13.11.2014
ThemenLogistik

Prof. Raimund Klinkner / BVL: Das Wachstum stellt nicht zufrieden

Kommentar

  • Prof. Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands, Bundesvereinigung Logistik (BVL)Prof. Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands, Bundesvereinigung Logistik (BVL)

Logistik leistet in globalen Dimensionen - und die globalen Entwicklungen wirken sich auf die europäische und die deutsche Wirtschaft aus. Ich denke dabei an die Krise in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland, an die Krise im Nahen und Mittleren Osten sowie an die Ebola-Katastrophe in Afrika. Das sind die Rahmenbedingungen, die nicht leicht zu beeinflussen sind. Die BVL erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz des Wirtschaftsbereichs Logistik in Deutschland in Höhe von etwa 235 Mrd. EUR. Rund 2,9 Mio. Menschen sind aktuell je zur Hälfte bei den Logistikdienstleistern und in den Logistikabteilungen von Industrie und Handel beschäftigt. Damit realisiert die Logistik 2014 wiederum einen stabilen Sidestep mit einem Wachstum zwischen zwei und drei Prozent gegenüber Vorjahr. Insgesamt finden wir zum Ende des Jahres 2014 hin ein komplexes Szenario vor: Unsicherheiten und Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen treffen zusammen.

Die Stimmung der Logistiker in Industrie, Handel und Dienstleistung ist im dritten Quartal 2014 auf das Niveau von vor einem Jahr zurückgefallen. Erreichte der Logistik-Indikator im Sommer noch Spitzenwerte bei Lage, Klima und Erwartungen, signalisieren die Logistikverantwortlichen im Herbst Skepsis. Dass die aktuelle Lage des Wirtschaftsbereichs Logistik erstmals seit Mitte 2013 höher eingeschätzt wird als die Erwartungen für die Zukunft, signalisiert nachlassende Dynamik der Wirtschaft und kann - wie schon häufiger in der Vergangenheit - ein Anzeichen für längerfristig sinkende Wachstumsraten sein.

Schon das gegenwärtige Wachstum leicht über dem Inflationsniveau, mit dem wir wohl auch 2015 rechnen müssen, stellt nicht zufrieden. Zur Verbesserung der Lage wäre außenwirtschaftlich ein zügiger Abschluss des Freihandelsabkommens mit den USA sinnvoll. Aber auch im Inland gibt es Handlungsbedarf. Logistiker in Industrie, Handel und Dienstleistung geben der Bundesregierung in den für die Logistik relevanten Handlungsfeldern schlechte Noten. Die Verbesserung und der Ausbau der Infrastruktur wurden bei einer Umfrage mit einer schwachen 3,9 bewertet.

Ein Drittel des Panels gab hier sogar eine glatte Fünf - mangelhaft - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Politik ist jetzt gefordert. Die BVL erwartet für die Logistikwirtschaft und die Wirtschaft als Ganzes, dass die Ausgaben für Infrastruktur verdoppelt werden. Denn die Infrastruktur sichert unser aller Wohlergehen.

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