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Wacker produziert in Nünchritz künftig Vorprodukte für Bindemittel und Bautenschutz

03.06.2021 - Wacker hat am Standort Nünchritz mit dem Bau einer Alkoholyse-Lack-Anlage begonnen. Der Betrieb wird wichtige Vorprodukte für die Formulierung siliconbasierter Bautenschutzprodukte und Bindemittel für Fassadenfarben und Industriebeschichtungen liefern.

Derzeit werden solche Substanzen ausschließlich am Standort Burghausen hergestellt. Die Anlage, die wichtige Stoffkreisläufe schließt und dadurch die Wirtschaftlichkeit des Produktionsverbundes weiter erhöht, soll voraussichtlich Ende 2022 in Betrieb gehen. Die Investitionen belaufen sich auf rund 30 Mio. EUR.

Wacker verwendet Silane und Flüssigharze für die Formulierung vieler Siliconspezialitäten: Bautenschutzmittel und Betonschutzcremes enthalten solche hydrophobierenden und damit wasserabweisenden Wirkstoffe ebenso wie Bindemittel für Fassadenfarben, korrosionsbeständige Schutzbeschichtungen oder hitzebeständige Pulverlacke. Der Konzern produziert diese Additive derzeit in der Alkoholyse-Lack-Anlage im Werk Burghausen. Dort werden Nebenprodukte aus der Siliconproduktion durch Reaktion mit Alkohol zu Silanen und Flüssigharzen umgesetzt. Diese Substanzen werden sowohl in Burghausen als auch in Nünchritz zu Siliconprodukten für Bau- und Beschichtungsanwendungen weiterverarbeitet.

In Zukunft wird das Unternehmen solche Formulierungsbestandteile auch in Nünchritz herstellen. Im Norden des Werks legen Bauarbeiter derzeit die Fundamente für eine neue Alkoholyse-Lack-Anlage, in der Produkte aus der Methylchlorsilansynthese weiterverarbeitet werden können. „Mit der Entscheidung, Silane und Flüssigharze künftig auch in Nünchritz herzustellen, können wir künftig noch flexibler auf die Wünsche unserer Kunden reagieren“, sagt Vorstandsmitglied Auguste Willems.

Von der Investition profitieren sowohl das Werk Nünchritz als auch der Produktionsverbund in Burghausen. Wegen der hohen Nachfrage nach Bautenschutz- und Beschichtungsprodukten lief die bestehende Anlage bereits unter Vollast. „Die Alkoholyse-Lack-Anlage in Nünchritz schließt Stoffkreisläufe und erhöht die Verfügbarkeit wichtiger Zwischenprodukte. Damit verbessern wir die Versorgungssicherheit im gesamten Produktionsverbund“, betont Willems. „In der neuen Konstellation haben wir deutlich mehr Möglichkeiten, aktuelle Marktentwicklungen zu begleiten und bei entsprechender Nachfrage auch Fertigungslinien für neue Produkte aufzubauen.“

Die gute Baukonjunktur und der Bedarf nach hochwertigen Industriebeschichtungen hat in den letzten Jahren zu einer steigenden Nachfrage nach siliconbasierten Bauprodukten und Bindemitteln geführt. „Unser Geschäft mit solchen Spezialitäten ist hochprofitabel“, betont Robert Gnann, Leiter des Geschäftsbereichs Silicones. „Noch ist es zu früh, über darüber hinausgehende Kapazitätserweiterungen zu sprechen. Klar ist aber: Diese Investition ist eine wichtige Grundlage für zukünftiges Wachstum. Die Maßnahme zeigt, dass wir fest entschlossen sind, unsere Marktposition m Bereich des Bautenschutzes und des Beschichtungssektors zu festigen und weiter auszubauen.“

Errichtet wird die Alkoholyse-Lack-Anlage auf dem Areal eines ehemaligen Tanklagers unweit des ebenfalls im Bau befindlichen Hybridpolymerbetriebs. Wie bereits gemeldet, werden dort ab Ende nächsten Jahres silanterminierte Hybridpolymer-Bindemittel für Hochleistungsklebstoffe hergestellt.

„Uns war es wichtig, die neue Anlage in die bestehende Bebauung zu integrieren und die vorhandene Infrastruktur bestmöglich zu nutzen“, sagt Werkleiterin Jutta Matreux. Dass Nünchritz den Zuschlag für die Investition erhielt, begrüßt die Managerin nachdrücklich. „Sowohl die Alkoholyse-Lack-Anlage als auch der Hybridpolymerbetrieb werten den Standort im Produktionsverbund des Geschäftsbereichs deutlich auf. Das hilft uns auch, Arbeitsplätze zu sichern.“ Wacker schafft durch die jüngsten Investitionsmaßnahmen am Standort Nünchritz im Produktionsumfeld rund 50 neue Arbeitsplätze.

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