Hightech-Wirkstoffe auf pflanzlicher Basis

Die Entwicklung leistungsstarker Wirkstoffe für Haut und Haar in Kooperation mit externen Partnern

  • Die Epigenetik kann Aktivitäten von Genen gezielt beeinflussen, ohne deren DNA zu verändern.Die Epigenetik kann Aktivitäten von Genen gezielt beeinflussen, ohne deren DNA zu verändern.
  • Die Epigenetik kann Aktivitäten von Genen gezielt beeinflussen, ohne deren DNA zu verändern.
  • Im Labor in Pulnoy/Frankreich entwickeln BASF-Experten bioaktive Substanzen auf pflanzlicher Basis.
  • Rund 60% unserer Zellen bestehen aus Bakterien, Hefen, Pilzen und Viren. Hier: das Bakterium Staphylococcus epidermidis.
  • Torsten Clarius, Business Development Manager Actives, BASF Care Creations, Monheim am Rhein
Um neue Wirkstoffe für Haut- und Haarpflegeprodukte zu entwickeln, hat die Geschäftseinheit Personal Care der BASF im Jahr 2017 drei Innovationsplattformen aufgebaut. Gemeinsam mit externen Partnern untersucht das Unternehmen z. B. die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die Genaktivität von Hautzellen, oder arbeitet an Lösungen, um den Erhalt einer gesunden Mikroflora auf unserer Haut zu unterstützen.

Damit sie im Markt für Haut- und Haarpflegeprodukte erfolgreich bleiben, müssen Markenhersteller Zeitgeist und sich wandelnde Verbraucherwünsche im Blick behalten und sich durch leistungsstarke Produkte von der Konkurrenz abheben. BASF hat im Jahr 2017 drei Innovationsplattformen etabliert, um in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen zukunftsweisende Wirkstoffe zu erforschen und damit Hersteller bei der Entwicklung ihrer Produkte zu unterstützen.

Epigenetik: Wechselspiel mit dem Erbgut  

Große Chancen werden dabei in Inhaltsstoffen gesehen, die Hautzellen neu programmieren können, ohne die Erbinformation selbst zu verändern. Im Rahmen der Forschungsplattform für Epigenetik arbeitet BASF mit externen Experten zusammen, um herauszufinden, wie die Aktivität von bestimmten Genen gezielt beeinflusst werden kann, um so genetische Veränderungen, die durch den Alterungsprozess oder durch Umwelteinflüsse verursacht werden, zu regulieren. 
Zu den ersten Wirkstoffen aus dieser Kooperation gehört ein Ex­trakt aus Majoranblättern. Er wirkt auf Fibroblasten, also Zellen des Bindegewebes, die eine wichtige Rolle bei der kontinuierlichen Haut­erneuerung spielen. Ihre Vitalität und damit die Fähigkeit, wichtige strukturbildende Substanzen in der Haut aufzubauen, nimmt u. a. durch epigenetische Veränderungen ab. Die Fibroblasten bilden weniger Kollagen, was ein Nachlassen der Hautdichte, Spannkraft, Elastizität und Festigkeit nach sich zieht. Der Majoranblattextrakt kurbelt die Vitalität der Fibroblasten an, der Haut wird mehr Kollagen zur Verfügung gestellt, sie wird dadurch wieder dichter, fester und wirkt verjüngt.

„Große Chancen werden dabei in Inhaltsstoffen gesehen,
die Hautzellen neu programmieren können…“


Mikrobiom: Bakterien in Balance
Vielversprechend für die Pflege der Haut sind auch Inhaltsstoffe, die auf Mikroorganismen wirken – denn fast 60 % der Zellen in und auf unseren Körpern sind nicht menschlich, sondern Bakterien, Hefen, Pilze und Viren.

Die Zusammensetzung dieser Organismen – in ihrer genetischen Gesamtheit als Mikrobiom bezeichnet – ändert sich ständig, abhängig z. B. von Hauteigenschaften wie Feuchtigkeit, pH-Wert, Lipiden und Proteinen sowie Umgebungsfaktoren wie Temperatur und Sonneneinstrahlung. 

Schon seit längerem werden z. B. Präbiotika zur Behandlung atopischer Haut und Probiotika zur Behandlung von Akne genutzt. Dies ist das aber erst der Anfang – deshalb widmet sich der Konzern mit einer Innovationsplattform der Entwicklung von Lösungen, die auf oder durch Mikroorganismen wirken. Im Labor untersuchen interne und externe Forscher mit modernsten Technologien und Methoden Bakterien, die unsere Haut vor der Besiedelung durch krankheitserregende Mitbewohner schützen und so eine gesunde Haut sicherstellen können. Welche Bakterien eine schädigende oder positive Wirkung haben, kann von Person zu Person stark variieren. Einer der neuesten Wirkstoffe aus der Mikrobiomforschung berücksichtigt diese Individualität und unterstützt die hauteigene Abwehr dabei, „gute“ von „bösen“ Bakte­rien zu unterscheiden.

Extraktion: Die Kraft der Pflanzen

Die dritte Innovationsplattform konzentriert sich auf die Extraktion pflanzlicher Substanzen – ein Feld, auf das sich das Unternehmen schon seit langem spezialisiert hat und das einige der erfolgreichsten Wirkstoffe für Haut- und Haarpflegeprodukte hervorgebracht hat. Um die Kompetenz weiter auszubauen, arbeitet BASF mit Experten der Technologietransferstelle SATT Nord von der französischen Universität Reims zusammen. Das Ziel ist es, bioaktive Substanzen zu entwickeln, die den Bedarf nach wirksamen, aus natürlichen Rohstoffen gewonnenen Produkten im stark regulierten Markt­umfeld bedienen. 
Zu den ersten Wirkstoffen der Plattform gehören ein aus Flachs gewonnener Extrakt, der Zelldifferenzierung und Dicke der menschlichen Oberhaut stimuliert und den Wasserhaushalt der Haut stärkt, und ein Extrakt aus Annattostrauch-Samen, der Talgdrüsenaktivität, Porengröße und Hautunregelmäßigkeiten verringert. Aus den Fruchtschalen, Blättern und Samen des südost­asiatischen Rambutan-Baums gewinnt BASF in Kooperation mit Partnern in Vietnam mehrere Wirkstoffe, die der Haut Feuchtigkeit spenden, den Alterungsprozess verzögern oder Haare vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen.

„Vielversprechend für die Pflege der Haut sind auch
Inhaltsstoffe, die auf Mikroorganismen wirken.“


Kooperationen für künstliche Haut
Nicht nur im Rahmen der Innovationsplattformen arbeitet BASF eng mit externen Partnern zusammen, sondern z. B. auch bei der Verbesserung von künstlichen und natürlichen Gewebemodellen. Diese werden zunehmend bei der frühen Erprobung neuer kosmetischer Inhaltsstoffe für Hautpflegeanwendungen genutzt. Mit dem französischen Unternehmen Poietis wird seit 2015 das Hautäquivalent Mimeskin weiterentwickelt. Die 3D-lasergestützte Bioprint-Technologie von Poietis erlaubt, organisches Gewebe zu reproduzieren und Hautzellen präzise in dieses Modell einzusetzen. In nur zwei Wochen entstehen so vollständig gedruckte Hautäquivalente, deren mechanische und metabolische Funktionen den Bedingungen echter Haut sehr nahekommen. Sie ermöglichen es, die Wirksamkeit kosmetischer Wirkstoffe genau zu untersuchen – z. B. des auf der Epigenetikplattform entwickelten Majoranblattextrakts. Die Zusammenarbeit mit Poietis wurde 2017 verlängert. Das Ziel ist es, die komplexe Hautstruktur des Menschen noch besser nachzubilden und dem Hautäquivalent neue Zelltypen hinzuzufügen. 
Auch mit dem Zelltherapie-Forschungsinstitut CTIBiotech kooperiert der Konzern eng. Gemeinsam konnte man im letzten Jahr nach zwei Jahren Forschung menschliche Talgdrüsen in einer Langzeitkultur untersuchen und die Regulierung der Talgproduktion durch kosmetische Wirkstoffe nachweisen. Talgdrüsen sind für Gesundheit und Erscheinungsbild der Haut sehr wichtig, denn sie sondern das ölige bis wachsartige Sebum ab, das Haut und Haare weich und geschmeidig hält und vor Umwelteinflüssen schützt. Dieses Verständnis vom Stoffwechsel der Talgdrüse liefert die Basis für die Entwicklung und Erprobung fortschrittlicher kosmetischer Biowirkstoffe für Hautpflegeanwendungen. Mit der neuen 3D-Technologie für humane Talgdrüsen von CTIBiotech können die Funktion von Talgdrüsen im Zusammenhang mit einer Reihe altersbedingter, mikrobieller und entzündlicher Hauterkrankungen besser untersucht und Hautmodelle weiter verbessert werden. Die Technologie hilft dabei, schneller innovative und zuverlässige Inhaltsstoffe für den Hautpflegemarkt zu entwickeln.

Nachhaltige Rohstoffgewinnung
Die Nutzung neuester technischer Innovationen ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Hautphysiologie und zur Entwicklung von Haut- und Haarpflege­wirkstoffen. Gleichzeitig erkennen die zunehmend vernetzten und informierten Verbraucher aber auch die Bedeutung sozialen Engagements der Unternehmen und nachhaltiger Rohstoffgewinnung – ein Trend, der sich im stark wachsenden Naturkosmetikmarkt widerspiegelt. Schon 2005 war BASF mit dem Argan-Programm, bei dem aus Abfallprodukten der Arganöl-Pressung kosmetische Wirkstoffe hergestellt werden, Pionier nachhaltiger Konzepte. Ein Teil des Gewinns kommt dabei den marokkanischen Landarbeitern zugute. Mit der Zertifizierung der ersten organischen Rambutan-Gärten in Vietnam wird ein neues Kapitel im Bereich nachhaltiger Rohstoffgewinnung geöffnet, das in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden wird. Rambutan ist ein in Südostasien beheimateter naher Verwandter der Litschi. Auch hier sind fairer Handel, überdurchschnittliche, geschlechterneutrale Entlohnung und hohe Standards bei der Arbeitssicherheit Grundlage des Programms. Zwei Haut- und ein Haarpflegewirkstoff aus bisher nicht genutzten Pflanzenteilen führen als erste Ergebnisse dieser Initiative Nachhaltigkeit und High-Tech-Forschung zusammen. Weitere Produkte sind geplant.

 

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BASF Personal Care and Nutrition GmbH
Rheinpromenade 1
40789 Monheim
Germany
Telefon: +49 2173 4995 222
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