12.04.2018
ThemenLogistik

Rhenus Warehousing Solutions steuert Logistik für Farben und Lacke der Dörken-Gruppe

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  • Rhenus-Mitarbeiter Matthias Kopecki etikettiert die Farbbehälter.  © Rhenus SE & CO. KG.

Mehr als 16 Mio. Farben gibt es. Was es heißt, den richtigen Farbton zu treffen, wissen die Mitarbeiter im Dortmunder Logistikzentrum der Rhenus-Gruppe genau. Seit Juli 2013 bewirtschaftet der Logistiker ein Distributionslager für das Unternehmen Ewald Dörken und seine Töchter Dörken MKS-Systeme, CD Color sowie Protec Systempasten. Zwischen High-Tech-Produkten, Autoteilen und BVB-Fanartikeln erstreckt sich auf über 9.000 m² das Reich der Farben, Lacke und Lasuren für den Kunden CD Color.

Das 160.000 m² große Rhenus-Logistikzentrum liegt im Gewerbegebiet Dortmund-Wambel. Seit Juli vergangenen Jahres ist das Lager ein Störfallbetrieb der oberen Klassen und kann bis zu 4.300 t Gefahrstoffe lagern. Neben Zugangskontrollen, Videoüberwachung und Alarmsicherung verfügt es über eine Blitzschutz-, CO₂-Lösch- sowie Rauchansaug-Anlage. Damit Gefahrstoffe sowie wassergefährdende Produkte sicher verwahrt werden können, ist der Boden wasserundurchlässig. Zudem ist das Lager nach ISO 9001, ISO 50001 sowie AEO zertifiziert.

Die Dienstleistungen für die Dörken-Gruppe begannen zunächst mit Palettenlagerungen für Dörken MKS-Systeme. Im Januar 2014 war dann Feuertaufe für die anspruchsvolle Logistik von CD Color und Protec Systempasten.

„Die Herausforderung beim richtigen Mischen und Tönen besteht wie bei der Musik darin, immer den richtigen Ton zu treffen“, weiß Hajo Schütz, Leiter Mix-Plus Töntechnik bei CD Color, einem der führenden Hersteller von Lacken, Lasuren und Dispersionen. Rhenus Warehousing Solutions versorgt die Produktion im nahen Herdecke mit Betriebs- und Hilfsstoffen, lagert Rohstoffe wie Granulate und Pigmente und mischt, tönt, etikettiert, verzollt sowie versendet weltweit Lacke und Farben.

Kontrolliertes Mischen und Tönen

„Rhenus hat uns mit ihrer Kompetenz, die über die standardisierte Lagerhaltung hinausgeht, überzeugt. Unabdingbar war natürlich, dass alle Anforderungen an die Lagerung von Gefahrstoffen in vollem Umfang erfüllt werden“, begründet Sonja Schönfeldt, Leiterin Logistik bei CD Color, die Auswahl des Logistikdienstleisters. „Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen und entwickeln die Prozesse gemeinsam fortlaufend weiter“, resümiert sie.

Täglich gehen neue Bestellungen mit benötigten Farbtönen im Logistikzentrum ein.

Rund 50 verschiedene Qualitäten mischen die Rhenus-Mitarbeiter durchschnittlich jeden Tag, füllen 800 Dosen ab und etikettieren über 6.000. Besonders gefragt: Lacke in Anthrazitgrau, Feuerrot und Moosgrün sowie Lasuren in Palisander, Weiß und Schwedenrot. Um die bestellten Farbtöne anrühren zu können, werden die Maschinen zunächst mit bis zu 22 Farbpasten befüllt. „Die genauen Rezepturen, es sind etwa 1.600 verschiedene, kennen wir aber nicht, sie werden automatisch an die Maschinen übermittelt“, schmunzelt Rhenus-Niederlassungsleiter Dirk Philipp.

Der Misch- und Tönraum misst etwa 300 m² und ist das Herzstück des Lagers. Er ist besonders gesichert und explosionsgeschützt. Permanent finden hier Gasmessungen statt, um zu prüfen, ob die Konzentration im Normbereich liegt. Bevor es an das Farbenmischen geht, müssen die Zutaten zunächst aufgequirlt werden, damit sich später alle Rezepturbestandteile gleichmäßig verteilen. „Per Unterdruck wird diese Masse in den Mixomaten gepumpt“, erklärt Philipp.

Musteraufstriche sichern Qualität

Mitarbeiter, die hier arbeiten, sind speziell ausgebildet im Umgang mit Gefahrstoffen. Störfälle hat es bislang nicht gegeben, aber auch für einen Notfall ist das Logistikzentrum gerüstet: Neben Sprinkleranlagen können nicht mit Wasser löschbare Produkte im Brandfall mit Kohlenstoffdioxid bekämpft werden.

Die größte Maschine besitzt ein Fassungsvermögen von 14.000 l und wird zum Mischen von lösemittelhaltigen Lacken genutzt. Diese werden etwa für Geländer, Brand- oder Notausgangstüren eingesetzt. Weitere Maschinen übernehmen das Tönen von wasserlöslichen Holzschutzlasuren, die bspw. einen Nussbaum-, Eichen- oder Teakholzton erhalten sollen. Darüber hinaus werden Dispersionsfarben und zinkhaltiger Metallschutz gemischt.

Ist die Farbe fertig gestellt, nehmen die Mitarbeiter stets einen Probeaufstrich, der archiviert wird. „Dieser wird auf ein vorgefertigtes Material aufgetragen, um die Qualität sicherzustellen“, erläutert Philipp. Die Reklamationsquote tendiere aber gegen null.

Das Auftragsvolumen schwankt saisonabhängig. Im Frühjahr nehmen die Bestellungen zu, die Hochphase hält bis zu den Sommerferien, ein weiterer Peak folgt im Herbst. „Gerade deshalb ist unser Multi-User-Lager sinnvoll, denn so können wir Schwankungen besser auffangen“, berichtet Philipp.

Weltweiter Versand

Bevor die Dosen oder Farbeimer befüllt werden können, werden sie entfoliert und etikettiert. Letzteres geschieht in der Regel maschinell, bei Behältern außerhalb der Norm mit einem Fassungsvermögen von mehr als 2,5 l jedoch von Hand. 4.300 verschiedene Etiketten lagern im Dortmunder Logistikzentrum. Damit sich diese nicht wölben, werden sie in einem klimatisierten zweigeschossigen Fachbodenlager gelagert. Hier herrscht eine maximale Luftfeuchtigkeit von 70%.

Die Abfüllung der etikettierten Behälter erfolgt je nach Auftrag in unterschiedlichsten Größen – von der 0,3 Literdose bis hin zum 12 Liter Eimer. Nach dem Verschließen kommen die Behälter schließlich in den Rüttlerautomaten, der den Inhalt noch einmal gut vermengt. Erst dann geht es zur Kommissionierung in den Versand.

Die Farben schickt Rhenus Warehousing Solutions in die ganze Welt, der größte Teil wird innerhalb Europas versendet. Wenn nötig, übernimmt der Logistiker auch die Verzollung. Der Dortmunder Standort besitzt eine Luftsicherheitszertifizierung, daher kann Rhenus die Farben auch als Luftfracht verschicken. „Die meisten Waren gehen per Lkw raus, aber es gibt auch täglich Aufträge für Luftfrachtsendungen sowie Farben, die wir in Seekisten verpacken, stauen und nach Übersee schicken – zum Beispiel für die Automobilindustrie.“

Mehrmals schon wurde das Logistikzentrum Dortmund erweitert, auch aktuell wird ein Anbau errichtet. Noch in diesem Herbst kommen 21.500 m² gedeckter Lagerfläche hinzu. „Die Gefahrstoffkompetenz, die wir uns mit CD Color aufgebaut haben, möchten wir weiter nutzen und uns künftig als BImSch-Betrieb 43.000 m² genehmigen lassen“, plant Philipp.

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