„Nachhaltige Chemie kann die Welt besser machen“

Bei AkzoNobel gehört Nachhaltigkeit zur Konzernstrategie

  • 1.	Durch die Umstellung der Chlor-Alkali-Elektrolyse auf das Membranverfahren konnte auch am Standort Bitterfeld die Energieeffizienz erheblich gesteigert werden.1. Durch die Umstellung der Chlor-Alkali-Elektrolyse auf das Membranverfahren konnte auch am Standort Bitterfeld die Energieeffizienz erheblich gesteigert werden.
  • 1.	Durch die Umstellung der Chlor-Alkali-Elektrolyse auf das Membranverfahren konnte auch am Standort Bitterfeld die Energieeffizienz erheblich gesteigert werden.
  • 2.	Dank modernster Membrantechnologie, Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung und maximaler Automatisierung soll der „Manufacturing Footprint“ am Standort Ibbenbüren um rund 30% reduziert werden.

Klimawandel, endliche Ressourcen, urbane Transformation – diese globalen Herausforderungen verändern auch das Umfeld der chemischen Industrie. Nachhaltigkeit wird damit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. Der Chemiekonzern AkzoNobel hat in den vergangenen Jahren mehrfach hintereinander beim renommierten Dow Jones Sustainability Index im Sektor Chemie den ersten Platz belegt und gilt bei diesem Thema als branchenführend.

Das niederländische Unternehmen legt großen Wert auf eine effiziente, umwelt- und ressourcenschonende Produktion. Das betrifft nicht nur Produktionsprozesse wie die Chlor-Alkali-Elektrolyse. Das ganzheitliche Nachhaltigkeitsverständnis des Unternehmens erstreckt sich auf alle Abläufe von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Und umfasst auch konzernweites gesellschaftliches Engagement. „Nachhaltigkeit ist für uns die Maxime allen Handelns –­ und damit ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensziele und  Konzernstrategie“, bekräftigt Jürgen Baune, Country Director Germany und Leiter der Chlor-Alkali Aktivitäten. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen bis zu 1 Mrd. EUR investieren, um die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Prozesse weiter voranzutreiben.

Nachhaltige Chlor-Alkali-Produktion

Auch in Deutschland nimmt der Chemiekonzern eine führende Rolle bei der nachhaltigen Produktion ein. So wurde bspw. die Energieeffizienz der Chlorproduktion in den letzten 20 Jahren durch intelligente technische Verbesserungen um 60% gesteigert und somit auch der CO2-Ausstoß kontinuierlich reduziert. Einen entscheidenden Anteil daran hat die Umstellung der Chlor-Alkali-Elektrolyse auf das Membranverfahren. Die erste großtechnische Anlage in diesem Bereich hat der Konzern bereits Anfang der 80er-Jahre in Rotterdam (Niederlande) eingesetzt. 2000 folgte der Standort in Bitterfeld. Dadurch wurde neben den Arbeits- und Umweltbedingungen in der Produktion auch die Qualität der Produkte entscheidend verbessert.

Die 2014 in Frankfurt am Main neu eröffnete Chlor-Alkali-Produktion wurde von vornherein im Hinblick auf maximal möglichen Umwelt- und Gesundheitsschutz konzipiert: Trotz einer Kapazitätssteigerung um 50% konnte der „Manufacturing Footprint“ um 20% gesenkt werden.

Dank der hocheffizienten Membran-Elektrolyse und weiterer umwelt- und ressourcenschonender Technologien verbraucht das Werk rund 30% weniger Energie pro Tonne hergestellter Produkte. Es kommt ohne Quecksilber und Chlorkohlenwasserstoffe-basierte Kühlmittel aus, arbeitet mit geschlossenen Stoffkreisläufen und nutzt mehrstufige Eindampfanlagen für Lauge. Durch den Einsatz von eigens produziertem hochreinem Siedesalz entfallen außerdem 4.000 t Chemikalienabfälle bei der Solereinigung.

Innovative Technologien und Automatisierung reduzieren den „Manufacturing Footprint“

Noch bessere Resultate werden am Membranelektrolyse-Standort Ibbenbüren erwartet, der zum Ende des Jahres an den Start geht. Die Neolyse Ibbenbüren, ein Joint-Venture von AkzoNobel und Evonik, soll jährlich etwa 130.000 t Kalilauge sowie 82.000 t Chlor herstellen. Dank modernster Membrantechnologie, Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung und maximaler Automatisierung soll der „Manufacturing Footprint“ auch hier um 30% reduziert werden – unter anderem durch eine Energieersparnis die dem gesamten jährlichen Stromverbrauch der westfälischen Stadt Ibbenbüren entspricht.

In die Membrantechnologie hat der Konzern in den vergangenen 30 Jahren mehr als eine halbe Mrd. EUR investiert. In enger Zusammenarbeit mit führenden Technologielieferanten will man Elektrolyseverfahren und die chemische Produktion noch nachhaltiger, sicherer und produktiver gestalten. Dabei werden auch die Potenziale von Automatisierung und Digitalisierung ausgeschöpft. Weitere Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Reduzierung der CO2-Emissionen sieht das Unternehmen in der Nutzung sog. „strombasierter Kraftstoffe“ wie Wasserstoff. „Weiße Biotechnologie“, die Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien zur Erzeugung von Ethanol und Methanol nutzt, könnte künftig ebenfalls eine Rolle spielen.

Ganzheitliche Strategie für maximale Nachhaltigkeit und Effizienz

Die Membrantechnologie ist nur ein Baustein im Rahmen von „Planet Possible“ – der ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns. Im Rahmen dieses Konzepts hat die Firma den gesamten Lebenszyklus seiner Produkte im Fokus. Schwerpunkte bilden die Handlungsfelder Rohstoffeffizienz, Energie und Klima, Wasserverbrauch sowie die Reinerhaltung von Boden und Luft. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2050 will der Konzern ausschließlich erneuerbare Energien einsetzen und vollkommen CO2-neutral arbeiten.

Auf dem Weg dahin hat das Unternehmen bereits wichtige Schritte erreicht: So wird der weltweite Energiebedarf bereits heute zu 40% aus erneuerbaren Energien gedeckt. Fast die Hälfte der Standorte haben ihren ökologischen Fußabdruck verbessert. Die Abfallmenge je Tonne produzierter Erzeugnisse wurde um 10% gesenkt. Dank solcher Maßnahmen belegten die Niederländer im Dow Jones Sustainability Index (DJSI) der nachhaltigsten Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren vier Mal den ersten Platz.

Human Cities – Vision für Produktinnovationen

Das Bestreben, nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu finden, prägt auch das gesellschaftliche Engagement des Konzerns. Als eine der größten Herausforderungen wurde dabei die urbane Transformation ausgemacht: Bis 2050 wird die städtische Bevölkerung weltweit von 3,7 auf 6,7 Mrd. Menschen wachsen. Um diesen Prozess ökonomisch, ökologisch und sozial verträglich mitzugestalten, hat das Unternehmen die Human Cities-Initiative für lebenswertere, menschlichere Städte ins Leben gerufen und unternimmt vielfältige Aktivitäten in aller Welt – von der Verschönerung von Stadtvierteln und der Erhaltung von Bauwerken und Infrastruktur über Kunst- und Bildungsprojekte bis hin zu Sport und Freizeit. Vielfach werden damit lokale Initiativen gefördert und Menschen ermutigt, ihre Umgebung selbst mitzugestalten. Ein Beispiel ist die ‘Bridge of Hope’, eine Hängebrücke über den Ciliman River in Indonesien, die der Farbenhersteller gemeinsam mit lokalen Partners errichten ließ, um den Bewohnern zweier anliegender Dörfer eine sichere Überquerung der Schlucht zu ermöglichen.

„Etwa 60% unserer Produkte bedienen die Bereiche Bauen, Infrastruktur und Transportwesen. Human Cities ist unsere Vision von menschlichen und lebenswerten Städten, für die wir auch unsere Innovationen entwickeln“, begründet Jürgen Baune das Engagement des Chemiekonzerns für nachhaltige Stadtentwicklung: „Das treibt uns an, immer bessere Produkte und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu finden, seien es Oberflächenbeschichtungen, die den Energieverbrauch von Gebäuden senken oder Innovationen für Abfallreduktion und Kreislaufwirtschaft.“

Open Innovation und Nachwuchsförderung mit „Imagine Chemistry“

Um auf diesen Gebieten Innovationen zu generieren, setzt der Chemiekonzern neben der eigenen Forschung und Entwicklung auf Synergien mit Start-ups, Forschungsgruppen und Nachwuchswissenschaftlern: Im Rahmen der Kampagne „Imagine Chemistry“ wurden sie aufgerufen, ihre Ideen bei einem Wettbewerb einzureichen. Die Gewinner sollen dabei unterstützt werden, ihre Geschäftskonzepte umzusetzen. Mit solchen Aktivitäten sucht das Unternehmen neue Herangehensweisen in der Branche – und fördert zugleich hochqualifizierten Nachwuchs. Und das für einen guten Zweck: „Wir sind überzeugt, dass nachhaltige Chemie die Welt besser machen kann“, betont der Chemiemanager.  (op)

 

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