Stapellauf für die Bioökonomie

Fokus auf Start-ups und biobasierte Wirtschaft schärft Standortprofil des Hafens Straubing

  • Demoanlage der LXP Group in Aholfing im Landkreis Straubing © LXP Group GmbHDemoanlage der LXP Group in Aholfing im Landkreis Straubing © LXP Group GmbH
  • Demoanlage der LXP Group in Aholfing im Landkreis Straubing © LXP Group GmbH
  • Cascat-Geschäftsführer Andre Pick in seinem Labor im Technologie- und Gründerzentrum in Straubing © Cascat GmbH
  • Technologie- und Gründerzentrum im Hafen Straubing-Sand © Hafen Straubing-Sand
  • Ann-Kathrin Kaufmann, BioCampus Straubing

Häfen sind elementar für die Chemielogistik, doch nicht jeder Hafen ist zugleich Teil eines integrierten Chemieparks. Dass es auch andere Optionen gibt, als Hafenstandort für die chemische Industrie attraktiv zu sein, demonstriert der Hafen Straubing-Sand.

Vor 15 Jahren, lange vor dem fast schon hype-artigen Start-up-Trend und dem Ruf nach mehr Nachhaltigkeit begannen die Niederbayern, den Fokus auf Geschäftsideen und Investitionsprojekte aus der Bioökonomie zu legen. Damals konnte man neben dem Donauhafen und einem Gründerzentrum nur auf die Anfänge eines Wissenschaftsstandorts aufbauen.
Seither tut sich viel: Der Freistaat Bayern fördert mit über 50 Mio. EUR neue Infrastrukturprojekte wie den Bau einer Upscaling-Anlage für Prozesse der industriellen Biotechnologie direkt am Hafen. Ergänzend ist die Erweiterung von nötigen Labor- und Büroflächen geplant. Weitere Mittel fließen in den Ausbau von Forschung und Lehre: Straubing ist mit dem TUM-Campus für Biotechnologie und Nachhaltigkeit seit Ende 2017 offizieller Standort der Technischen Universität München und wird weiter wachsen.

Ein Portfolio an Unterstützungsleistungen, darunter der vom bayrischen Wirtschaftsministerium geförderte Gründerwettbewerb PlanB – Biobasiert.Business.Bayern, fügt die einzelnen Komponenten zu einem integrierten Standortprofil zusammen. Dieser Support ist wichtig: erst durch die Adressierung individueller Herausforderungen, mit denen Start-ups, aber auch etablierte Unternehmen in dem noch unsicheren Umfeld der Bioökonomie konfrontiert sind, fühlen diese sich abgeholt und treffen entsprechende Standortentscheidungen.

Drei Erfolgsgeschichten zeigen, dass das Straubinger Konzept auf verschiedene Weise funktioniert. 2012 als eine Art Start-up Business innerhalb eines internationalen Konzerns „auf der grünen Wiese“ im Hafen Straubing gestartet, dient die Sunliquid-Demonstrationsanlage von Clariant heute als Ausgangspunkt für die Kommerzialisierung des Prozesses, der mittlerweile mehrfach auslizensiert wurde. Das Biotech-Start-up Cascat kam 2015 als erste Ausgründung aus dem noch jungen Uni-Standort ins Technologie- und Gründerzentrum im Hafen.

Heute nutzen internationale Kunden ihre biologisch-chemischen Katalyse-Prozesse auf dem Weg von F&E in marktfähige, biobasierte Produkte. Die LXP Group wurde über PlanB auf Straubing aufmerksam. 2017 belegten sie im Wettbewerb Rang 2. Im Februar 2020 eröffnete das Start-up aus Brandenburg nun, unterstützt vom PlanB-Team, in Straubing einen 500-t-Demonstrator seiner Plattformtechnologie zum sanften Aufschluss von Biomassen.  Ob als verlängerte Werkbank für Innovationstransfer von Forschung in marktfähige Produkte, als Ausgangspunkt für die Demonstration und Kommerzialisierung von biobasierten Technologien, oder künftig als Scale-up Dienstleister: Straubing bietet die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen „Stapellauf“ biobasierter Ideen in verschiedensten Ausprägungen. So wird aus dem Bioökonomie-Hub an der Donau eine erste Adresse auch für die chemische Industrie.

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