Strategie & Management

Neues aus dem VAA

Chancengleichheitsumfrage: Frauen benachteiligt

20.06.2016 -

Frauen sind seltener in Führungspositionen vertreten als Männer, weil sie aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt die aktuelle Chancengleichheitsumfrage des Führungskräfteverbandes Chemie VAA, an der mehr als 2.000 Führungskräfte aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie teilgenommen haben.

Die Umfrage zur beruflichen Situation weiblicher und männlicher Führungskräfte in der chemischen Industrie belegt: Chancengleichheit besteht bei der beruflichen Entwicklung von Männern und Frauen nach wie vor nicht. So sind trotz vergleichbarer Alters- und Qualifikationsverteilung nur 26% der befragten Frauen, aber 36% der Männer als leitende Angestellte in ihren Unternehmen tätig.

Besonders deutlich ist der Geschlechterunterschied bei höheren Funktionen wie Bereichsleitung, Geschäftsführung oder Vorstand: Während nur 4% der Frauen eine solche Tätigkeit ausüben, liegt dieser Anteil bei den Männern mit 9% mehr als doppelt so hoch. Abgefragt und methodisch kontrolliert wurden bei der Umfrage auch Variablen wie das Alter, die Höhe des Ausbildungsabschlusses sowie die Dauer und der Umfang der Berufstätigkeit. Sie können deshalb als Erklärung für die Nachteile von Frauen bei der Karriereentwicklung in der chemischen Industrie ausgeschlossen werden.

„Die Umfrageergebnisse belegen, dass wir von echter Chancengleichheit bei der beruflichen Entwicklung nach wie vor weit entfernt sind“, betont VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch. „Es gibt positive Entwicklungen, aber die Unternehmen müssen ihre Anstrengungen in diesem Bereich noch deutlich verstärken.“

Verbesserungen zeigen sich im Vergleich zur vorangegangenen Befragung im Jahr 2010 im Bereich der Elternzeit, deren Inanspruchnahme ebenfalls abgefragt wird. Zwar nehmen Frauen noch immer mehr als doppelt so häufig und mehr als dreimal so lange Elternzeit in Anspruch wie Männer. Allerdings ist der Anteil der Männer, die Elternzeit genommen haben, im Vergleich zur vorherigen Befragung von 2% auf fast 15% deutlich angestiegen. Dabei zeigt sich eine Veränderung zwischen den Generationen: Je jünger die Befragten, desto eher gleichen sich die Geschlechterunterschiede an.

Die Zufriedenheit mit der eigenen beruflichen Entwicklung insgesamt ist bei den Teilnehmern der VAA-Chancengleichheitsumfrage in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Während vor 15 Jahren noch drei Viertel aller Männer und rund zwei Drittel aller Frauen in dieser Hinsicht zufrieden waren, ist es bei den Männern inzwischen nur noch die Hälfte, bei den Frauen sogar nur noch ein Drittel.

Bereits seit 1990 führt der VAA alle fünf Jahre seine Chancengleichheitsumfrage durch. Wegen der langen Zeitreihe und der regelmäßig hohen Teilnehmerzahl ist sie ein wichtiges Barometer für die berufliche Situation weiblicher und männlicher Führungskräfte der Chemie- und Pharmabranche.

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