, z. B. auf Basis eines Phasenmodells – wie in internen technischen Standards der Evonik oder im neuen Richtlinien­entwurf VDI 2775 Blatt 1 beschrieben – stellt eine geeignete Methode zur Einbindung aller Beteiligten, Abstimmung der verschiedenen Verantwortlichkeiten und zum Zeitmanagement der aufeinander folgenden bzw. auch überlappenden Arbeitsschritte dar.

Turnarounds können erfolgreich abgewickelt werden, wenn man zusätzlich berücksichtigt, dass die Ausführung von Maßnahmen in einem Turnaround teurer ist als im Tagesgeschäft, weil die dafür notwendigen Ressourcen aufgrund der hohen Arbeitsdichte im Turn­around immer knapp sind. Vor allem muss berücksichtigt werden, dass kein Deckungsbeitrag durch die laufende Produktion besteht. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Berücksichtigung von Produktionszusammenhängen (z B. Abnahme- und Lieferverpflichtungen) der betroffenen Anlage(n) und der von ihnen abhängigen Anlagen (Anlagenverbund), da diese Abhängigkeiten einen weiteren Anteil an den Gesamtkosten des Turnarounds haben. Von größter Bedeutung ist, dass alle notwendigen Maßnahmen rechtzeitig und diszipliniert geplant werden. Ziel sollte die Betrachtung und Minimierung aller Kosten des Turnarounds sein!

Eine der zentralen Ursachen für einen Turn­around sind gesetzlich erforderliche Prüfungen und Inspektionen von Anlagenteilen, um einen genehmigungskonformen Betrieb sicherzustellen. Da dies zu wiederholten Turnarounds innerhalb der Prüfzyklen führt, ist zusätzlich eine detaillierte Betrachtung der Erfahrungen (Lessons Learned) aus bereits abgewickelten Turnarounds eine gute Basis für Optimierungen.

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