Infraserv Logistics entwickelt die Verkehrsinfrastruktur im Industriepark Höchst weiter

Für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind dringend Investitionen in Verkehrswege notwendig

  • Im Industriepark Höchst ermöglichen zwei große Portalkräne den Containerumschlag. © Infraserv HöchstIm Industriepark Höchst ermöglichen zwei große Portalkräne den Containerumschlag. © Infraserv Höchst
  • Im Industriepark Höchst ermöglichen zwei große Portalkräne den Containerumschlag. © Infraserv Höchst
  • Lagerkapazitäten werden am Standort weiterentwickelt. © Infraserv Höchst

Schon die Gründerväter der „Farbwerke Meister, Lucius & Brüning“, dem Vorgänger der späteren Hoechst AG, wussten Logistik-Vorteile zu schätzen. Die günstige Lage an der alten Handelsstraße zwischen Frankfurt und Mainz sowie die Nähe zum Main als Wasserlieferant, aber auch als Verkehrsweg war sicherlich mit ausschlaggebend, dass die Produktionsanlagen der „Theerfarbenfabrik“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Areal des heutigen Industrieparks Höchst errichtet wurden. Eine weise Entscheidung, von der der Standort auch mehr als 150 Jahre später noch profitiert.

Im Herzen des Rhein-Main-Gebiets gelegen verfügt der Industriepark über exzellente Anbindungen an das Fernstraßennetz und einen eigenen Anschluss an das Schienennetz der Deutschen Bahn. Die große Hafenanlage und die Nähe zum Frankfurter Flughafen, nur wenige Autominuten entfernt, sind weitere Logistik-Pluspunkte, die den Forschungs- und Produktionsstandort für international agierende Unternehmen so attraktiv machen. Aber: Die allgemeinen Probleme der Logistik-Infrastruktur betreffen auch den Industriepark Höchst.

Schwerlastverkehr
So beeinträchtigen die Einschränkungen, die es im Fernstraßennetz gibt, den Schwerlastverkehr und somit auch die Erreichbarkeit des Industrieparks. Der erhebliche Sanierungsstau, gerade in Bezug auf Brückenbauwerke, macht Umwege erforderlich und bringt Verzögerungen mit sich. Zwar hat der IP Höchst auch hier aufgrund der zentralen Lage und des im Vergleich zu anderen Regionen sehr dichten Fernstraßennetzes im Rhein-Main-Gebiet noch Vorteile gegenüber anderen Standorten, doch insgesamt ist der Zustand der Autobahnen für den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht akzeptabel. „Andere Nationen investieren deutlich mehr in die Instandhaltung und den Ausbau der Verkehrswege“, sagt Thomas Schmidt, Geschäftsführer von Infra­serv Logistics. Die Tochtergesellschaft des Industrieparkbetreibers erbringt an diesem und bundesweit drei weiteren Standorten viele Logistik-Services für Chemie- und Pharma-Unternehmen. Die sichere Lagerung, insbesondere von Gefahr- und pharmazeutischen Wirkstoffen sowie der flexible Umschlag und Transport von Waren sind ihr Kerngeschäft.

Zusätzlich werden Dienstleistungen in den Bereichen Distributions- und Gefahrgutmanage­ment, Zollabwicklung sowie Schulungen und Beratungsdienstleistungen im GMP- und Gefahrgutumfeld angeboten. Das Unternehmen beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2018 einen Umsatz in Höhe von rund 79 Mio. EUR.

Schienenverkehr
Auch im Schienenverkehr sieht Thomas Schmidt Investitionsbedarf: „Es gab in der Vergangenheit einige Male massive Engpässe, wenn wichtige Verbindungen nicht genutzt werden konnten. Auch vor dem Hintergrund der Diskussion, wie Transportkapazitäten von der Straße auf umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagert werden können, sollten Investitionen in das Streckennetz der Bahn oberste Priorität haben.“ Das Gleisnetz im Industriepark Höchst ist 57 km lang. Viele der rund 120 Produktionsanlagen können direkt mit Bahnkesselwagen angefahren werden, um Rohstoffe und Produkte zu transportieren. Infraserv investiert permanent in die Instandhaltung und die Weiterentwicklung des standort­internen Schienennetzes.
Wobei auch Infraserv Logistics Herausforderungen zu bewältigen hat. „Wir suchen kontinuierlich neue Mitarbeiter für den Bahnbetrieb“, berichtet Dr. Klaus Alberti, Geschäftsführungs-Kollege von Thomas Schmidt bei Infraserv Logis­tics. „Vor allem bei Lokführern ist der Bedarf groß.“ Durch neue Wege bei der Rekrutierung und verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen ist es dem Unternehmen gelungen, zusätzliches Personal einzustellen. Aber Zurücklehnen wollen sich Thomas Schmidt und Dr. Klaus Alberti deswegen nicht. „Der Fachkräftemangel und der demographische Wandel wirken sich auch in der Logistik stark aus“, so Dr. Alberti. „Deshalb müssen wir als Logistik­unternehmen besonders aktiv sein, um neue Mitarbeiter für uns gewinnen zu können.“ Hier hat Infraserv Logistics einen wertvollen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen: Zur Infraserv Höchst-Gruppe gehört auch Provadis, Hessens größter Aus- und Weiterbildungsdienstleister, der für über 100 Kunden aktiv ist und junge Menschen in mehr als 40 verschiedenen Berufen ausbildet.
Provadis besetzt pro Jahr rund 400 Ausbildungsplätze und ist über die Grenzen der Rhein-Main-Region bekannt, so dass alljährlich mehrere tausend Bewerbungen bei dem „Fachkräfte-Entwickler der Industrie“ eingehen. Davon profitiert natürlich auch die Infraserv Logistics GmbH, die verschiedene Ausbildungsberufe anbietet.

Schiffsverkehr
Der 4,6 km² große Industriepark wird durch den Main geteilt. Am südlichen Mainufer befindet sich der Trimodalport, die Hafenanlage des Standortes, die eine optimale Vernetzung der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasserstraße ermöglicht. Zwei große Portalkräne ermöglichen den Containerumschlag von bzw. auf Lkw, Schiff und Schienenfahrzeug. Viele für die produzierenden Unternehmen wichtige Rohstoffe erreichen den Standort über den Fluss, viele Produkte gehen per Schiff in Richtung Kunde. Auch beim Schiffsverkehr kommt es immer wieder zu Problemen. Die Niedrigwasser-­Phasen der vergangenen Jahre brachten erhebliche Einschränkungen mit sich, die für einige andere Standorte Produktionsausfälle zur Folge hatten. Hier machte sich die gute logistische Infra­struktur wieder als Kundenvorteil bemerkbar, denn die Auswirkungen dieser Situation konnten durch eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger und mit Unterstützung des Logistik-­Dienstleisters abgemildert und die Kunden vor größeren Ausfällen bewahrt werden. Doch das nächste Niedrigwasser kommt bestimmt und unabhängig von der konkreten Situation an einzelnen Standorten ist die gegenwärtige Situation für viele Unternehmen unbefriedigend. „Hier ist die Politik gefordert“, sagt Thomas Schmidt. „Ich bin sicher, dass Lösungen gefunden werden können, die eine verlässlichere Verfügbarkeit der Wasserstraßen ermöglichen und gleichermaßen umweltverträglich sind.“ Auch der Ausbau von Wasserstraßen kann zum Klimaschutz beitragen: Jedes Tankschiff ersetzt bspw. ca. 60 Straßentankwagen, so dass mit einer Verlagerung von Transportkapazitäten auf Wasserstraßen eine deutliche Reduzierung von verkehrsbedingten CO2-Emissionen verbunden ist. In Höchst wird daher auch in den Ausbau der Hafenanlage investiert, um die Infrastruktur noch leistungsfähiger zu machen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Anteil des Schiffsverkehrs am Gesamtaufkommen in der Standortlogistik steigen kann.
Darüber hinaus entwickelt Infra­serv Logistics auch die Lagerkapazitäten am Standort weiter. Derzeit laufen die Planungen für den Neubau eines Gefahrstofflagers, in den Infraserv einen zweistelligen Millionenbetrag investieren wird. „Der Bedarf an Kapazitäten für die Gefahrstofflagerung ist sehr groß“, erklärt Dr. Klaus Alberti. „Mit dem hochmodernen Neubau erfüllen wir höchste Ansprüche in Bezug auf Sicherheit und Effizienz wir verbessern die Qualität der Services für unsere Kunden und steigern gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit als Logistik-Dienstleister für die Chemie- und Pharmaindustrie.“

Kontaktieren

Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Industriepark Höchst, Gebäude C 770
65926 Frankfurt am Main

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