21.01.2016
ThemenLogistik

Schäflein Logistics betreibt ein Multi-User-Gefahrstofflager nahe Schweinfurt

Multi-User-Gefahrstofflager bietet computergestütztes Sicherheitskonzept und Einlagerungsmöglichkeit von Gefahrstoffen

  • Das Gefahrstofflager von Schäflein Logistics im fränkischen Röthlein ist in sechs Bereiche unterteilt. Brandschutzwände grenzen die einzelnen Bereiche jeweils voneinander ab.Das Gefahrstofflager von Schäflein Logistics im fränkischen Röthlein ist in sechs Bereiche unterteilt. Brandschutzwände grenzen die einzelnen Bereiche jeweils voneinander ab.
  • Das Gefahrstofflager von Schäflein Logistics im fränkischen Röthlein ist in sechs Bereiche unterteilt. Brandschutzwände grenzen die einzelnen Bereiche jeweils voneinander ab.
  • Carsten Licht, Projektmanager Logistikprozesse und Lean Management, Schäflein
  • Das Gefahrstofflager von Schäflein Logistics im fränkischen Röthlein ist in sechs Bereiche unterteilt. Brandschutzwände grenzen die einzelnen Bereiche jeweils voneinander ab.

Im März 2015 hat Schäflein Logistics in Röthlein bei Schweinfurt ein Multi-User-Gefahrstofflager in Betrieb genommen. Seine zentrale Lage innerhalb Europas, ein computergestütztes Sicherheitskonzept und die Möglichkeit, Gefahrstoffe unterschiedlicher Gefahrenklassen einschließlich Giftstoffe einlagern zu können, sind einige seiner Besonderheiten.

Der Wunsch eines Kunden, Gefahrstoffe zu lagern, stieß Schäflein auf einen entsprechenden Bedarf der Industrie in der Umgebung Schweinfurt. Es kam hinzu, dass in der Region noch kein Gefahrstofflager nach den sogenannten „erweiterten Pflichten gemäß Störfallverordnung" existierte. So entstand ein Gebäude nach dem Multi-User-Konzept, das es künftig vielen Firmen ermöglicht, Gefahrstoffe in direkter Nähe zur Schäflein Spedition für den schnellen Umschlag zu lagern.

Ausgefeiltes Sicherheitskonzept

Das Lager unterliegt den „erweiterten Pflichten gemäß Störfallverordnung“, deshalb war im Vorfeld ein Umwelt- und Sicherheitskonzept vorzulegen. Das Gefahrstofflager ist in sechs Bereiche unterteilt, die Brandschutzwände jeweils voneinander abgrenzen. Jeder Bereich ist bestimmten Stoffen vorbehalten. Einige Lagerklassen (LGK) können jedoch in mehreren Bereichen gelagert werden. Das Sicherheitskonzept beinhaltet zudem einen eigenen, besonders gesicherten Giftraum mit einer Stellplatz-Kapazität von 250 Paletten.

Zur Wareneinlagerung erläutert Carsten Licht, Projektmanager Logistikprozesse und Lean Management bei Schäflein: „Im Lagerverwaltungssystem sind für alle Artikel Gefahrstoffdaten hinterlegt. Entscheidend für den Transport im Lager sowie die Lagerung selbst ist die jeweils hinterlegte Lagerklasse nach TRGS 510. Nach der Wareneingangsbuchung erfolgt die systemische Freiplatzsuche.“ Dabei würde als wichtigstes Kriterium geprüft, in welchem Lagerbereich der jeweilige Artikel mit der entsprechenden Lagerklasse eingelagert werden darf, um den Regeln der TRGS 510 zu genügen.

Logistikspezialist Licht weiter: „Sollte ein Staplerfahrer nun versuchen, die jeweilige Palette in einem anderen als dem vorgegebenen Lagerbereich gegen Scannung einzulagern, wird ihm angezeigt, dass er am falschen Platz ist und diese Palette hier nicht abstellen darf.

Der Staplerfahrer kann erst weiterarbeiten, wenn er die Palette im richtigen Lagerbereich am richtigen Lagerplatz eingelagert und gescannt hat.“

Schaumlöschanlage für den Brandfall

Aus Wasserschutzgründen und zur Erfüllung der Vorgaben nach VAwS (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen)ist das komplette Gebäude als Auffangwanne ausgebildet. Zum Löschen der brennbaren Flüssigkeiten und Stoffe beinhaltet das Sicherheitskonzept eine Schaumlöschanlage, die ausgelegt ist für Gebinde von 100 ml bis zu 1.000 l. Die komplette Halle lässt sich innerhalb von zweieinhalb Minuten bis unters Dach mit mehr als 20.000 m³ Schaum füllen. Vorbeugend verhindert im Bereich für Hochentzündliche Flüssigkeiten eine Gaswarnanlage in Verbindung mit einer Lüftungsanlage, das Entstehen von explosionsfähigen Gaskonzentrationen.

In der Planungsphase wurde auch eine Oxyreduct-Anlage in Erwägung gezogen, doch man entschied sich dagegen. Carsten Licht erklärt: „Diese Alternative wurde mit den herangezogenen Brandschutzexperten ausführlich diskutiert. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile haben wir uns vor allem aufgrund der möglichen Gefährdung der Mitarbeiter sowie der Beschaffenheit der einzulagernden Produkte letztendlich für die Schaumlöschung entschieden.“

Schäflein Logistics stellt in seinem Sicherheitskonzept zudem der Feuerwehr Hard- und Software zur Verfügung, die in Echtzeit alle eingelagerten Gefahrstoffe anzeigt - gruppiert nach UN-Nummern und Standort in der Halle. Sollte in einem Lagerbereich Feuer ausbrechen oder ein gefährlicher Stoff – Flüssigkeit oder Gas - freigesetzt werden, kann die Feuerwehr genau sehen, welche Arbeitsgeräte, Löschmittel und Schutzkleidung jeweils erforderlich sind.

Mit Chemie- und Pharmakunden im Gespräch

Seit der Inbetriebnahme im März 2015 sind bereits 75% der 8.000 m² Lagerfläche belegt.

„Unsere bisherigen Kunden kommen überwiegend aus den Bereichen Agrar und Pflanzenschutz sowie Energie und Schmierstoffe“, erläutert Carsten Licht: „Aktuell sind wir beispielsweise mit Kunden aus den Bereichen Pharma und Chemie in den finalen Abstimmungsgesprächen. Das Gefahrstofflager überzeugt neben der technischen Ausstattung und Genehmigung auch durch die Lage. Gerade für Kunden, die einen Distributionspartner in zentraler Lage Europas suchen, ist unser Standort ideal.“

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