Es herrscht eine Art Aufbruchstimmung

  • Axel Tuchlenski, Leiter, Globale Produkt- und Anwendungsentwicklung, High Performance Materials, LanxessAxel Tuchlenski, Leiter, Globale Produkt- und Anwendungsentwicklung, High Performance Materials, Lanxess

Weltweit entstehen zurzeit innovative und vielfältige Mobilitätskonzepte und -lösungen – von elektrisch angetriebenen Autos über E-Scooter bis hin zum autonom agierenden Lufttaxi. Es herrscht eine Art Aufbruchstimmung in Verbindung mit dem Trend zum nachhaltigen Wirtschaften und dem Klimaschutz. Welche Konzepte sich langfristig durchsetzen werden, ist heute kaum absehbar und hängt nicht zuletzt von den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Abgesehen von der Elektromobilität besteht auf diesem Gebiet bisher nur wenig überregionaler Konsens.

Insgesamt bieten die Technologien aller Mobilitätsformen große Wachstumschancen. Lanxess konzentriert sich auf die Entwicklungsfelder E-Powertrain, Ladeinfrastruktur und autonomes Fahren. Für diese Bereiche bieten wir High-Performance-Kunststoffe und Verbundmaterialien, die aufgrund ihrer spezifisch einstellbaren Eigenschaften wesentliche und komplexe Anforderungen der neuen Mobilität erfüllen: Sie ermöglichen es, Bauteile wirtschaftlicher zu fertigen, machen Fahrzeuge leichter und eignen sich für wichtige Aufgaben in der Elektrik und Elektronik – z. B. als wärmeleitende Compounds für Bauteile im Wärmemanagement von kleinen und eng verbauten Geräten. Leichtbau ist und bleibt eine der wesentlichen Voraussetzungen für jede Form der Mobilität.

Im Vergleich mit allen derzeit verfügbaren Antriebsarten ist das Mild-Hybrid-Elektrofahrzeug kurzfristig gesehen die kostengünstigste Lösung, um schnell eine leichte CO2-Reduktion zu erreichen. Angetrieben wird es mit Verbrennungsmotor, die Rückgewinnung der Bremsenergie ermöglicht ein Betreiben der Nebenverbraucher wie der Klimaanlage, ohne dass der Motor läuft. Nach Studien von Lanxess werden im Jahr 2035 etwa 90 % der Neuzulassungen elektrifiziert sein – etwa mit einem Mild-Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder reinem Elektroantrieb. Allerdings wird der größte Teil der Neuzulassungen mit rund 80 % immer noch einen Verbrennungsmotor haben. Langfristig setzen sich nach unseren Erhebungen Plug-in-Hybride und reine Batterie-Elektrofahrzeuge durch, die lokal 50 bis 75 % bzw.

100 % CO2-Emissionen einsparen.
Die Transformationsphase vom Verbrenner zum „Stromer“ zwingt die gesamte Automobilindustrie einschließlich der Zulieferer, neue Wege zu beschreiten. Die Anforderungen an neue Anwendungen sind teilweise noch unklar oder müssen geschärft werden. Kunststoffe werden daher immer komplexer, um alle Anforderungen zu erfüllen. Hybridfahrzeuge etwa haben kaum noch freien Bauraum, da neben dem Verbrennungsmotor auch der Elektroantrieb Platz benötigt. Hier sind integrierte Komponenten und Baugruppen unerlässlich.

Anforderungen von Kunden und Entwicklungspartnern aus verschiedensten Industrien können mit den vorhandenen technischen Kunststoffen oft heute schon bedient werden. Häufig müssen elektrische Eigenschaften oder Flammschutz, Steifigkeit, Zähigkeit, Maßhaltigkeit und Wärmeleitung jedoch neu miteinander kombiniert werden. Oftmals entsteht dadurch ein Spannungsfeld: Die Verbesserung einer Eigenschaft bringt möglicherweise eine Verschlechterung einer anderen mit sich. So erfordern z. B. wärmeleitfähige Kunststoffe einen hohen Füllstoffgehalt, der aber die Verarbeitbarkeit erschwert. Lanxess bietet speziell hierfür entwickelte Hochleistungskunststoffe an.

Neue Materialien für die verschiedenen Antriebskonzepte der E-Mobilität sind ferner orange eingefärbte, wärmestabilisierte Compounds für Hochvoltanwendungen, z. B. Konnektoren, oder Werkstoffe, die in der Umgebung von stromführenden Metallteilen eingesetzt werden können, ohne Elektrokorrosion zu verursachen. Dies wird z. B. bei „Cell Spacern benötigt. Weitere Beispiele sind halogenfrei flammgeschützte Materialien für Bauteile wie Zellhalter oder Endplatten von Batterien.

Weiterhin ist das Thema Leichtbau sehr wichtig. Wir konzentrieren uns dabei auf die innovative Hohlprofil-Hybridtechnik und Thermoplast-Composites der Marke Tepex. Unser Verbundwerkstoff etabliert sich im strukturellen Leichtbau immer mehr in der Großserie. Anwendungsbeispiele sind hier Sitzschalen oder integrierte Frontendträger aus Tepex, die eine exzellente Crash-Festigkeit aufweisen.
Für das wirtschaftliche Blasformen von Bauteilen für wasserstoff- und erdgasbetriebene Fahrzeuge haben wir mit unseren Kunden Liner für Tanksysteme entwickelt. Speziell für diese Anwendung bieten wir sehr leistungsfähige Compounds an.

Autor(en)

Kontaktieren

LANXESS Deutschland GmbH
Kennedyplatz 1
50569 Köln
Germany
Telefon: 0221 8885 0

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.