18 Länder, ein System

Unternehmensausbau erfordert SAP-Integration von Kemira-Standorten weltweit

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  • Rainer Wittwen, Consulting Director für den Bereich Secure Landscape Transformation (SLT) und Mitglied der Geschäftsführung der CBS, Corporate Business Solutions
  • Ilvonen Terhi, Kemira

Die Übernahme der Sparte Paper-Chemicals von AkzoNobel durch das finnische Chemieunternehmen Kemira im vergangenen Jahr machte die Integration der neuen Standorte - und damit ein global einheitliches SAP-System – erforderlich. Dabei setzte Kemira auf das Know-how der Heidelberger Unternehmensberatung CBS Corporate Business Solutions. Neben dem IT-Programm-Management zeichneten die CBS-Berater für den Rollout des SAP-Templates, die Migration der Daten in die SAP-Systemlandschaft sowie die Implementierung der IT-Infrastruktur verantwortlich.

Das Chemieunternehmen Kemira, mit Hauptsitz in Helsinki, bietet wasserintensiven Industrien Chemikalien und Know-how, um deren Effizienz beim Einsatz von Wasser, Energie und Rohstoffen zu erhöhen. Neben den Geschäftsfeldern Öl und Gas sowie Bergbau und Wasseraufbereitung steht die Papier- und Zellstoffindustrie im Mittelpunkt.

Um auf ausgewählten Märkten weltweit stärker präsent zu sein, akquirierte der Konzern das Papierchemikalien-Geschäft des niederländischen Unternehmens AkzoNobel und integrierte es in sein Papier und Zellstoff-Segment Kemira. Die Übernahme des Papiergeschäfts stellte Kemira vor die Herausforderung, ein einheitliches, globales SAP-System in allen Standorten sicher zu stellen. Daher sollten alle neuen Landesgesellschaften in 18 Ländern auf vier Kontinenten in die SAP-Systemlandschaft integriert werden und an einem gemeinsamen Stichtag live gehen. Kemira nutzt standardisierte Prozesse mit zentraler Governance und ein zentrales SAP ERP- und SAP BI (Business Intelligence)-System. Auch AkzoNobel verwendet SAP-Software, teilweise jedoch auch andere Systeme. Für die Integration musste das bestehende SAP-Template von Kemira in allen involvierten Ländern ausgerollt werden. Zusätzlich stand Kemira vor der Herausforderung, eine einheitliche IT-Infrastruktur sicherzustellen. Für die gesamte Konzeption und Umsetzung dieses anspruchsvollen Post-Merger-Projekts wurde insgesamt eine Projektlaufzeit von nur neun Monaten benötigt.

Bewährter Partner, ganzheitliche Methodik

Die Unternehmensberatung CBS ist bereits seit vielen Jahren als SAP-Beratungspartner von Kemira aktiv.

Auch für das aktuelle Projekt erfüllte CBS alle Anforderungen als Generalunternehmer, um ganzheitliche Lösungen bereitzustellen und durch globale Umsetzung die akquirierten Einheiten in die Kemira-Systemlandschaft einzugliedern.

Mit der ganzheitlichen Methodik M-CBS ermöglichten die Heidelberger SAP-Berater, die Planung des Projektablaufs einheitlich, global und unternehmenskonform zu gestalten. Trotz des komplexen Projektumfangs, gelang es den CBS-Beratern umfassendes Projekt- und Change-Management auf internationaler Ebene miteinander zu verbinden. Dabei realisierten sie zum einen den Rollout der bestehenden SAP-Templates von Kemira (SAP ERP und SAP BI) in den übernommenen Landesgesellschaften, zum anderen wurde das Template um zusätzliche Funktionalitäten sowie legale Anforderungen in neuen Ländern erweitert. Durch umfassendes Expertenwissen im Beratungsfeld System Landscape Transformation (SLT) bietet CBS globale Lösungen für die Umstrukturierung von SAP-Systemlandschaften. Auf dieser Grundlage führte das Projektteam die Carve-out- und Merger-Prozesse mit CBS-eigenen Tools durch. So ließen sich die relevanten Daten gezielt in die Kemira-Systemlandschaft migrieren und transformieren. Des Weiteren unterstützte CBS den finnischen Konzern, um wichtige Geschäftsprozesse zu optimieren oder neu einzuführen.

Think global, act local

Zwar ist Kemira standardisiert aufgestellt und zentral organisiert, trotzdem zeigte sich bei diesem Projekt die große Bedeutung der regionalen Präsenz und Unterstützung. Zum einen ließen sich auf diese Weise die zentral entwickelten, global einheitlichen Lösungen regional umsetzen. Zum anderen zeigten sich an den Herausforderungen, die sich durch die Ausdehnung des Projekts auf vier Kontinente ergaben, während des Projektverlaufs weitere Vorteile dieser Vorgehensweise. Da die involvierten Länder in 13 Asset-Deal-Länder und fünf Share-Deal-Nationen unterteilt waren, konnten die CBS-Berater ohne großen Aufwand zwei unterschiedliche Vorgehensweisen verfolgen: Während die Asset-Deals in die bereits bestehenden Einheiten integriert werden mussten, galt es, bei den Share-Deals neue Einheiten in Ländern ohne bisherigen Kemira-Standort zu bilden.

Hinzu kamen regionale Anforderungen, die durch länderabhängige Spezifika bei den neuen Share-Deal-Ländern entstanden. Denn die gesetzlichen und steuerrechtlichen Bestimmungen in den diversen Ländern sind sehr unterschiedlich. Diese Differenzen berücksichtigte CBS bei der Anpassung der Kemira-Systemlandschaft.

Komplex und schnell

Für die Umsetzung des Projekts verwendeten die CBS-Berater die ganzheitliche Methode M-CBS. Dadurch war es möglich, alle Abläufe von Beginn an zu strukturieren und zu koordinieren. Fristen und Phasen wurden eingehalten und planmäßig abgearbeitet. In der Umsetzung realisierte CBS zunächst den Rollout der bestehenden SAP-Templates (SAP ERP und SAP BI) in allen Ländern.

Aufgrund der eingesetzten Methodik konnten die CBS-Berater nach nur neun Monaten ein Go-Live zu einem gemeinsamen Stichtag in den 18 Ländern realisieren. Ein solch komplexes Projekt auf globaler Ebene, das die Transformation und Migration von 75 SAP-Werken als auch die Einführung weiterer Geschäftsprozesse beinhaltet, verlangt umfassende, globale Lösungs- und Umsetzungsstrategien. Durch die hinzukommende Implementierung der IT-Infrastruktur war ein komplexes Gesamtprogramm-Management erforderlich. Dies gelang CBS dank der langjährigen Erfahrung, dem ausgewiesenen Know-how sowie der erprobten Methode innerhalb kürzester Zeit. Auch für Kemira hat sich dies ausgezahlt. „Der Rollout war der bisher größte SAP-Rollout bei Kemira. CBS hat als wichtiger Sparringspartner und Ideengeber im Gesamtprogramm einen elementaren Beitrag geleistet, um das Projekt so erfolgreich zu machen“, so Terhi Ilvonen, VP Planning & Controlling Gesamtprogramm-Managerin von Kemira.

Gewinnbringend und erfolgreich

Die Akquisition des Geschäfts mit Papier-Chemikalien von AkzoNobel war ein wichtiger Wachstumsimpuls. Die reibungslose Transformation und Migration der SAP-Werke und die Integration der gekauften Landesgesellschaften in Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika hat sich für Kemira auch wirtschaftlich als gewinnbringend erwiesen.

Für Kemira ist das Projekt ein großer Erfolg. Die Integration der globalen Akquisition wurde erfolgreich umgesetzt. Mit einer weltweit einheitlichen SAP-Systemlandschaft sind die Weichen für weitere Synergieeffekte gestellt. Kemira konnte außerdem die Präsenz auf ausgewählten, relevanten Märkten erhöhen und die eigene Wettbewerbsposition nachhaltig stärken.

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