VCI stellt mit Audits Nachvollziehbarkeit des Responsible-Care-Programms her

  • Dr. Gerd Romanowski, VCI Geschäftsführer Wissenschaft, Technik und UmweltDr. Gerd Romanowski, VCI Geschäftsführer Wissenschaft, Technik und Umwelt

So alt wie die Initiative selbst ist auch die Frage, wie Responsible Care nachvollziehbar und überprüfbar gemacht werden kann. Grundsätzlich steht dafür ein dreistufiges System zur Verfügung: die Selbsteinschätzung eines Unternehmens, die Überprüfung durch den jeweiligen Responsible-Care-Verband sowie die externe Überprüfung, die sog. Third Party Verification.

Bei der Umsetzung des Responsible-Care-Programms zeigt sich in Europa ein sehr unterschiedliches Bild. Einige nationale Verbände verlangen von ihren Mitgliedern von Anfang an eine Überprüfung durch Dritte. Andere haben es bei einer Selbsteinschätzung durch Unternehmen belassen. In Deutschland ging der Verband der Chemischen Industrie (VCI) einen anderen international beispielhaften Weg: Angesichts der hohen Regelungs- und Prüfungsdichte durch Kunden, Berufsgenossenschaften und Behörden verzichtete der VCI auf eine Auditierung seiner Mitglieder.

In Deutschland wird stattdessen der vom Bundesverband erstellte Responsible-Care-Bericht und die zugrunde liegende Datenerhebung und -erarbeitung überprüft. Das heißt, das deutsche Responsible Care-Programm wird auf Branchenebene überprüft, nicht aber das einzelne Mitgliedsunternehmen. 2007 bescheinigte der Umweltgutachter, Deloitte Cert, dem VCI erstmals in einem Testat, dass der Auditor in allen wesentlichen Prüfschritten auf keine Sachverhalte gestoßen sei, die im Widerspruch zu den im Bericht getroffenen Aussagen stehen würden. Die Umweltgutachter evaluierten die Methodik der Datenerhebung und validierten die Berichterstattung von Umweltdaten, zum Teil auch über umfangreiche Stichproben bei den Mitgliedsunternehmen. Außerdem wurden ausgewählte Projekte der Responsible-Care-Plattform geprüft. 2010 ging die Prüftätigkeit an den TÜV Rheinland über.

Das aktuelle Audit über das Berichtsjahr 2015 durch den TÜV ist abgeschlossen. Es umfasste neben der Datenprüfung die Teilnahme an einer VCI-Arbeitskreissitzung, in der an der Erstellung eines Leitfadens zur Sicherheitsbewertung von Fremdfirmen gearbeitet wurde. Die TÜV-Auditorin konnte sich davon überzeugen, dass qualifizierte Experten aus den Mitgliedsunternehmen das Thema eingehend bearbeiten und fundierte Handlungsempfehlungen in einem Leitfaden dokumentieren.

Unter der Lupe: Studien zu Nanomaterialien

Außerdem hat eine Auditorin das VCI-Projekt „Gesundheitliche Bewertung, Exposition und Umwelteffekte von Nanomaterialien“ näher betrachtet.

Das Projekt hat das Ziel, Klarheit in die Vielzahl einander oft widersprechender wissenschaftlicher Studien zur Exposition mit industriell hergestellten Nanomaterialien und deren möglicherweise gefährlichen Eigenschaften zu bringen. Die Auditorin konnte verifizieren, dass das Projekt von anerkannten Wissenschaftlern durchgeführt wird und Experten sowie Ministerien eingebunden sind.

Auch die Kooperation von VCI und der Kinderumwelt Gesellschaft, die kinderärztliche Beratungsstelle für Allergie- und Umweltfragen, war Bestandteil des aktuellen Audits. Hierzu hat ein Vor-Ort-Audit bei der Kinderumwelt durch den TÜV Rheinland stattgefunden. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen konnte sich der Auditor von der Unabhängigkeit ein eigenes Bild machen: Der VCI nehme keinen Einfluss auf die Aussagen und Beurteilungen der Kinderumwelt. Die Unabhängigkeit ist vertraglich festgeschrieben.

In einer zusammenfassenden Bewertung bestätigt der TÜV, dass der VCI über das Responsible-Care-Programm einen Mechanismus zur Erfassung, Bewertung und Darstellung umwelt- und sozialrelevanter Aspekte der chemischen Industrie in Deutschland zur Verfügung hat und dieses Programm kontinuierlich verbessert. Der TÜV bestätigt weiter, dass die in dem Responsible-Care- Bericht 2016 getroffenen Angaben valide und nachvollziehbar sind. Den Bericht und die Auditergebnisse finden Sie unter www.responsible-care.de.

Mit Blick auf die Erwartungen von Kunden und Anspruchsgruppen arbeitet die deutsche Chemie intensiv an einer Verbesserung der internationalen Responsible-Care-Datenerhebung mit. Denn eines ist trotz der unterschiedlichen Gepflogenheiten beim Thema Audit klar: Nur wer sein Programm nachvollziehbar und überprüfbar macht, kann auch Vertrauen gewinnen.

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