InfraServ Wiesbaden sieht sich auf dem Weg zum Industrie-4.0-Anbieter

Industrieparkentwickler rüstet sich für die digitale Zukunft

  • ISW-Technik bietet Kunden den Einsatz von VR-Brillen, um Planungsentwürfe für Anlagen und Gebäude virtuell bewerten und verbessern zu können. © InfraServ WiesbadenISW-Technik bietet Kunden den Einsatz von VR-Brillen, um Planungsentwürfe für Anlagen und Gebäude virtuell bewerten und verbessern zu können. © InfraServ Wiesbaden
  • ISW-Technik bietet Kunden den Einsatz von VR-Brillen, um Planungsentwürfe für Anlagen und Gebäude virtuell bewerten und verbessern zu können. © InfraServ Wiesbaden
  • Illustration von Smart Maintenance: Über moderne Sensorik werden Maschinen und Anlagen überwacht und für die optimierte Steuerungen digital miteinander vernetzt. © InfraServ Wiesbaden
  • Im Industriepark Kalle-Albert sind Drohnen mit unterschiedlichen Objektiven im Einsatz, um Maschinenanlagen, Rohrleitungen oder Gebäudefassaden zu kontrollieren.  © InfraServ Wiesbaden

Prozessbeschleunigung und Effizienzsteigerung stehen im Fokus von InfraServ Wiesbaden mit seinen rund 75 zu betreuenden Firmen im Industriepark Kalle-Albert. Moderne IT-Lösungen bieten seit vielen Jahren immer neue Ansätze für schrittweise Leistungsverbesserungen seines komplexen operativen Betriebs. Quantensprünge bei der Rechnerleistung und neue Möglichkeiten der Datenanalyse in Verbindung mit selbstlernender Software bieten perspektivisch ganz neue Möglichkeiten, um auch Herausforderungen zu meistern, die bis dato unüberwindbar erscheinen.

Zum allgemeinen Industriestandard dürfte bald die kluge Instandhaltung von Maschinen und Geräten (Smart Maintenance) zählen. Ausgefeilte Sensorik und mobile Prüfgeräte erlauben schlanke Wartungsarbeiten und verkürzte Kommunikationszeiten mit Kunden. Jenseits solcher Angebote zielt InfraServ Wiesbaden längst darauf ab, die Instandhaltung unterschiedlichster Gerätschaften im Industriepark „vorausschauend“ zu organisieren (Predictive Maintenance) – und das insbesondere an neuralgischen Punkten.
So widmet sich InfraServ Wiesbaden Technik, kurz ISW-Technik, im Industriepark zuständig für Wartung und Instandhaltung großer und kleiner Maschinenparks, auch speziellen Aufgaben. Bei einem bestimmten Maschinentyp eines Kunden treten bspw. immer wieder Risse auf, die erst nach der Demontage festgestellt werden können. In einem gemeinsamen Umsetzungsprojekt mit dem Mittel­stand-4.0-Kompetenzzentrum Darmstadt (Fraunhofer LBF) soll nun eine praktikable Lösung gefunden werden. Akustische Verfahren sollen das Risswachstum im laufenden Betrieb lokalisieren. In der Folge könnten Instandhaltungsmaßnahmen frühzeitig eingeleitet und bestenfalls auch die Quelle der Schadentwicklung identifiziert und das Problem behoben werden.

KI-Konzept
In Verbindung mit neuen digitalen Optionen geht es dem Technikunternehmen jedoch um mehr: per­spektivisch können die neu gesammelten Daten als Parameter einer umfassenden, auf KI basierenden Zustandsprognose einer Anlage dienen. Voraussetzung hierfür wäre die Zusammenführung und Analyse aller für Betrieb und Instandhaltung relevanten Informationen.

Auch hierfür ebnet der Standortbetreiber den Weg: Das neue Digitalangebot „KI Konzept“ bietet hierfür die geeignete IoT-Plattform (Internet of Things).
Dieser Umgang mit Herausforderungen jenseits von Routinen verdeutlicht die Visionen, die hinter Begriffen wie Mittelstand 4.0 bzw. Industrie 4.0 stehen. Wer die damit einhergehenden wirtschaftlichen Chancen nutzen möchte, steht vor der Notwendigkeit, sich organisatorisch und strukturell passend aufzustellen.
Zu den wichtigen Voraussetzungen für Erfolg zählt eine angemessene Ressourcenbereitstellung für ein agiles Innovationsmanagement mit Fokus Digitalisierung. Die Betreibergesellschaft hat in diese Richtung Weichen gestellt, indem ein schlankes „Innovation Lab“ aufgebaut wurde, um ambitionierte Impulse für die strategische Ausrichtung des mittelständischen Unternehmens mit seinen rund 900 Mitarbeitern zu liefern. Implementiert wurde zudem der „Innovation Circle“ – regelmäßige Treffen mit Standortkunden und Kooperationspartnern, die darauf abzielen, neue Ansätze zu digitalen Lösungen zu diskutieren, Wissen und Erfahrungen austauschen und Pilotprojekte zu initiieren. Bei Letzteren wird eine schnelle und unbürokratische Realisierung von Prototypen angestrebt.

Operative Strukturen erweitert
Ebenso zielstrebig wurden und werden die operativen Strukturen erweitert und geschärft. Die Technik-Tochter ist rundum modernisiert worden – inklusive der Einrichtung neuer Werkstätten mit ausgefeilter Laser-, 3D- und Drohnentechnologie. Im Bereich der Planung von Anlagen und Gebäuden arbeitet das Unternehmen auch schon digital und schnittstellenfrei. Im Einsatz ist eine VR-Brille (virtual reality), mit der Kunden Planungsergebnisse bei virtuellen Rundgängen bewerten können. Parallel werden derzeit klassische IT-Dienstleitungen durch neue Digitalangebote mit eigenem Rechenzentrum aufgewertet. So soll Kunden im Industriepark und produzierenden Mittelständlern der Region aus einer Hand hochinnovative und digitalgestützte Dienstleistungen angeboten werden.
Der Industrieparkmanager steht für einen grundlegenden Wandel, der sich auf der unternehmensstrategischen wie auch der -kulturellen Ebene vollzieht. Unverändert stehen die Anforderungen der Kunden im Mittelpunkt. Das Unternehmen aus der hessischen Landeshauptstadt versteht sich aber nicht nur als technischer Dienstleister, sondern zusätzlich als strategischer Entwickler des Standorts, bei dessen vielfältigen Unternehmen rund 6.000 Werktätige in Lohn und Arbeit stehen.
Dabei verändert sich auch die Kommunikation mit den Unternehmen vor Ort. Es geht weiterhin um Angebote zur kontinuierlichen Verbesserung von Technik-, Logistik- oder Infrastrukturleistungen. Zunehmend wichtig wird die begleitende Beratung zu innovativen Lösungsansätzen bei der Optimierung komplexer Fertigungsprozesse – getragen von der Einschätzung, dass eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit und damit Standortsicherheit nur erhalten werden kann, wenn man sich frühzeitig neuen digitalen Horizonten öffnet. Meilensteine für diesen Perspektivenwechsel waren im Frühjahr eine IT-Hausmesse im Industriepark, bei der die neuen Digitalangebote unter dem Oberbegriff KI Konzept vorgestellt wurden. Im September folgte ein Kundentag der ISW-Technik, bei dem die Verknüpfung von High-Tech-Serviceleistungen mit neuen digitalen Schnittstellen präsentiert wurden.
Ein wichtiges Element der anhaltenden Transformation ist der Blick über den eigenen Tellerrand bzw. die Industrieparkgrenzen hinweg. Im Zeitalter beschleunigter Innovationszyklen geht es auch darum, gezielt und selbstbewusst externe Partner einzubinden, um eigene Wissens- und Kompetenzlücken zu schließen. In die Kategorie eines solchen „Open-Innovation“-Ansatzes zählt die genannte Zusammenarbeit mit Fraunhofer LBF wie auch weitere, jüngst angestoßene Kooperationen.
So wurde zur Realisierung der mobilen Auftragsabwicklung von Wartungsarbeiten im Industriepark der Schulterschluss mit MobileX gesucht. Statt Wartungsaufträge per Auftrags- und Laufzettel zu erledigen, wird seit August 2019 eine neue SAP-basierte, digitale Auftragsabwicklung in den Praxisbetrieb eingeführt. Die Techniker haben nun die Möglichkeit, ihre Leistungen mit Tablets mobil zu erfassen und in Echtzeit an Kunden zu übermitteln. Mit diesem Pilotprojekt sollen Voraussetzungen für weitere digitale Folgeprozesse geschaffen, Servicekosten gesenkt und die Dienstleistungseffizienz perspektivisch auch in anderen Bereichen verbessert werden.
Zur Weiterentwicklung der digitalen Kompetenzen und Angebote ist jüngst auch eine Kooperation mit Samson in Frankfurt verkündet worden – ein führender Anbieter von Systemlösungen im Bereich Steuerungs- und Regelungstechnik. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Weiterentwicklung einer IIoT-Plattform (Industrial Internet of Things) für die digital unterstützte Prozessoptimierung und Anlagensteuerung für mittelständische Industriebetriebe innerhalb und außerhalb des Industrieparks. Als erstes gemeinsames Pilotprojekt ist im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft vereinbart worden, die Prozesse der Biologischen Wasseraufbereitungsanlage im Industriepark Kalle-Albert zu optimieren. Erste Ergebnisse werden bereits für das Frühjahr 2020 erwartet.

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