Zu guter Letzt: Der Stoff, aus dem Hochhäuser sind

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Wer kennt nicht die Redewendung “...gibt‘s wie Sand am Meer!“, um einen Überfluss zu beschreiben. Offenbar gibt es ein Überangebot an Sand – am Meer (klar, Strände bestehen daraus) und erst recht in den Wüsten (Sand, soweit das Auge reicht). Deshalb schaffen es Städte in Wüstengebieten auch, ganze Stadtviertel in kürzester Zeit aus dem Boden zu stampfen; den Sand für den Beton gibt’s ja quasi um die Ecke. Denkste!
Wüstensand ist zum Bauen ungeeignet! Städte wie Abu Dhabi oder Dubai importieren den Sand für ihre Megaprojekte aus Australien oder Indonesien! Denn Sand ist nicht gleich Sand! Obwohl chemisch identisch – Siliciumdioxid (Quarz) – gibt es dennoch Unterschiede. Und die liegen im Detail, nämlich der Form.
Wüstensand wurde in Millionen von Jahren vom Wind glattgeschliffen und ist zu rund und zu fein, um als Bausand verwendet zu werden. Denn nur ungleichmäßig geformte, eckige Körner können eine feste Verbindung mit Zement eingehen. Deshalb wird Bausand immer knapper. Schätzungen gehen davon aus, dass nur ca. 5 % des weltweit vorhandenen Sands für industrielle Zwecke infrage kommen.
Doch Forscher arbeiten an der Lösung des Sandproblems. So hat der Unternehmer Gerhard Dust kürzlich beim European Chemistry Partnering 2019 in Frankfurt sein Konzept erläutert: Aus mit Polyesterharz verfestigtem Wüstensand – sog. Polymerbeton – werden vor Ort Bausteine gegossen, mit denen selbst Laien etwa in Krisenregionen oder in armen Ländern ähnlich dem Lego-Prinzip schnell und unkompliziert günstige Unterkünfte errichten können. Erste Projekte in Afrika sind vielversprechend.

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