Wie alt ist unser Unternehmen?

  • Horst Theumer, Leiter Personal & ­Administration, Syngenta AgroHorst Theumer, Leiter Personal & ­Administration, Syngenta Agro

Der demografische Wandel ist in aller Munde. Mögliche Maßnahmen, ihm zu begegnen, werden vielfach diskutiert. Doch nur eine Altersstrukturanalyse kann Aufschluss über die, unternehmensspezifischen Risiken und über sinnvolle Maßnahmen geben. Dr. Andrea Gruß sprach darüber mit Horst Theumer, Leiter Personal & Administration bei Syngenta Agro.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Ihr Unternehmen?

H. Theumer: In Deutschland arbeiten ca. 200 Mitarbeiter für Syngenta Agro, davon 90 bis 100 am Standort Maintal. Maintal ist zentraler Marketing- und Verkaufsstandort des Unternehmens für Deutschland, Österreich und die skandinavischen Länder im Pflanzenschutzgeschäft.

Inwieweit sind Sie vom demografischen Wandel betroffen?

H. Theumer: Wir haben bereits vor vier Jahren ein Personalentwicklungskonzept für unsere Mitarbeiter in Deutschland erstellt und im Zuge dessen auch unsere Altersstrukturentwicklung analysiert - unabhängig vom heute gültigen Chemie-Tarifvertrag zur Lebensarbeitszeit und Demografie. Die Analyse ergab, dass uns im Laufe der nächsten zehn bis 15 Jahre eine Überalterung unserer Mannschaft bevorstand. Wir haben infolgedessen Maßnahmen eingeleitet, um eine „Verjüngung" einzuleiten, unsere Mitarbeiter fit zu halten und einem drohenden Know-how-Verlust entgegenzuwirken.

Wie sieht die heutige Altersstruktur aus?

H. Theumer: Das Durchschnittsalter liegt bei 45. Bereits heute sind ungefähr ein Drittel unserer Mitarbeiter in Altersklassen über 50. Eine Ursache für diese Altersverteilung war unser Geschäftswachstum in den 80er Jahren. In dieser Zeit haben wir unsere Mannschaft insbesondere auch im Außendienst ausgebaut, die aufgrund der geringen Fluktuationsrate von etwa 2 % größtenteils noch heute für uns tätig ist.

Welche Maßnahmen haben Sie eingeleitet?

H. Theumer: Seit dem Jahr 2002 veranstalten wir einen Health Safety and Environment (HSE) Tag mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Begonnen haben wir dem Thema Ernährung und einer Rückenschule. In anderen Jahren standen Stress und Stressentlastung im Fokus. Hier wurden u. a. Tai Chi und Yoga angeboten. Nach den HSE-Tagen haben sich Gruppen gebildet, die die Angebote auch weiterhin nach Feierabend praktizierten. Für sie haben wir z. B. einen professionellen Yogatrainer engagiert. Auch Fahrsicherheitstrainings standen auf dem Programm, um die Mitarbeiter fit zu halten. Denn gerade bei ­unseren Mitarbeitern im Außendienst ist die Fahrbelastung sehr hoch. Sie fahren im Minimum 50.000 km pro Jahr. 2009 haben wir am HSE-Tag einen bunten Mix an Programmpunkten angeboten, beginnend bei Ergonomie im Büroalltag bis hin zum Stressmanagement und Erste-Hilfe-Training.

Was tun Sie über gesundheitsfördernde Maßnahmen hinaus, um der veränderten Altersstruktur zu begegnen?

H. Theumer: Wir schauen uns die Altersstruktur in einzelnen Bereichen an. Welche Funktionen sind besonders betroffen? Wo gibt es besonders viele ältere Mitarbeiter? Wo kommen in den nächsten fünf Jahren mehrere Mitarbeiter ins Rentenalter? Dann setzen wir gezielt Maßnahmen um. Das können Altersteilzeitprogramme sein, spezielle Fort- oder Weiterbildungen für ältere Beschäftigte oder auch Einsätze als Coachs oder in Tandems, bei denen ältere Mitarbeiter ihre Erfahrung an jüngere weitergeben. So gewährleisten wir, dass unsere Mitarbeiter möglichst lange fit bleiben und dem Unternehmen kein Know-how verloren geht. Zudem wurde ein Hochschulmarketing-Programm eingeführt, das junge Mitarbeiter in unser Unternehmen bringt.

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