Chemspec Europe 2019: Treffpunkt der Fein- und Spezialchemie

Interview mit Nicola Hamann, Geschäftsführerin von Mack Brooks Exhibitions, zu Herausforderungen und Chancen der Branche

  • © Mack Brooks Exhibitions© Mack Brooks Exhibitions
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  • Nicola Hamann, Geschäftsführerin, Mack Brooks Exhibitions
Die Fein- und Spezialchemieindustrie agiert in einem sehr wettbewerbs­intensiven Markt mit immer komplexeren Umweltanforderungen und steht derzeit unter reichlich Druck von unterschiedlichsten Seiten. Zugleich profitiert die Branche von hohen Investitionen, insbesondere in grüne und biobasierte Technologien. Mit der passenden Einstellung und den richtigen Informationen können Unternehmen die aktuellen Herausforderungen in neue Chancen für Innovation und Wachstum verwandeln. Hier setzt das Messekonzept der Chemspec Europe an, die vom 26.-27. Juni 2019 in Basel stattfindet. Ralf Kempf befragte Nicola Hamann, Geschäftsführerin des Messeveranstalters Mack Brooks Exhibitions, welche aktuellen Marktentwicklungen, Technologieneuheiten und Geschäftsmöglichkeiten die Branche in diesem Jahr besonders beschäftigen.

CHEManager: Frau Hamann, die Chemspec Europe 2019 steht unter dem Motto „Aus Herausforderungen Chancen machen“. Welches sind denn aus Ihrer Sicht die aktuellen Herausforderungen, denen sich die Unternehmen der Fein- und Spezialchemieindustrie gegenübersehen?

Nicola Hamann: Wir befinden uns momentan in einem Umfeld, das durch raschen, umfassenden Wandel und viele Unbekannte geprägt ist. Die Digitalisierung verändert grundlegend alle Bereiche des wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Lebens. Auf politischer Ebene wird der Status Quo Jahrzehnte langer Handelsbeziehungen momentan kräftig durchgeschüttelt, und die Konjunktur, besonders in Europa, schwächelt. Umweltbelange stehen mehr denn je im Fokus, was sich entsprechend auf die einzuhaltenden Regularien auswirkt. Für die Unternehmen gilt es abzuwägen, wann und in welchem Umfang sie neue Produktionsmöglichkeiten und digitale Lösungen einsetzen, ob und welche Bereiche sie künftig besser outsourcen sollten und auf welche neuen Produkte sie setzen sollen. Die Innovationszyklen werden immer kürzer, bei wachsendem Kostendruck.

Welche Chancen für Innovation und Wachstum sehen Sie in diesen Herausforderungen?

N. Hamann: Wachstumschancen für die Fein- und Spezialchemie liegen natürlich bei der Entwicklung und Herstellung von neuen Produkten.

Ein größeres Umweltbewusstsein, neuere technologische Entwicklungen, wie der 3D-Druck und die e-Mobilität, sowie aktuelle Trends, wie Power Foods und Hightech-Kosmetik, bergen enormes Geschäftspotenzial für die Branche. Für viele Unternehmen mit entsprechendem Portfolio bedeutet es auch die Chance, eventuell in ganz neue Märkte vorzudringen. Das erfordert natürlich, sich von traditionellen Geschäftsmodellen zu lösen und neue Wege zu gehen. Hier setzt auch unsere Messe an, wo die gesamte Bandbreite an Fein- und Spezialchemikalien zum Einsatz in unterschiedlichsten Produkten angeboten wird. Auf der Chemspec Europe wird das ganze Innovationspotenzial der Branche deutlich.

Die Chemspec Europe präsentiert in diesem Jahr zum ersten Mal den NanoTECH Pavillion. Welche Idee steckt dahinter und welche Impulse erwarten Sie für die Veranstaltung?

N. Hamann: Die Tatsache, dass der Bedarf an Fein- und Spezialchemikalien weiter steigt, liegt auch darin begründet, dass der Bedarf an innovativen Produkten so hoch ist. Der Einsatz von Nanotechnologie spielt hier, neben der Biotechnologie, eine große Rolle. Deshalb haben wir dem Thema auf der kommenden Messe in Basel einen gesonderten Pavillon gewidmet. Als europäische Leitmesse für die Fein- und Spezialchemie ist es wichtig, dass die Veranstaltung aktuelle Themen abbildet und sich zusammen mit der Industrie weiterentwickelt.

Die Hersteller von Spezialchemikalien haben ihre Strategien an Megatrends wie Nachhaltigkeit, Urbanisierung, Mobilität oder Gesundheit ausgerichtet. Vor allem der Einsatz biobasierter Chemikalien und neue, ressourcenschonende Herstellungsverfahren spielen eine immer größere Rolle. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit?

N. Hamann: Umweltschutz und Nachhaltigkeit, vom schonenden Umgang mit Ressourcen durch alle Produktionsprozesse hindurch bis hin zum Recycling, sind heute ein Muss. Es hat eine Entwicklung stattgefunden, sodass inzwischen der Anspruch besteht, dass das nachhaltige Produkt dem herkömmlichen Produkt mindestens gleichwertig, wenn nicht überlegen ist. Ob Bioplastics, lösungsfreie Beschichtungen, biobasierte Arzneimittel oder Biohautpflegeprodukte – der Kunde macht keine Abstriche, was Wirkung, Haltbarkeit, Konsistenz, etc. anbelangt. Der Bedarf an solchen Produkten steigt kontinuierlich, und es besteht eine zunehmende Offenheit gegenüber fundamental neuartigen Produkten. Hightech und Umweltverträglichkeit sind heute keine Gegensätze mehr, sondern beflügeln die Entwicklung von immer leistungsfähigeren und zugleich nachhaltigen Produkten.

Die Spezialchemie deckt ein breites Spektrum von Segmenten und Anwendungen ab. Welche Bereiche der Wertschöpfungskette werden denn in diesem Jahr auf der Chemspec Europe durch ausstellende Unternehmen repräsentiert?

N. Hamann: Die Chemspec Europe zeichnet sich durch ihr breit aufgestelltes Messeprofil aus, das auch in diesem Jahr wieder Ausstellerunternehmen umfasst, die unterschiedlichste Chemikalien, Substanzen und Produkte, Dienstleistungen und zugehörige Ausrüstung anbieten. Sie bedienen damit alle Branchen, die Fein- und Spezialchemikalien und entsprechende Services für die Herstellung ihrer Produkte benötigen. Die Messe wendet sich an Produktions- und Unternehmensleiter, Prozessspezialisten, Produktentwickler, Chemiker und Berater aus zahlreichen Industriezweigen, wie beispielsweise der Agrarindustrie, der Auftragsfertigung, Kosmetik, Haushalts- und Industriechemikalien, Polymere, Petrochemie, Pharma und Biotechnologie.

 

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