26.09.2019
ThemenLogistik

VCI aktualisiert Papier zu Klimaschutz und Emissionsreduzierung

Maßnahmen der Chemischen Industrie reichen von Elektroautos bis zu Pooling-Lösungen

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Klimaschutz geht uns alle an. Daher prüfen auch die Chemieunternehmen regelmäßig, welchen Beitrag sie zur Senkung von Emissionen in der Logistik leisten können.

Maßnahmen, mit denen Emissionen in der Logistik der chemischen Industrie reduziert werden können, sind sehr vielfältig. Sie beschränken sich nicht nur auf den reinen Transportvorgang, sondern umfassen auch die Änderungen logistischer Maßnahmen bis hin zur Nutzung technischer Innovationen. Das zeigt das Papier „Klimaschutz – Beiträge der Logistik (Chemieverlader)/Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen“, das der Verband der Chemischen Industrie (VCI) nun aktualisiert hat.

In vielen VCI-Mitgliedsunternehmen wird kontinuierlich überprüft, wie die Logistikstrukturen verbessert und damit Beiträge zum Klimaschutz geleistet werden können. Dies führt bspw. dazu, dass innerbetriebliche Transporte durch ein optimiertes Bestandsmanagement mit kürzeren Durchlaufzeiten und niedrigeren Beständen deutlich reduziert werden konnten. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung eines Vorladekonzeptes für bestimmte Produkte. Damit können Unternehmen Durchlaufzeiten verringern und gleichzeitig Transporte von der Straße auf die Schiene verlagern.

Das sind nur zwei Beispiele für strukturelle Änderungen in der Logistik. Darüber hinaus gibt es Projekte, die gemeinsam mit Spediteuren realisiert werden. Dieses sogenannte Gebietsspediteurskonzept führt zu einer besseren Auslastung und einer Vermeidung von Leerfahrten im Straßengüterverkehr.

„Mithilfe von Vorladekonzepten für bestimmte Produkte lassen sich Transporte von der Straße auf die Schiene verlagern.“

Eine Reduktion von Emissionen wird auch durch digitale Unterstützung erreicht: Beispielsweise führt der intelligente Einsatz von Telematik und IT-Systemen zu einer höheren Auslastung von mobilen Tanks wie Tankcontainern, Kesselwagen und Tankzügen, indem die optimalen Zuladegewichte implementiert und mit den Bestellgrößen der Kunden abgestimmt werden.

Weiterhin analysieren viele Betriebe regelmäßig die Frachtraumauslastung.

„Durch eine gezielte Zusammenarbeit verschiedener Unternehmensbereiche, zum Beispiel Verkauf, Supply Chain und Logistik, können sie weitere Verbesserungen erreichen“, sagt Andrea Heid, Bereichsleiterin Umweltschutz, Anlagensicherheit, Verkehr im VCI. Sie verweist auch auf die Einführung eines Risikomanagement-Tools. Dabei erfolgt eine Bewertung von Risiko-Gefahrenpotenzialen in der Lieferkette, um aktiv bei Störungen alternative Transportwege zu finden.

Auch die Vorteile eines globalen Transport-Managementsystems liegen auf der Hand: „Es ermöglicht eine flexiblere Transportplanung, eine höhere Transparenz in den Prozessabläufen sowie eine Reduzierung der Kosten bei den Fracht-, Prozess- und Netzwerkkosten“, unterstreicht Heid.

Optimierung im Transport

Die Unternehmen der Branche hinterfragen kontinuierlich, wie die Lieferkette optimiert werden kann:

  • Können die Vortransporte von und zu den Seehäfen mit Binnenschiffen und der Eisenbahn durchgeführt werden?
  • Bestehen Möglichkeiten, Transporte zu vermeiden?
  • Welche Maßnahmen können getroffen werden, um den Bedarf an Leercontainern zu reduzieren?

Zu positiven Effekten haben sogenannte Pooling-Lösungen geführt, bei denen Transport und Lagerung ähnlicher Produktkategorien zusammengelegt werden. Dazu gehören beispielsweise: Lagerverbund für Tankcontainer oder für verpackte Ware mit jeweils einem zentralen und mehreren Satelliten-Lagern. Dadurch können die Firmen Synergien bei Lagerung, Kommissionierung und Transport nutzen.

Auch durch die Optimierung von Verpackungen, um dadurch das Transportgewicht zu verringern, leisten die Unternehmen von Deutschlands drittgrößter Branche, einen Beitrag zum Klimaschutz. Sie nutzen beispielsweise neuartige und gewichtsoptimierte Tankcontainer im Bahnverkehr und im werksinternen Verkehr. Und bei der Ladungssicherung werden verstärkt Luftpolstersäcke eingesetzt; um Holzmaterialien beim Verpacken zu sparen.

Innerbetriebliche Maßnahmen

Für Transporte innerhalb des Firmengeländes finden immer häufiger Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb Verwendung: So nutzen die Unternehmen z.B. Elektrogabelstapler oder Elektroautos für den Personen- und Kleingüterverkehr am Standort. Der interne Schienengütertransport nutzt neue, energiesparende Hybrid-Lokomotiven. Im Bereich von Lagern, Werkstraßen und Büros werden defekte konventionelle Lampen durch energiesparende LED-Leuchtmittel ersetzt.

Die Liste der Beiträge, welche die Logistik in der chemischen Industrie zur Verbesserung des Klimaschutzes leistet, ist noch deutlich länger. Dabei ist jeder einzelne Beitrag auch geeignet, um die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens zu verbessern. Das Papier „Klimaschutz – Beiträge der Logistik (Chemieverlader)/Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen“ bietet somit viele Ansätze und Ideen, die Firmen zur Umsetzung anregen. (sa)

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