CO2–Recycling als Herausforderung für eine nachhaltige Chemie

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In den letzten Jahren ist das Interesse an Kohlendioxid als potentiellem Rohstoff in der Industrie zunehmend gewachsen. Neue Technologien des CO2-Recyclings sowie seine Verwendung als Grundstoff für die Herstellung von Polymeren und Kraftstoffen entwickeln sich dynamisch und mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Eine Konferenz des Nova-Instituts zum Thema „Carbon Dioxide as Feedstock for Chemistry and Polymers" am 2. und 3. Dezember in Essen stellt die neuesten Entwicklungen, aktuelle Forschungsergebnisse und Produkte führender Unternehmen vor. Die Konferenz in Essen wird eine der größten Veranstaltungen zum Thema Carbon Capture and Utilization (CCU) im Jahr 2014 sein. Bis zu 300 Teilnehmer aus Industrie und Forschung werden erwartet.

Im Gesamtkontext der CCU (Carbon Capture and Utilization) liegt ein besonderer Fokus auf dem Thema Energie aus CO2. In den letzten Jahren hat sich vor allem im Bereich der Power-to-Gas-Technologien, mit denen Kraftstoffe und Energieträger auf Basis von CO2 entwickelt und produziert werden sollen, einiges getan. Doch auch aktuelle Rahmenbedingungen zur Förderung von CO2-basierten Produkten, die Gewinnung und Aufreinigung des Ausgangsmaterials und der notwendigen Energieträger - in der Regel Wasserstoff - sowie die Verwendung von CO2 in der Chemie- und Kunststoffindustrie sind bedeutende Themengebiete der Konferenz.

Politische Rahmenbedingungen und Nachhaltigkeitsvisionen sind unabdingbar für die Entwicklung der CO2-Ökonomie. Einen Überblick zu den internationalen Aktivitäten gibt Prof. Peter Styring von der CO2Chem Initiative während der Konferenz. Zudem wird Andreas Pilzecker, Europäische Kommission, politische Rahmenbedingungen zur CCU im europäischen Kontext betrachten und Dr. Lothar Mennicken vom Bundesministerium für Bildung und Forschung wird aktuelle F&E-Förderprogramme in Deutschland vorstellen. Michael Carus vom Nova-Institut berichtet über Strategien zur Implementierung der industriellen Nutzung von CO2 und David Addison von Virgin Earth Challenge gibt Ausblicke, welche Rolle die CO2-Nutzung in einer von Nachhaltigkeit geprägten Zukunft spielen könnte.

Roger Lee von Tecnon OrbiChem schließt mit einem Überblick zur weiteren Entwicklung von CO2-basierten Chemikalien.

Im Bereich der SolarFuel- und Power-to-Gas-Technologien wurden sehr aktiv technische Voraussetzungen zur effektiven Überführung von Kohlendioxid in Kraftstoff geschaffen. In diesem Zusammenhang vermittelt die Konferenz Einblicke in Technologien zur CO2-Abscheidung und -Reinigung wie auch in die Wasserstofferzeugung. Unternehmen wie Linde Engineering, Climeworks, Sunfire und Hydrogenics Europe wie auch das europäische Forschungsprojekt Solarogenix sind hierzu vertreten. Neben Dänemarks Technischer Universität, einem Vorreiter in der Power-to-Gas-Technologie, präsentieren auch die Firmen NewCO2Fuels, LanzaTech, BSE Engineering und Phytonix Corporation ihre aktuellen Ergebnisse.

Zusätzlich zu CO2-basierten Kraftstoffen werden die Produktionsprozesse der Chemikalien und Polymere aus CO2 im Mittelpunkt stehen. Beiträge hierzu thematisieren die natürliche und künstliche Photosynthese, Chemikalien und Grundbausteine sowie Polymere und Materialien auf Basis von CO2. Weltmarktführer Novomer und Bayer MaterialScience zeigen ihre neuesten Anwendungsbereiche, während Econic Technologies, Liquid Light Corporation und Avantium die weiteren Produktionsprozesse für CO2-basierte Chemikalien darstellen werden. Dr. Derek Greenfield, Industrial Microbes, stellt die Umwandlung von CO2 in Chemikalien durch Fermentierung mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroben vor und Katy Armstrong vom UK Centre for Carbon Dioxide Utilization berichtet über das EU-Forschungsprojekt SCOT. Guido Saracco vom Polytechnikum Turin aus Italien rundet das Thema mit einer Präsentation seiner Forschungsarbeiten zur künstlichen Photosynthese in der Kraftstoffproduktion ab.

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