Innovation und Chemiestandort-Services – Selbstverständlichkeit oder Kraftakt

  • Prof. Carsten Suntrop, geschäftsführender Gesellschafter von CMC², - Europäische Fachhochschule Rhein/ErftProf. Carsten Suntrop, geschäftsführender Gesellschafter von CMC², - Europäische Fachhochschule Rhein/Erft
  • Prof. Carsten Suntrop, geschäftsführender Gesellschafter von CMC², - Europäische Fachhochschule Rhein/Erft
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Am 4. und 5. April 2017 hat die 18. Handelsblatt Jahrestagung Chemie in Frankfurt stattgefunden. Der Grundtenor war eindeutig: Wir befinden uns in einer volatilen, unsicheren, komplexen und ungewissen Zeit. VUCA (Variability, Uncertainty, Complexity, Ambiguity), Innovationskraft und Kundenorientierung sind für die deutsche Chemieindustrie so wichtig wie nie zuvor, um zukunftsfähig und erfolgreich sein zu können.

Innovationen sind Produkt-, Service-, Prozess- oder weitreichende Geschäftsmodellinnovationen und insbesondere digitale Technologien ermöglichen und beschleunigen die Umsetzung. Doch was bedeutet Innovationskraft an den Chemiestandorten und wie wird ein Standort „innovativ“? Innovationskraft heißt für die Standort-Services, dass diese zum einen ihre Kunden dabei unterstützen sollen, innovativ zu sein und zum anderen selbst innovationsfähig sein müssen.

Chemiestandortkunden benötigen neben monetären Investitionen insbesondere Raum, Ideenaustausch und ein kreatives Umfeld, um Innovationen schaffen zu können. Chemiestandorte können ihren Kunden dieses Umfeld schaffen, indem sie bspw. innovative Kompetenzzentren und Plattformen für einen fachübergreifenden Wissensaustausch schaffen. Digitale Beratungsplattformen zu Genehmigungen, Sicherheitsanforderungen oder Ideenmanagement können etabliert werden. Open-Innovation-Konzepte, die Innovationsprozesse von Unternehmen öffnen und aktiv die Außenwelt einbeziehen, können initiiert werden. Wenn Standorte ihren Kunden diese Services bieten, entwickeln sie sich selbst zu Innovations- und damit zu Wachstumstreibern ihrer Kunden und haben für bereits eine Service-Innovation geschaffen.

Standort-Betreiber können aber auch in anderen Fällen innovativ werden – die Perspektive ist hierbei nicht eine einzelne Lösung, sondern die standortweite Sichtweise. Beispiele sind

  • der digitale Besucherempfang, bei dem der Besucher bspw. durch seinen Ausweis oder einen bei einer vorab Anmeldung erhaltenen QR-Code Zutritt zum Chemiestandort erhält (am Flughafen mit ähnlichen Sicherheitsanforderungen ist ein solcher digitaler Check-In bereits heute Realität)
  • die durchgängige transparente Vernetzung von Echtzeit-Daten zur Planung, Steuerung und Optimierung der logistischen Wertschöpfungsketten im Inbound- und Outbound des Chemiestandortes
  • die standortspezifischen Schulungs- und Trainingsumgebungen, welche mit Hilfe von Virtual Reality-Technologien effizienter werden, um z.B.

    das Verhalten in Notfällen zu üben

  • das Zur-Verfügung-Stellen sämtlicher Leistungsdaten für alle Standort-Services in übersichtlichen, benutzerfreundlichen mobilen Endgeräten (kostenfrei zur Verfügung stellen) zur Auswertung und Bewertung der Versorgungs-, Entsorgungs- und Instandhaltungsleistungen rund um jeden einzelnen Betrieb

Innovationen der Betreibergesellschaften werden sich wiederum auch positiv auf die Standortkunden auswirken, indem bspw. Prozesse schlanker, schneller oder kostengünstiger werden. Neuerungen müssen gemeinsam erarbeitet werden. Dafür braucht es kreative und cross-funktionale Teams, sowie ein Management, das den Mut hat zu investieren und zu lernen. Konkrete Anwendungsfälle in einzelnen Bereichen müssen gefunden und erarbeitet werden. Der Kraftakt besteht darin, alle Beteiligten für übergreifende Lösungen zu begeistern und Investitionen tätigen zu können, die nicht direkt zu einer Kostensenkung führen, sondern vorerst dazu dienen, den Chemiestandort attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten. Hierzu können auch Start-ups und Unternehmen anderer Branchen anziehen und mit den ansässigen Chemieproduzenten und Dienstleistern zusammenbringen, um das Lernen von und miteinander zu fördern. Auf diese Weise wird der Standort ein Ort für Innovationen.

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