13.11.2014
ThemenLogistik

Outsourcing kann Chemielogistik beflügeln

  • Diskussionsrunde beim Deutschen Logistikkongress: Prof. Carsten Suntrop / CMC², Detlef Stürcken / Altana, Ortwin Nast / Hoyer, Bernd Nahler / Evonik Industries, Michael Kriegel / Dachser (v.l.n.r.)Diskussionsrunde beim Deutschen Logistikkongress: Prof. Carsten Suntrop / CMC², Detlef Stürcken / Altana, Ortwin Nast / Hoyer, Bernd Nahler / Evonik Industries, Michael Kriegel / Dachser (v.l.n.r.)

Für den erfolgreichen Eintritt der Chemieindustrie in neue Märkte und deren struktureller Beherrschung spielt die Logistik eine wichtige Rolle. Beim 31. Deutschen Logistik-Kongress Ende Oktober in Berlin wurde deutlich, wie die Kooperation zwischen Herstellern, z.B. Chemieunternehmen, und Logistikdienstleistern dazu beiträgt, den Kundenanforderungen effizient gerecht zu werden. Die Outsourcing-Quote in der Chemie liegt mit 44% noch immer 5% unter dem Durchschnitt. Die Industrie definiert insbesondere die Prozesssteuerung in der Gefahrgut- und Gefahrstofflogistik als eigene Kernkompetenz.

Im Transportbereich liegt der Outsourcinggrad in der chemischen Industrie gegenüber der allgemeinen Quote bereits bei 95%. Hier haben die Logistikdienstleister kaum Wachstum zu erwarten. Wenn es aber nicht um Transporte, sondern um das Outsourcing ganzer Prozesse geht, ist die Branche bisher zurückhaltender, besonders im Bereich Gefahrgut- und Gefahrstofflogistik, denn man sieht sich gegenüber der Öffentlichkeit als Verantwortungsträger. Bernd Nahler, Vice President bei Evonik Industries Business Line Logistics äußert sich hierzu: „Evonik steht in der Verantwortung, auch wenn der Prozess ausgelagert ist."

Servicegrad und Transparenz

Globalisierung und steigende Kundenanforderungen sind in der chemischen Industrie die Komplexitätstreiber. Nachdem die Märkte in Europa nur noch begrenzt wachsen, standen die Supply Chain Manager in den letzten Jahren vor der Aufgabe, die Lieferketten in neuen Märkten aufzubauen und effizient zu gestalten. Geschwindigkeit, hoher Servicegrad und Transparenz sind dabei die Herausforderungen.

Komplexität entsteht durch diese neuen Kundenanforderungen, aber auch durch die zunehmend globalisierte Lieferkette und durch staatliche Regulierung. Chemielogistik setzt auf zentrale Steuersysteme und standardisierte, automatisierte Prozesse, um diese Komplexität effizient zu beherrschen. Komplexitätsreduktion ist nur soweit möglich, wie sie nicht den Anforderungen des Kunden widerspricht. Ortwin Nast, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hoyer, bringt es auf den Punkt: „Es geht um die hausgemachte Komplexität, die zu Folgekosten führt."

Prozessoptimierung dank Outsourcing

Durch effektive Zusammenarbeit zwischen den Supply Chain Managern bei den Herstellern und den Logistikdienstleistern lassen sich Prozesse optimieren.

Beim Outsourcing müssen Prozesse völlig neu durchdacht werden, was vielfach die Komplexität reduziert - andersherum treibt jedoch die Komplexitätsreduktion Outsourcing nicht an. „Dienstleister müssen integrierte Wertschöpfungsketten abbilden können" stellt Michael Kriegel fest, der bei Dachser den Bereich Chemielogistik leitet.

Die Industrie fordert von Logistikdienstleistern nicht nur einen hohen Servicegrad, sondern auch mehr Transparenz. Die Dienstleister stellen sich auf die neuen Anforderungen ein. Sie liefern immer mehr KPI aus der Lieferkette an die Hersteller: Neben Daten zur Liefertreue erhalten die Kunden z.B. Einblick in die Lagerverfügbarkeit. „Wir wollen wissen, dass es ein Problem gibt, bevor der Kunde anruft", fasst Detlef Stürcken, Head of Logistics Services bei der Altana, zusammen.

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