09.10.2019
ThemenLogistik

Logistikverkehre regeln und optimieren

  • Im Sinne der Chemielogistik: Projekt für ein Lkw-Navigationssystem mit Lkw-Vorrangrouten in 2015 gestartet. Das Projekt zur optimalen Routenwahl soll nun auch über die bislang beteiligten Kreise und über die NRW-Landesgrenzen ausgedehnt werden. © Jaroslav Pachy sr/Shutterstock Im Sinne der Chemielogistik: Projekt für ein Lkw-Navigationssystem mit Lkw-Vorrangrouten in 2015 gestartet. Das Projekt zur optimalen Routenwahl soll nun auch über die bislang beteiligten Kreise und über die NRW-Landesgrenzen ausgedehnt werden. © Jaroslav Pachy sr/Shutterstock

Deutschland ist Europas Transitland Nr. 1 für Waren und Güter, gleichzeitig zählt Nordrhein-Westfalen (NRW) als Wirtschaftsstandort zu den wichtigsten und größten Logistikstandorten Europas. Die prognostizierten Steigerungszahlen beim Transportaufkommen innerhalb der Region liegen zwischen 2004 bis 2025 bei rund 50 %.

Diese wirtschaftspolitisch gewollte Entwicklung bedeutet gleichzeitig höchste Ansprüche an bauliche Infrastruktur und Verkehrsmanagement. Der Schwerlastverkehr ist maßgebliche Bemessungsgröße für Dimensionierung und Lebensdauer von Verkehrswegen einschließlich seiner Ingenieurbauwerke. Die negativen Auswirkungen der Entwicklung im Schwerlastverkehr für das Anlagevermögen der Straßenbaulastträger werden exemplarisch deutlich durch den enormen Erhaltungs- und Erneuerungsaufwand der Rheinbrücken in den kommenden Jahren.

Optimierung der Routenwahl für die Logistikverkehre
Aus städtebaulicher sowie verkehrs-, wirtschafts- und umweltpolitischer Sicht (u. a. Luftreinhaltepläne) ist es dringend geboten, zeitnah steuernd in die Routenwahl der Logistikverkehre einzugreifen bzw. diese umfassend zu unterstützen.
Da aktuelle Lkw-Navigationsgeräte für die Routenwahl nur eingeschränkt verwendbar sind, hat sich in NRW die Wirtschaftsförderung Metropoleruhr (heute: Business Metropole Ruhr) im Regionalverband Ruhr (RVR) mit diesem Problem befasst und in Zusammenarbeit mit den Kommunen und IHKs der Region ein Lkw-Vorrangnetz erarbeitet. Die Städte und Gemeinden selbst bringen hier die notwendigen Ortskenntnisse und Fachkompetenz zur Festlegung der Vorrangrouten ein.
Im Auftrag des Verkehrsministeriums greift das Projekt „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für NRW“ diesen Ansatz auf und entwickelt ihn weiter. Seit Ende 2018 wird es für die landesweite Ausdehnung konzipiert und umgesetzt.

Im ersten Schritt werden die Daten aus dem Bereich des RVR in das technisch hochaktuelle System des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) übernommen.
Unter Federführung des VRS werden Kommunen in die Lage versetzt, Daten über Vorrangroutennetze und Restriktionen für Lkw-Verkehre zur Verfügung zu stellen. Dazu ist ein Web-basiertes Portal entstanden, das neuesten technischen Anforderungen entspricht. In einem weiteren Schritt werden die Kommunen in allen anderen Teilen von NRW mit dem System vertraut gemacht.

Kommunen erfassen Vorrangrouten und Restriktionen
Für die künftige Routenwahl der Schwerlastverkehre erfasst jede Kommune neben dem Vorrangroutennetz in ihrem Zuständigkeitsbereich als Mindestanforderungen folgende Restriktionen: Gewichts-, Höhen-, Längen und Breitenbegrenzung sowie Lkw-Durchfahrtsverbote. Weitere Restriktionen lassen sich problemlos integrieren.
Eine partnerschaftlich angelegte Kooperationsvereinbarung regelt die Zusammenarbeit und dient somit der schnellen Umsetzung des Gesamtprojektes. Seit Mitte 2018 pflegen die ersten Kommunen im Rheinland ihre Daten in das System ein. Der VRS als Projektträger stellt die Informationen auf dem MDM (Mobilitätsdatenmarktplatz) allen potenziellen Anbietern von Navigationsdiensten, wie z. B. den Herstellern der Navigationskarten, zur Verfügung. Seit Mitte 2019 stehen diese den Endnutzern über die Navigationskarten (zunächst Here Maps) zur Verfügung.
In einer zweiten Stufe ist die Ausdehnung des Projektes auf die großen Logistikhubs geplant. Da zurzeit technisch vergleichbare Ansätze auf nationaler Ebene nicht bekannt sind, ist das System geeignet, gleichzeitig als Best Practice über NRW hinaus zu dienen. Entsprechendes Interesse außerhalb des Landes NRW gibt es bereits.

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