Der tägliche Triathlon des Betriebsingenieurs

Auch das 10. Jahrestreffen der Betriebsingenieure stellt Herausforderungen und Praxislösungen in der Prozessindustrie vor

Die VDI-Jahrestreffen der Betriebsingenieure haben sich als strategische Netzwerktreffen zum Austausch über aktuelle Themen und Trends etabliert. Die Jahrestreffen fassen die im laufenden Jahr geleistete Arbeit in den sechs Regionalgruppen des VDI-Fachbereichs „Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen“ kompakt zusammen. Damit folgt die Veranstaltung, die am 15. November 2019 Ihr zehnjähriges Jubiläum begeht, konsequent dem Motto „Ohne uns läuft hier nichts“. 


Dipl.-Ing. Jens von Erden,  Vorsitzender VDI-Fachbereich „Betrieb verfahrenstechnische Anlagen“ der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemie­ingenieurwesen

Anspruchsvoller Triathlon feiert Jubiläum

Es ist eine Aufgabe für trainierte Profis, Spezialisten ihres Faches und sie fordert in technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen täglich enorme Ausdauer – der Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen. Es ist der Triathlon aus Anlagenverfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Compliance, der die Aufgabe eines Betriebsingenieurs in der Prozessindustrie seit Jahren so interessant, aber auch so anspruchsvoll macht.
Seit nunmehr 10 Jahren hat die VDI-Gesellschaft für Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (GVC) mit ihrem Fachbereich „Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen“ den rund 14.000 Betriebsingenieuren eine lebendige Plattform im VDI gegeben, auf der in bundesweit sechs Regionalgruppen regelmäßig Praxisthemen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Die VDI-Informationsplattform für Betriebsingenieure hat sich darüber hinaus als tatkräftige Interessensvertretung und anerkannte Fortbildungsinitiative etabliert. Zentrale Veranstaltung ist seit jeher das Jahrestreffen im November – dieses Jahr am 15.11.2019 im Mainhaus Stadthotel in Frankfurt.

Dabei fällt dieses kleine Jubiläum wie beim Start vor rund einer Dekade in eine wirtschaftlich schwierige und von Rezessionserwartungen geprägte Zeit. Für den Betriebsingenieur verschieben sich – ob Rezession oder wirtschaftlicher Boom – seine Aufgabenschwerpunkte meist jedoch nur geringfügig. Seinen täglichen Triathlon muss er mit Ausdauer und Einfallsreichtum meistern.
Eine optimale Anlagenverfügbarkeit ist für ihn immer unerlässlich. Ob in Zeiten von Vollauslastung, in denen jedes Produkt-Kilo gebraucht wird und ein ungeplanter Anlagenstillstand unbedingt zu vermeiden ist. Oder aber in Zeiten schwacher Nachfrage, in denen Produktionskampagnen auf den Punkt terminiert und auf das Minimum beschränkt ohne Störungen termingerecht abgewickelt werden müssen und kein Lager als Puffer dienen kann. Für den Betriebsingenieur spielt es keine wesentliche Rolle, welches wirtschaftliche Umfeld gerade herrscht.
Gleiches gilt auch für die zweite Disziplin, die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit der von ihm betreuten Anlagen. Kluge Instandhaltungs- und Ersatzteilstrategien und reibungslose Projektdurchführung sind hierfür unerlässlich. Ebenso die Umsetzung von kostenreduzierenden Ideen, die Durchführung von Investitionsprojekten sowie der clevere Einsatz von Digitalisierung.
Compliance – die Summe aus der Erfüllung gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie Anlagen- und Arbeitssicherheit sind der unabdingbare dritte Schwerpunkt.
Zu all diesen drei Themengebieten bietet der VDI-Fachbereich der Betriebsingenieure die aktive Plattform für den Wissenstransfer und im Rahmen des diesjährigen Jahrestreffens ein attraktives Programm mit erprobten Praxislösungen aus der Prozessindustrie. Die täglichen Herausforderungen des Betriebs­ingenieurs sind ein Spannungsfeld mit vielen Facetten – ob Digitale Transformation, operative Instandhaltung oder das Management von Betreiberpflichten – der Triathlon geht in die nächste Dekade.

 


Dipl.-Ing. Markus Ahorner, Ahorner & Innovators, Ratingen

Smart Maintenance: Auswertung aus SAP für die Instandhaltung – Ein einfacher Einstieg in die Smart Maintenance mit Big Data-Analysen aus SAP

Bisher war die Diskussion um Smart Maintenance von Visionen und Zukunftstechnologie geprägt. Alle wissen um die Bedeutung der Digitalisierung und der Smart Maintenance für die Industrie, aber die wenigsten finden einen Einstieg. Um ein Erfolg zu werden, muss Smart Maintenance drei Eigenschaften haben: Einfach. Schnell. Und wirtschaftlich.
Big Data-Analysen aus SAP sind genau das: Sie sind einfach, weil fast jedes Unternehmen SAP einsetzt und schon viele Daten gesammelt hat. Der Aufbau aufwendiger Archive und der Einsatz neuer Technik zum Datensammeln entfallen. Sie sind schnell, weil es neue KI-Werkzeuge wie Python gibt. Python ist eine Programmiersprache, die auf das Zusammenführen und Auswerten sehr großer Datenmengen spezialisiert ist. Und sie sind wirtschaftlich, weil mit relativ geringem Einsatz ein großer Erfolg, hohe Einsparungen und neue Erkenntnisse erzielt werden können.
Die SAP-Daten werden dabei in ein konsistentes Datenmodell überführt. Je größer die historischen Archive, desto höher sind Aussagekraft und Zuverlässigkeit. Damit lassen sich datengestützt die kritischen Anlagenteile, die Risikomatrizen und die optimalen Instandhaltungsstrategien identifizieren und Wartungszyklen, Make-or-Buy-Strategie, Beschaffungsprozesse und Schichtmodelle und vieles Weiteres optimieren.