Standorte & Services

Knapsack Cargo eröffnet im Chemiepark Knapsack ein neues Gefahrstofflager

15.08.2016 -

Aufgrund ständig wachsender Verkehrsaufkommen auf der Straße steht die Chemie vor der Herausforderung, verstärkt alternative Verkehrsträger zu nutzen und sie effizient miteinander zu verknüpfen. Das hat gleichzeitig Auswirkungen auf die Lagerung chemischer Stoffe. Die Nachfrage nach Gefahrstofflagerplätzen steigt – das ist zumindest die Erfahrung der Knapsack Cargo, die im Chemiepark Knapsack ein neues Gefahrstofflager eröffnet hat.

Noch vor wenigen Jahren kam der gelbe Phosphor per Bahnkesselwagen aus dem niederländischen Vlissingen in den Hürther Chemiepark. Doch seit der letzte europäische Hersteller seine Produktion eingestellt hat, müssen die Anlagenbetreiber am Standort den Phosphor über Hersteller aus China oder Kasachstan beziehen. Um die Rohstoffversorgung sicherzustellen, sind daher Anlagennahe Lager erforderlich. Internationale Transporte von chemischen Stoffen oder Produkten gelangen heute häufig in Containern über den Seeweg zu den großen europäischen Häfen. Die Chemiestandorte in Nordrhein-Westfalen werden dabei in der Regel von Rotterdam, Antwerpen, Amsterdam und Zeebrügge über Binnenschiffe, Schiene oder LKW angesteuert und die Waren mehrfach umgeladen, bis sie an ihrem Bestimmungsort ankommen.

Bei solch kombinierten Verkehren über Seeweg, Straße und Schiene bieten Container eine sehr hohe Flexibilität. Kein Wunder also, dass immer mehr Güter in Containern transportiert werden. Denn dieser ist nicht nur im Transport universell einsetzbar, er punktet auch durch eine hohe Umschlaggeschwindigkeit auf die verschiedenen Verkehrsträger. „Je mehr logistische Prozesssicherheit in den Lieferketten erforderlich ist, desto besser eignen sich Container als Transportmittel“, erklärt Wolfgang Urmetzer, Geschäftsführer der Knapsack Cargo (KCG). Das Unternehmen betreibt im Chemiepark Knapsack ein öffentliches Container Terminal. „Gleichzeitig ermöglicht seine Flexibilität einen Ressourcen schonenden Einsatz durch Kombination mit dem umweltverträglichen und wirtschaftlichen Verkehrsträger Binnenschiff.“ Außerdem lassen sich Container als flexible Pufferlager einsetzen.

Gefahrstoffe sicher im Container lagern

Doch bei einer Lagerung gelten für Gefahrenstoffe, wie sie in der Chemie häufig benötigt werden, besondere Regelungen. Um seinen Kunden zu ermöglichen, die Vorteile von Containern in unmittelbarer Nähe zu ihren Produktionsanlagen zu nutzen, hat KCG ein Gefahrstofflager für Tankcontainer errichtet. Hier können nun feste und flüssige Gefahrstoffe nach TRGS 510 (TRGS: Technischen Regel für Gefahrstoffe) verschiedener Klassen sicher aufbewahrt werden. Das neue Lager innerhalb des 12.000 m² großen Areals besitzt eine Kapazität von 144 Ladeeinheiten mit insgesamt max. 4.220 t, die sich auf neun Lagertassen verteilen.

Es verfügt über hochmoderne Sicherheitstechnik, wie bspw. eine Leckage-Erkennung, Brandmeldeanlage, eine Video-Überwachung zur Rauch-Detektierung mit direkter Anbindung zum Werkschutz sowie über zwei Wassernebelkanonen. Insgesamt hat der Logistiker fast 2 Mio. EUR in den Bau des Gefahrstofflagers investiert. „Wir leisten dadurch einen Beitrag zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sowie zur Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts“, so Urmetzer. Die Nachfrage nach den Gefahrstofflagerplätzen ist hoch. Mehr als die Hälfte der Plätze waren bereits zum Baubeginn vor rund sechs Monaten vermietet. „Wir denken daher bereits darüber nach, die Kapazitäten zu erweitern sowie die Genehmigung zur Lagerung von Flüssiggas zu beantragen.“

Straßen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen

Die Planung und den Bau führte der Chemieparkbetreiber InfraServ Knapsack als ein Gesellschafter von KCG durch. Geschäftsleiter Dr. Clemens Mittelviefhaus lobte das Projekt als gleichermaßen wichtig wie auch wegweisend: „Investitionen in chemiespezifische Logistikinfrastrukturen wie etwa das neue Gefahrstofflager gewinnen angesichts des zunehmenden Straßenverkehrsaufkommens in der Region rasant an Bedeutung.“ Denn gerade in Rheinland und Ruhrgebiet gehören Staus zur Tagesordnung. Das Gefahrstofflager in Knapsack ist deshalb nicht nur über die Straße, sondern auch via Schiene direkt an den Binnenhafen Köln-Niehl angeschlossen. Dazu betreibt KCG eine eigene Zugverbindung, den Knapsack-Niehl-Shuttle, der den Kölner Norden mit dem Süden verbindet. Unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten könnte sich ein solcher Kurzstrecken-Shuttle nicht gegen LKW-Transporte behaupten. „Rund um Köln herrscht jedoch ein derart hohes Verkehrsaufkommen mit der höchsten Staurate in Deutschland, dass sich das Konzept für unsere Kunden und uns rechnet“, erläutert Urmetzer.

Der Shuttle entlastet nicht nur die Umwelt, sondern stellt sicher, dass die Waren pünktlich an den Ladestellen ankommen und der Spediteur nicht aufgrund einer verkehrsbedingten Verspätung sein vorgesehenes Ladefenster verpasst. An fünf Tagen pro Woche kann der Shuttle pro Fahrt bis zu 60 Standardcontainer transportieren. Das entspricht pro Jahr rund 30.000 LKW-Fahrten auf dem Kölner Autobahnring und einer jährlichen CO2-Einsparung von bis zu 1.450 t. „Würde man eine direkte LKW-Fahrt aus dem Seehafen Rotterdam durch einen kombinierten Transport per Binnenschiff nach Köln-Niehl und weiter per Shuttle zum Chemiepark ersetzen, ließe sich sogar der CO2-Ausstoß jährlich um bis zu 6.200 t reduzieren“, rechnet der Logistik-Experte: „Aus Umweltgesichtspunkten ist die Kombination Binnenschiff und Schiene daher die erste Wahl.“ Hinzu kommt, dass die Wasserstraßen auch noch in absehbarer Zeit ausreichend Kapazitäten besitzen, während es auf den Straßen immer enger wird und im Gleisnetz der Deutschen Bahn ebenfalls viele Engpässe und Baustellen zu beseitigen sind.

Durch den Container Terminal und das Netzwerk mit den Logistik-Partnern CTS, Neska Intermodal und RheinCargo wird ein optimaler Zugang zu den nationalen- und internationalen Logistiktransportrouten gewährleistet, frohlocken die Knapsacker. Das neue Gefahrstofflager bietet zusätzlichen Nutzen. (op)

Contact

KCG Knapsack Cargo GmbH

Industriestr. 300
50354 Hürth

+49 223348 62 43

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