24.03.2016
ThemenLogistik

Chemielogistikmarkt mit positiver Zukunft

Henning Bosch, Executive Director Chemical Units der Imperial Logistics International, im Interview

  • An der Mehrzweck-Syntheseanlage des neutralen Produktionsdienstleisters Schirm am Standort Schönebeck/Elbe öffnet ein Mitarbeiter eine Produktleitung, durch die Rohstoffe in den Reaktor der Syntheseanlage fließen. Der Contract Manufacturer Schirm ist bei Imperial Logistics International der Business Unit Chemicals zugeordnet.An der Mehrzweck-Syntheseanlage des neutralen Produktionsdienstleisters Schirm am Standort Schönebeck/Elbe öffnet ein Mitarbeiter eine Produktleitung, durch die Rohstoffe in den Reaktor der Syntheseanlage fließen. Der Contract Manufacturer Schirm ist bei Imperial Logistics International der Business Unit Chemicals zugeordnet.
  • An der Mehrzweck-Syntheseanlage des neutralen Produktionsdienstleisters Schirm am Standort Schönebeck/Elbe öffnet ein Mitarbeiter eine Produktleitung, durch die Rohstoffe in den Reaktor der Syntheseanlage fließen. Der Contract Manufacturer Schirm ist bei Imperial Logistics International der Business Unit Chemicals zugeordnet.
  • Henning Bosch, Executive Director Chemical Units, Imperial Logistics International
  • An der Mehrzweck-Syntheseanlage des neutralen Produktionsdienstleisters Schirm am Standort Schönebeck/Elbe öffnet ein Mitarbeiter eine Produktleitung, durch die Rohstoffe in den Reaktor der Syntheseanlage fließen. Der Contract Manufacturer Schirm ist bei Imperial Logistics International der Business Unit Chemicals zugeordnet.
  • In Deutschland und den Benelux-Ländern betreibt Imperial Logistics International in der Business Unit Chemicals 24 Gefahrstofflager mit einer Gesamtkapazität von 100.000 Palettenstellplätzen.

Mit dem Erwerb der Logistikunternehmen Lehnkering und Van den Anker hat Imperial Logistics International seine Kompetenz im Bereich Chemielogistik weiter erhöht. Zurzeit werden beide Firmen in die neue Struktur der Business Unit Chemicals integriert. Dr. Sonja Andres befragte den Executive Director Chemical Units von Imperial Logistics International, Henning Bosch, zu den Vorteilen der Neustrukturierung sowie zu allgemeinen Tendenzen im Chemielogistikmarkt.

CHEManager: Herr Bosch, in welche Richtung sollten sich Chemielogistiker entwickeln, damit sie ihre Kunden weiterhin optimal begleiten können?

H. Bosch: Es muss uns gelingen, uns tiefer in der Wertschöpfungskette der Kunden zu integrieren. Dabei helfen Verträge mit längeren Laufzeiten. Längere, zeitlich lückenlose Partnerschaften bieten mehr Sicherheit und Raum für Investitionen auf Seiten der Logistikdienstleister. Erst auf Basis langfristiger Partnerschaften können wir als Wertschöpfungs- und Innovationspartner unser Potenzial voll ausschöpfen und unseren Auftraggebern wirklichen Mehrwert bieten. Unter dem vertraglichen Druck einer permanenten Austauschbarkeit ist dies nur schwer möglich.

Im Jahr 2011 hat Imperial Logistics International das Chemielogistikunternehmen Lehnkering erworben und die chemieaffinen Logistikbereiche unter der Dachmarke Imperial Logistics International neu strukturiert. Was soll dadurch erreicht werden?

H. Bosch: Organisation und Geschäftsmodelle sollen nach außen transparenter werden. Nach innen bewirkt die Neuaufstellung unter einer einheitlichen Dachmarke, dass wir unsere Vertriebsaktivitäten bündeln und innerhalb unserer Organisation erhebliche Cross-Selling-Potenziale heben. So können wir unseren Kunden umfangreiche Dienstleistungen entlang der kompletten Supply Chain anbieten.

Wie wird die neue Struktur in der Business Unit Chemicals aussehen?

H. Bosch: Die Business Unit Chemicals haben wir in drei Bereiche unterteilt. Im Bereich Contract Manufacturing sind wir neutraler Produktionsdienstleister für die chemische Industrie.

Im Bereich Warehousing and Distribution Germany haben wir im Wesentlichen unsere 20 in Deutschland angesiedelten Gefahrstofflager gebündelt. Und im dritten Bereich Warehousing and Distribution International wickeln wir die containerisierten Im- und Exporte für die deutsche chemische Industrie via Rotterdam ab. Auch den kürzlich übernommenen niederländischen Chemielogistiker Van den Anker haben wir diesem Bereich zugeordnet.

Hat die Übernahme von Van den Anker auch Auswirkungen auf das europaweite Angebot von logistischen Dienstleistungen durch Imperial?

H. Bosch: Auf jeden Fall. Unseren Kunden stehen jetzt mehr Lager- und Distributionskapazitäten in Benelux zur Verfügung, insgesamt 100.000 Palettenstellplätze zur Lagerung gefährlicher Stoffe. Besonders der neu gewonnene Standort im niederländischen Roosendaal liegt strategisch äußerst günstig zu den Seehäfen Rotterdam und Antwerpen sowie zu den nahe gelegenen deutschen Chemiestandorten.

Welche Vorteile erwachsen aus der neuen Struktur intern? Welchen Nutzen haben bestehende und potenzielle Kunden?

H. Bosch: Unsere Geschäftsmodelle werden transparenter und verständlicher. Wir erzielen Synergieeffekte, die dazu beitragen, abteilungsinternes Silodenken abzubauen und im Sinne von integrierten Lösungen zu denken, die Leistungspakete aller Business Units einschließen.

Was sind die wichtigsten Dienstleistungen der beiden neuen Divisionen?

H. Bosch: In der Division Imperial Transport Solutions sind es in erster Linie Binnenschiffs- und Straßentransporte. Wir kontrollieren im Bereich Shipping eine Flotte von 600 Schiffseinheiten einschließlich spezialisierten Chemikalien- und Gastankern. Im Road-Bereich unterstützen wir diverse Branchen im Komplett- oder Teilladungsverkehr bei Transport und Distribution von trockenen und flüssigen Gütern. In der Division Imperial Supply Chain Solutions bündeln wir Logistiklösungen für die Automobilindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau, die Stahlbranche, den Einzelhandel und die chemische Industrie.

Werden Safety und Security in der Supply Chain künftig eine noch stärkere Rolle spielen?

H. Bosch: Die Safety- und Security-Anforderungen steigen schon seit Jahren, stark getrieben vom Gesetzgeber und den Verladern, besonders nach extremen Ereignissen.

Wird die Auslagerung von Dienstleistungen wie Contract Manufacturing oder ein steigendes Angebot an Value-added-Services den Markt beherrschen?

H. Bosch: Der Outsourcinggrad in der Chemie ist im Vergleich zu anderen Teilmärkten noch unterdurchschnittlich. Ob ausgelagerte Dienstleistungen wie Contract Manufacturing oder Value-added-Services den Markt beherrschen werden, ist vielleicht zu hoch gegriffen. Letztlich hängt unsere Entwicklung vom Chemiemarkt ab, also davon, wie stark die Chemieprodukte gefragt sind und wo diese produziert werden. So können zum Beispiel geänderte Klimaverhältnisse bewirken, dass bestimmte Agrochemikalien nicht mehr zubereitet und logistisch betreut werden müssen, um nur einen von vielen Einflussfaktoren zu nennen. Value-added-Services werden aber als wesentlicher Teil unserer Dienstleistung vorausgesetzt.

Wie sehen Sie die Zukunft im Chemielogistikmarkt?

H. Bosch: Positiv, wenn es uns gelingt, die Sicherheitsrisiken bei Lagerung und Transport von Chemikalien zu erkennen, zu beherrschen und zu minimieren, denn unsere Kunden stehen nach außen für die gesamte Supply Chain, also auch für den Teil, den wir abdecken. Außerdem treibt die zunehmende Klassifizierung von Produkten als Gefahrstoffe den Bedarf an qualifizierten Lager- und Distributionslösungen nach oben, das Geschäftsfeld in dem wir zu Hause sind. Ein ebenso wichtiges Erfolgskriterium ist die ganzheitliche, IT-gesteuerte Lösungskompetenz bei der Übernahme ausgelagerter Dienstleistungen. Das sind sozusagen die „Musts“ für eine erfolgreiche Zukunft in der Chemielogistik.

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