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VdL: Rohstoffpreise setzen der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie zu

15.02.2022 - Bei der digitalen Wirtschaftspressekonferenz des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) erläutert VdL-Präsident Peter Jansen die aktuelle Situation der rund 200 deutschen Lack- und Farbenhersteller. Die Branche stecke zwar in schwierigen Zeiten fest und erzielte im zweiten Coronajahr 2021 ganz unterschiedliche Ergebnisse, doch die Lack- und Druckfarbenindustrie gehöre nicht zu den Verlierern der Krise, so Jansen.

In Deutschland wurden 2021 rund 1.585.000 t Lacke, Farben und Druckfarben verkauft – ein Rückgang von 5% gegenüber dem Vorjahr. Im laufenden Jahr gibt es voraussichtlich einen leichten Anstieg um 1% auf 1.600.000 t, berichtet Peter Jansen am Dienstag auf der virtuellen Jahreswirtschaftskonferenz des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL). Der Umsatz der in Deutschland verkauften Lacke, Farben und Druckfarben stieg 2021 gegenüber dem Vorjahr um 0,8% auf 5,58 Mrd. EUR. Im laufenden Jahr erwartet der VdL einen Anstieg um 5% auf gut 5,85 Mrd. EUR.

Gleich eine ganze Reihe von Entwicklungen drücken die Ergebnisse der Farbenhersteller: Neben Rekordpreisen am Rohstoffmarkt und einem starken Dollar, erschweren gestörte Lieferketten, Produktionsausfälle bei Pigmenten und Epoxidharzen sowie mangelnde Transportkapazitäten den Markt.

Bautenanstrichmittel
Bei den Bautenfarben endete die Corona-Sonderkonjunktur im DIY-Segment; es gab einen Rückgang um 16% in der Menge. Der Profibereich ging leicht um 2% zurück. Für 2022 prognostiziert der VdL in der Menge eine Seitwärtsbewegung auf 856.000 t. Damit liegt die Menge noch leicht über der des Jahres 2019 vor der Krise. Der Umsatz wird um 3% auf 1,9 Mrd. EUR steigen.

Industrielacke
Bei den Industrielacken kam es zu einem leichten Anstieg des Verbrauchs um 2% in der Menge und um 8% im Wert. Weiterhin gingen die Autoserienlacke um 12% stark zurück, teilweise wurde die Automobilproduktion deutlich gedrosselt. Gegenüber 2018 ist das ein Minus von mehr als 40%. Positiv hat sich der Absatz in den anderen Industriesektoren entwickelt. 2022 kommt es voraussichtlich zu einem weiteren Anstieg von 3% bei den Industrielacken, Autoserie (OEM) wird um 6% wachsen. Der Umsatz der Industrielacke insgesamt wird im laufenden Jahr mit 7% wieder kräftig ansteigen auf 3,1 Mrd. EUR.

Druckfarben
Der Absatz von Druckfarben ist 2021 weiter zurückgegangen – es wurden 224.000 t produziert, ein Minus von 4%. Insgesamt wurden Druckfarben für Publikationen und Verpackungen im Wert von 765 Mio. EUR umgesetzt.

Import/Export
Der Export stieg 2021 um 13,7% auf 3,83 Mrd. EUR. Importiert wurde für 1,26 Mrd. EUR (12,5%). 2022 wird der Außenhandel sich weiter positiv entwickeln und voraussichtlich um rund 5% steigen.

Gesamtprognose für 2022
Pandemie, Inflationsgefahr und die angespannte weltpolitische Lage machen eine Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung schwierig. Ohne wesentliche weitere Störungen erwartet der VdL ein Wachstum in der Produktion der deutschen Farbenhersteller um rund 1%. Die Inlandsnachfrage bleibt unverändert. Wertbezogen wird eine Steigerung der Inlandsnachfrage um 5% prognostiziert.

„Am voraussichtlichen Ende der akuten Covid-19-Pandemie lässt sich wohl feststellen, dass die Farbenindustrie mit einem blauen Auge davongekommen ist und sich sogar in Teilen von der negativen Gesamtentwicklung abkoppeln konnte und jetzt insgesamt optimistisch nach vorne sieht“, fasst Verbandspräsident Peter Jansen zusammen. Zu verdanken sei dies auch umsichtigem Wirtschaften und einer enormen Leistungsbereitschaft in den Belegschaften der mittelständisch geprägten Branche.

Die politische Arbeit des Verbandes ist zurzeit von den Themen deutsche Druckfarbenverordnung und dem Europäischen Green Deal geprägt, erläuterte Hautgeschäftsführer Herr Martin Kanert. Ende 2021 habe man zusehen müssen, wie die Bundesregierung trotz aller Kritik eine nationale Druckfarbenverordnung verabschiedet und einer einheitlichen europäischen Regelung vorgegriffen hat. Nun wolle man die Übergangsfrist nutzen, um über alle Kanäle darauf zu drängen, dass eine europäische Lösung etabliert wird. Beim Europäischen Green Deal konstatierte Kanert einen erheblichen Handlungs- und Erwartungsdruck auf Seiten der EU-Kommission. „Die Lack und Druckfarbenindustrie ist wegen ihrer extremen Vielfalt der Produkte und Formulierungen insbesondere bei der neuen Chemikalienstrategie erheblich belastet. Alle Beteiligten sollten sich hier von wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht von politischen Absichten leiten lassen.“

Kontakt

Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

Mainzer Landstr. 55
60329 Frankfurt am Main
Deutschland

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