Science4Life prämiert innovative Geschäftskonzepte online

Vier Wochen bis zum fertigen Impfstoff

Schnelle individualisierte Impfstoffentwicklung ist ein Hoffnungsträger in der Krebstherapie aber auch im Kampf gegen Infektionskrankheiten, gerade in Zeiten des Corona-Virus, wichtiger denn je. Kohlendioxidumwandlung in biologisch abbaubare Kunststoffe – in Zeiten des Klimawandels relevanter denn je. Frequenzagile Bauteile für den Mobilfunkmarkt – in Zeiten von 5G zukunftsweisend. Das sind nur einige Beispiele der 78 Einreichungen der diesjährigen Konzeptphase des Science4Life Businessplan-Wettbewerbs, der von der Hessischen Landesregierung und dem Gesundheitsunternehmen Sanofi gesponsert wird. Innovative digitale Lösungen sind bei weit mehr als einem Drittel der Einreichungen maßgebend und 22 Gründerteams haben sich mit einem Konzept für den Energiesektor beworben. Das Highlight für alle Science4Life-Teilnehmer: die zweitägigen Academy-Days. Am 16. und 17. März arbeiteten Science4Life-Experten gemeinsam mit den besten Teams am Feinschliff ihrer Geschäftskonzepte – aufgrund der Corona-Pandemie fanden die Academy-Days online statt. Die Gründerteams profitierten vom Zugang zu fundiertem Branchen-Wissen und erhielten individuelle Coachings und Workshops die ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse der Teams zugeschnitten waren. Am 17. März wurden die zehn besten Teams im Bereich Life Sciences und Chemie in einer digitalen Zeremonie mit dem Science4Life Venture Cup ausgezeichnet und die drei besten Teams aus der Energiebranche mit dem Science4Life Energy Cup – alle erhielten jeweils 1.000 EUR Preisgeld. Als nächstes steht die Businessplanphase und damit die letzte Phase der Wettbewerbsrunde 2020 an. Ab sofort können sich Gründerteams bewerben und ihre Unterlagen unter www.science4life.de einreichen. Einsendeschluss ist der 17. April 2020.

Start-up Förderung, die die Gesellschaft nachhaltig verändert
Die Förderung von Start-ups ist für die Gesellschaft essentiell. Insbesondere im Kampf gegen neuartige Krankheiten können innovative Ideen lebenswichtig sein. Beispiele sind diese Science4Life Alumni: Curevac entwickelt derzeit einen Impfstoff gegen das Corona-Virus und Atriva Therapeutics forscht an einem Mittel, das helfen könnte, wenn man sich bereits infiziert hat.

Science4Life hat eine Vielzahl von Gründern begleitet, die an der Bekämpfung von Virusinfektionen gearbeitet haben – mit der Prime Vector Technologies auch wieder in diesem Jahr.

„Jede vitale Volkswirtschaft braucht Gründergeist. Gründerteams bringen neue Sichtweisen und Ansätze, von denen letztlich die gesamte Gesellschaft profitiert. Wir freuen uns, Teil von Science4Life zu sein, um Innovationen in den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie gezielt zu fördern“, so Philipp Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Karl-Heinz Baringhaus, der administrative Leiter für Forschung und Entwicklung von Sanofi in Deutschland, ergänzt: „Wir von Science4Life fördern Teams, die einen nachhaltigen Einfluss auf jeden Einzelnen von uns haben. Mit unseren neu geschaffenen Academy-Days unterstützen wir jetzt noch intensiver und machen den Zugang zu unserem Netzwerk mit über 300 Experten noch einfacher. Für Gründerteams im Bereich Life Sciences gehören zum Beispiel lange Entwicklungszeiten und das Thema Product-Market-Fit zu den großen Herausforderungen und genau bei diesen Themen greifen wir unter die Arme und zeigen neue Wege auf.“

Kohlendioxidumwandlung in biologisch abbaubare Kunststoffe, Entwicklung eines innovativen Gehirnmodells für die Forschung und eine App für Rheumatiker
Das Team von DEOXY aus München nutzt DNA-Nanopartikel, um die Genaktivität innerhalb tausender einzelner Zellen exakt zu quantifizieren und hochpräzise personalisierte Diagnosen für die Krebstherapie zu stellen. Die Gründer der Dermagnostix aus München schließen in der Dermatologie die Lücke zwischen hocheffizienten Therapeutika und unzureichenden, antiquierten diagnostischen Verfahren. Ein molekulardiagnostisches Point-of-Care Gerät wird genutzt, um Psoriasis von Ekzemen zu unterscheiden. Die plasma-basierte Plattformtechnologie der Freiburger Medizintechnik aus Freiburg erforscht neuartige Methoden und entwickelt verschiedene innovative Instrumente für die Zahnmedizin. Damit sollen zahn- und zahnimplantatbezogene Erkrankungen wie Parodontitis und Endodontie sicherer und einfacher behandelt werden. Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen benötigen eine konstante ganzheitliche Betreuung. Midaia aus Mannheim sammelt mit Hilfe eines intelligenten Chatbots Gesundheitsdaten, um personalisierte Therapiepläne zu entwickeln und so Patienten und Ärzte bei der Behandlung zu unterstützen. Organo Therapeutics aus Esch-sur-Alzette verwendet die Stammzellen von Parkinson Patienten, um daraus Mini-Gehirne – sogenannte 3D Hirn-Organoide – herzustellen. Damit sollen neue Medikamente gegen den Verlust von Nervenzellen entdeckt werden. Das Darmstädter Team von Oxtune entwickelt ein frequenzagiles Bauteil für den Mobilfunkmarkt. Die Technologie kann ein breites Frequenzband agil und mit hoher Qualität abdecken und nutzen, um mobile Geräte mit neuen Frequenzbändern wie 5G zu verbinden. Die Prime Vector Technologies konzipiert Impfstoffe nach dem Baukastenprinzip. Die Plattformtechnologie ermöglicht die individuelle Anpassung der Impfvektoren an verschiedene Anforderungen. Fehlende individuelle Bauteilkennzeichnungen verhindern aktuell die vollständige Digitalisierung der Warmumformung. Mit der Ceracode-Kennzeichnungslösung ermöglicht die Senodis Technologies aus Dresden eine lückenlose Produktkennzeichnung, Bauteilverfolgung und Prozessdatenerfassung. Die Surgical Audio Guidance aus Magdeburg hat eine Technologie entwickelt, die am chirurgischen Instrument lauscht und diese akustischen Informationen nutzt, um die Schlüsselloch-Chirurgie noch präziser und sicherer zu machen. Für die medizinische Forschung werden Zell- und Vesikelfraktionen benötigt. Diese müssen aus komplexen Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Blut oder Urin abgetrennt werden. Das Dresdner Team von Zellekt bietet ein automatisiertes chipbasiertes Trennverfahren, das hochfrequente Akustik nutzt. Im Bereich Energie begeisterten folgende drei Konzepte besonders: CO2 Bioclean aus Frankfurt schafft eine innovative, dezentrale Wertschöpfungskette, bei der CO2 als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Biopolymeren genutzt wird. Biopolymere sind biologisch abbaubare Kunststoffe. Die Lösung der Pionierkraft aus München ermöglicht, eigenerzeugte erneuerbare Energie aus Photovoltaik-Anlagen mit Nachbarschaftshaushalten zu teilen. Smela – Smarte elektrische Antriebe aus Magdeburg entwickelt einen neuartigen Linearantrieb, der elektrische und mechanische Komponenten intelligent vereint. Damit bildet er die kompakteste Plug & Play-Alternative zu pneumatischen Zylindern.

Die zehn besten Teams der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup 2020
(in alphabetischer Reihenfolge)

• DEOXY / München
• Dermagnostix / München
• Freiburger Medizintechnik / Freiburg
• Midaia / Mannheim
• Organo Therapeutics / Esch-sur-Alzette
• Oxtune / Darmstadt
• Prime Vector Technolgies / Tübingen
• Senodis Technologies / Dresden
• Surgical Audio Guidance / Magdeburg
• Zellekt / Dresden

Die drei besten Teams der Konzeptphase des Science4Life Energy Cup 2020
(in alphabetischer Reihenfolge)

• CO2 Bioclean / Frankfurt/M.
• Pionierkraft / München
• Smela – Smarte elektrische Antriebe / Magdeburg

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