Beratungsunternehmen T.A. Cook erklärt, warum digitale Plattformen die Industrie revolutionieren werden

Direktor Uwe Sahl ist Teil der Interaktionsgruppe „digitale Plattformen“ des Vereins 4. OPMC

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  • Uwe Sahl ist als Direktor bei T.A. Cook verantwortlich für internationale Organisations- und IT-Projekte in der Prozess- und Versorgungsindustrie.

Die Marschroute angesichts der internationalen Konkurrenz ist klar: Schluss mit Reden über den digitalen Wandel, Zeit zum Handeln! Um die digitalen Ziele zu erreichen, setzt der von Industrievertretern gegründete Verein 4.OPMC auf mehr Kooperation zwischen Konzernen – und mit branchenfremden Start-ups. Beim „Unkongress“ in Essen Anfang Oktober trafen die Etablierten auf die jungen Wilden. Ein Ziel: Durch den Austausch das vorhandene Innovationpotenzial in die Anlagen bringen. Das Beratungsunternehmen T.A. Cook  gehörte als eines der neuesten Mitglieder im 4.OPMC zu den Teilnehmern. Senior Manager Uwe Sahl ist Teil der Interaktionsgruppe „digitale Plattformen“. Im Gespräch mit Oliver Pruys schildert er seine Eindrücke vom Unkongress und erklärt, warum digitale Plattformen die Industrie revolutionieren werden.

CHEManager: Herr Sahl, nach zwei Tagen Unkongress: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
U. Sahl: Zwei Dinge fallen mir bei fast allen Branchentreffen immer wieder auf. Die gesamte Prozessindustrie arbeitet an drei großen Themen: digitale Plattformen, mobile Lösungen und die Verbindung von OT und IT, also die Zusammenführung von Maschinen- und Produktionsdaten mit SAP oder anderen Engineer­ing-Systemen. Außerdem: Beim Großteil solcher Kongresse sitzen fast nur Technik- und IT-Experten zusammen. Gleichzeitig wird aber betont, dass über den Erfolg der Digitalisierung zu siebzig bis achtzig Prozent  der Faktor Mensch entscheidet. Das passt nicht zusammen. In vielen Projekten werden achtzig Prozent des Budgets für Technologie ausgegeben, nicht für Mitarbeitertrainings oder Ähnliches. Bei der Digitalisierung wird dieses Vorgehen noch nicht ausreichend berücksichtigt, um den Wandel erfolgreich zu gestalten.  

Welche Rolle kann der Verein 4.OPMC bei diesem Wandel spielen?
U. Sahl: Mit 4.OPMC wollen wir alle Beteiligten miteinander ins Gespräch bringen. Nur wenn wir uns austauschen, können wir den Fokus auf die Menschen lenken. Von der Politik über Wirtschaft und Wissenshaft bis hin zu Start-ups und Nachwuchsfachkräften sollen alle einbezogen werden.

Wir haben uns an den beiden Tagen mit Fragen beschäftigt: An welchen konkreten Maßnahmen und Projekten die einzelnen Unternehmen gerade? Was sind die Trends? Auf dieser Basis entstehen dann die Interaktionsgruppen, in denen wir die wichtigsten Themen intensiver diskutieren. Aber eben nicht nur industrieintern und technologiegetrieben, sondern mit Wissenschaft und Forschung, mit Start-ups, mit den Dienstleistern und Beratern. Durch diese Vielzahl an Perspektiven ist der Mehrwert deutlich höher.

Sie gehören zur Interaktionsgruppe „digitale Plattformen“. Warum gerade dieses Thema?
U. Sahl: Ganz einfach: Weil es innerhalb der Digitalisierung noch einmal ein ganz neues Thema ist, das völlig neue Möglichkeiten im Bereich der unternehmensübergreifenden Kooperation bietet. Durch solche Plattformen können Unternehmen ganz andere Organisations- und Prozessmodelle entwickeln. Durch meine Projektarbeit weiß ich, dass es kein theoretisches Thema ist, sondern für die Unternehmen eine extrem hohe Relevanz hat. Egal welches große Chemieunternehmen Sie fragen: Alle befassen sich aktiv mit solchen Austauschplattformen. Es gibt sogar schon erste Prototypen, die getestet werden.

Warum sind die Plattformen so wichtig?
U. Sahl: Weil Sie intern und extern den Daten- und Informationsaustausch erheblich erleichtern. Stellen Sie sich ein großes Unternehmen aus der Prozessindustrie vor. Engineering, Operations, alle Bereiche arbeiten in vielen Fällen in ihren Silos, mit eigenen Daten. Per digitaler Plattform können sie diese Daten übergreifend bereitstellen, vom Bau einer Anlage über den gesamten Lebenszyklus. Bisher stammt ein Großteil der Engineering-Informationen immer noch vom Papier.
Ich habe das erst kürzlich erlebt. Statt einer digitalen Übergabe hat der Kunde nach Fertigstellung einer neuen Anlage jede Menge Ordner in die Hand gedrückt bekommen. Alles musste zunächst manuell erfasst werden. Ich würde schätzen, dass die Informationsweitergabe in solchen Fällen bei fünf bis zehn Prozent liegt. Wenn Sie durch eine Plattform diese Daten in hoher Quantität und Qualität zur Verfügung stellen können, können Sie Aufwand und Dauer einer Inbetriebnahme erheblich reduzieren. Das gilt auch extern.
Wer als Engineer arbeitet, hat in der Regel mit EPC-Kontraktoren zu tun. Natürlich wünscht man sich da bei der Anlagendokumentation oder ähnlichen Fachthemen, dass die Kontraktoren die Daten durch ein Portal oder über eine Plattform gleich so anliefern, dass ich direkt Zugriff darauf habe. Durch den digitalen Austausch lassen sich sämtliche Schnittstellen – und damit am Ende die Prozesse – deutlich verbessern.

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