Anlagenverfügbarkeit erhöhen und Stillstandsdauer reduzieren

  • Im Rahmen von Prüfungen erfolgen u.a. die äußere Begehung zum Aufdecken von Erosionsrisiken durch Witterung oder Röntgeninspektionen zur Analyse von Korrosionsrisiken (c) Bureau Veritas Industry Services GmbH  Im Rahmen von Prüfungen erfolgen u.a. die äußere Begehung zum Aufdecken von Erosionsrisiken durch Witterung oder Röntgeninspektionen zur Analyse von Korrosionsrisiken (c) Bureau Veritas Industry Services GmbH
  • Im Rahmen von Prüfungen erfolgen u.a. die äußere Begehung zum Aufdecken von Erosionsrisiken durch Witterung oder Röntgeninspektionen zur Analyse von Korrosionsrisiken (c) Bureau Veritas Industry Services GmbH
  • Etwa 1.500 analoge und digitale Röntgenbilder werden für Schattenaufnahmen der Wanddicken. und Außen-/Innenkorrosion erstellt. Darunter befinden sich auch genauere Detailaufnahmen für die Fehlererkennung bei Schweißnähten. (c) Bureau Veritas Industry Services GmbH
  • Michael Post, Bureau Veritas Industry Services

Betreiber chemischer und petrochemischer Anlagen sind zu regelmäßigen Prüfungen verpflichtet, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Risiken für die Umwelt zu minimieren. Während des laufenden Betriebes werden durch On Stream Inspections (OSI) Wartungsmaßnahmen identifiziert, welche dann bei Anlagenstillstand gezielt durchgeführt werden.

Seit mehreren Jahren vertraut OMV dabei auf die Expertise von Bureau Veritas Industry Services und hat den Spezialisten für On Stream Inspections und zerstörungsfreie Prüfungen (ZfP) auch mit der Dokumentation der Integrität der Rohrleitungen in seiner Raffinerie Schwechat beauftragt. Das Unternehmen für Konformitätsprüfung und Zertifizierungsleistungen unterstützt die Schnittstellen, um Abstimmungen zu reduzieren und gleichzeitig die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen. Die effiziente Organisation von Prüfungsaufgaben und der Fachkräfte vor Ort sowie die eigene Datenverwaltung über kundenspezifische Datenbanken ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Durchführung der anfallenden Prüfungen samt transparenter Dokumentation.

Im Rahmen der OSI überprüfen die Mitarbeiter von Bureau Veritas die Wanddicke von Rohrleitungen, ggf. vorhandene Korrosion und allgemeine Beschädigung. „Wir haben den Bedarf und die Möglichkeiten erkannt, die sich aus der Vergabe der OSI-Leistungen an den Prüfdienstleister Bureau Veritas ergeben“, berichtet Franz Hirtl, Inspektionsleister bei OMV in Schwechat. Dieses Vorgehen bietet viele Vorteile: So werden bspw. die Aufträge unter qualifizierter Aufsicht koordiniert und sämtliche Leistungen in einer Datenbank dokumentiert. Dabei ist die notwendige Datenqualität zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

Behördlich vorgeschriebene Überwachungspflicht und rechtliche Anforderungen

Bei einem umfangreichen Projekt wie den wiederkehrenden Prüfungen ist es für den Anlagenbetreiber wichtig, die Einhaltung der gesetzlichen Prüffristen bei gleichzeitiger Erfüllung technischer Vorgaben sicherzustellen. So muss der Überwachungspflicht und den damit verbundenen, behördlich vorgeschriebenen Terminen nachgekommen werden – bspw.

durch die fristgerechte Einhaltung der wiederkehrenden Prüfungen der Rohrleitungen. Diese ist in Deutschland gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und in Österreich gemäß Druckgeräteüberwachungs-Verordnung (DGÜWV) geregelt.

Zur Qualitätssicherung hat sich OMV für Bureau Veritas als akkreditierte Prüfgesellschaft entschieden, die auf ein großes Netzwerk an fachlicher Kompetenz zurückgreifen kann. Die Kompetenzen und Qualifikationen, das Wissen und die Erfahrung der Prüfer werden regelmäßig kontrolliert (EN 9712). „Bureau Veritas legt großen Wert auf die fachliche Kompetenz seiner spezialisierten Techniker und Ingenieure, um eine reibungslose Durchführung aller Arbeiten zu gewährleisten. Qualität und Sicherheit sind für uns die obersten Prämissen“, erklärt Michael Post, Bauleiter bei Bureau Veritas. „Wir sind nach ISO 17025 akkreditiert und somit bestens für die On Stream Inspections aufgestellt.“ Das Team der Prüfgesellschaft umfasst im Regelbetrieb 20-30 Mitarbeiter.

Anlagenverfügbarkeit erhöhen und Stillstandsdauer reduzieren

Umfangreiche Prüfungen zur Wartung und Instandhaltung erfordern einen Anlagenstillstand. Um die Dauer des Stillstands möglichst gering zu halten und dadurch die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern, sind flexible Prüfungen mit Hilfe von risikobasierten Inspektionstätigkeiten auf der Basis wiederkehrender und zerstörungsfreier Prüfungen geeignet. „Um Schwachstellen im Rohrsystem zu identifizieren, überprüfen wir besonders Abschnitte mit hohem Gefahrenpotenzial insbesondere an Bögen und T-Stücken“, so Post. Im Rahmen dieser Prüfungen übernimmt Bureau Veritas bspw. die äußere Begehung zum Aufdecken von Erosionsrisiken durch Witterung oder Röntgeninspektionen zur Analyse von Korrosionsrisiken. Etwa 1.500 analoge und digitale Röntgenbilder werden von Bureau Veritas dabei erstellt. Die Schattenaufnahmen dienen zur Bestimmung der Wanddicken und Prüfung der Außen- und Innenkorrosion. Darunter befinden sich auch genauere Detailaufnahmen für die Fehlererkennung bei Schweißnähten. Somit wird die Sicherheit der Anlagen bei gleichzeitiger Kosteneffizienz erhöht.

Die Prüfgeräte von Bureau Veritas sind auf höchstem technischen Niveau und für die notwendigen Prüfungen durch ihre lückenlose Kalibrierung zugelassen. So untersucht das Personal Anlagen auf mögliche Korrosion, Abrasion und mechanische Störgrößen mittels Ultraschall- oder Sichtprüfungen sowie digitale Radiografie. Der Schädigungsfortschritt wird durch einen Vergleich mit früheren Inspektionen ermittelt. Auf diese Weise erfolgt eine Bestimmung der Restlebensdauer und damit der notwendigen Inspektions- und Reparaturzyklen.

Transparente Dokumentation und Datenverarbeitung

Zur effizienten Verwaltung werden Datenbanken für die Sammlung aller wichtigen Informationen benutzt. Dahinter verbirgt sich die Dokumentation des gesamten Workflows der OSI und einzelner Rohrleitungsprüfungen. Dies geschieht über ein intelligentes Excel-Protokoll, das SAP-kompatibel ist und über ein integriertes Risk-Based-Inspection-Tool verfügt. Die Projektdaten des zu prüfenden Objekts werden vollautomatisch eingetragen – von Angaben des Koordinators inklusive dessen Kontaktdaten über den Prüfungsfortschritt bis hin zu Rechtshilfebelehrungen und Unterschriften. Somit erhält der Kunde auf Anfrage in jeder Lebensphase der Anlage eine Übersicht mit allen Arbeitsnachweisen und Auskunft, wann visuell geprüft wird, ein Gerüst aufgebaut oder die Inspektion vollzogen ist.

„Wenn wir eine Leitung neu bearbeiten, ist das Datenbankformular bis auf die Rohrleitungsnummer und die Angaben zum Koordinator leer“, erläutert Post. „Sobald unser Mitarbeiter zum Beispiel eine visuelle Prüfung vornimmt, trägt er Länge oder Merkmale des Rohrs ein und welche Besonderheiten zu sehen sind. All dies wird zusammen mit dem zu prüfenden Abschnitt gespeichert. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt ein Gerüstbauer oder Isolierer an diesem Rohr arbeitet, sind sämtliche wichtigen Informationen bereits gesammelt und er kann schnell auf diese zurückgreifen und die Informationen erweitern.“ Je nach Arbeitsfortschritt vervollständigt sich somit der Eintrag zu dieser Leitung wie ein Lebenslauf. Dies erhöht die Qualität der Dokumentation und damit wiederum die Sicherheit der gesamten Anlage. Zusätzlich wird ein effizientes und transparentes Arbeiten aller Beteiligten gewährleistet.

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