Kostenvorteile durch „Unified Instrumentation“

Endress + Hauser schafft Einheitlichkeit bei Feldgeräteinstrumentierung

  • Christian Rützel, Abteilungsleiter Marketing Durchfluss, Endress + HauserChristian Rützel, Abteilungsleiter Marketing Durchfluss, Endress + Hauser
  • Christian Rützel, Abteilungsleiter Marketing Durchfluss, Endress + Hauser
  • Einheitliche Gerätekonzepte reduzieren die Komplexität.
  • Flexibilität und Einfachheit im Ersatzteilmanagement durch modular austauschbare Gerätekomponenten.
  • Cleveres Datenmanagement vermeidet Datenverlust und spart Zeit.

Immer leistungsfähigere Anlagen mit einer großen Bandbreite an messtechnischen Anwendungen sollen bei möglichst geringen Kosten sicher betrieben werden. Die Komplexität und Vielzahl der messtechnischen Lösungen steigt. Dadurch wird der Ruf nach Einfachheit durch Einheitlichkeit in der Feldinstrumentierung immer lauter. Einheitliche Gerätekonzepte können bei der Planung, der Beschaffung, dem Betrieb und der Wartung von Anlagen die Kosten senken und die Sicherheit erhöhen.

Das Zweileiter-Konzept von Endress + Hauser für Durchfluss und Füllstand setzt neue Maßstäbe für Durchgängigkeit und Einheitlichkeit in der Feldinstrumentierung: Es vereinheitlicht Bedienung, Software, Schnittstellen, Datenmanagement, Systemintegration, Gehäusekomponenten und Elektronikmodule, Bestellstrukturen und Dokumentation.

Optimierte Betriebsbetreuung

Gerade in der Betriebsbetreuung entsteht viel Aufwand durch die unterschiedliche Gerätetechnik. Einfachheit durch Einheitlichkeit schafft Sicherheit im Tun und reduziert den Aufwand. Mit der „Unified Instrumentation" setzt Endress + Hauser einen Firmenstandard um, der für alle neuen Geräte die intuitive Bedienung, die Parametermenüs und alle Bezeichnungen vereinheitlicht. Das reduziert den Schulungsaufwand und spart Zeit bei Inbetriebnahme und Wartung.
Die 24 unterschiedlichen Messgeräte des Zweileiterkonzeptes für Durchfluss und Füllstand beinhalten für einen breitbandigen Einsatz eine Vielzahl von Funktionalitäten. In Standardanwendungen werden jedoch meist nur wenige Parametrierfunktionen der Messstelle benötigt. Aus diesem Grund wird der komplette Leistungsumfang an Geräte-Funktionalität zielgruppenorientiert für drei Benutzergruppen zur Verfügung gestellt. Für diese Benutzergruppen (Anlagenfahrer, Betriebliche Instandhaltung, Endress + Hauser Service) bietet die Menüstruktur einen optimalen Zugriff und schafft Sicherheit durch Vermeidung von Parametrierfehlern. Das Bedienkonzept zeichnet sich durch weitreichende Funktionalitäten und hilfreiche Werkzeuge aus, die trotz der umfangreichen Möglichkeiten eine einfache und sichere Bedienung sicherstellen. Die integrierten Kurzanleitung zu den Menueparametern und die Darstellung von Abhilfemaßnahmen im Fehlerfall sowie die Bedienung über ein abgesetztes Display mit bis zu 50 m Kabellänge schaffen zusätzlich Transparenz und Flexibilität.

Austauschbarkeit macht flexibel

Die Modularität und Austauschbarkeit für Komponenten und Ersatzteile garantiert niedrige Lagerkosten bei gleichzeitig hoher Anlagenverfügbarkeit.

Und das für alle 24 Messgerätelinien zur Messung von Durchfluss und Füllstand. Dazu gehören die unterschiedlichen Messgerätetechnologien der Durchflussmessung (Coriolis, magnetisch-induktiv, Vortex und Ultraschall) und der Füllstandmessung (Geführtes Radar, freiabstrahlendes Radar und Ultraschall). Alle Komponenten können flexibel ausgetauscht werden. Auch eine Umrüstung von Lagergeräten für den jeweiligen Einsatzbereich stellt kein Problem dar. Gewählt werden kann zwischen verschiedenen Displays (Bedienung von außen oder über Druck-Tasten), zwischen unterschiedlichen Ausgangsmodulen (Strom, Impuls oder Feldbustechnologien wie Profibus PA oder Foundation Fieldbus). Das Gerät erkennt automatisch die Bestückungsvariante und stellt softwareseitig die notwendigen Konfigurationsparameter für die Inbetriebnahme zur Verfügung. Damit entsteht eine im Anlagenbetrieb bisher unerreichte Flexibilität und Einfachheit im Ersatzteilmanagement und bei der Instandsetzung von Geräten.

Vermeidung von Datenverlust

Das HistoROM ist Hauptbestandteil im Datenmanagementkonzept der neuen Zweileiter-Geräte. Es ermöglicht viele für den sicheren Anlagenbetrieb wichtige Funktionalitäten. Der Datenspeicher ist unverlierbar mit dem Transmittergehäuse verbunden und speichert automatisch alle zum Messgerät gehörenden Sensor-, Parametrier- und Kalibrierdaten. Alle wichtigen Prozess- und Geräteereignisse werden in einem Ereignis-Logbuch abgelegt. Optional unterstützt das HistoROM auch im Gerät integrierte Vierkanal-Linienschreiber-Funktion.
Es können bis zu 1000 Messdaten gespeichert werden, die mit Hilfe des Bedientools FieldCare gespeichert oder auch über das Geräte-Display auf gleiche Messstellen transferiert werden. Außerdem ist erstmals der einfache Nachweis einer unveränderten Geräteparametrierung in sicherheitsgerichteten Anwendungen möglich, was die Geräteprüfung vereinfacht. Die automatische Datensicherung ermöglicht darüber hinaus den zeitsparenden Austausch von Elektroniken ohne Neuabgleich und vermeidet Datenverlust.
Auch die Instandhaltung von Anlagen wird einfacher. Mit der neuen Möglichkeit im Zweileiter-Konzept eine standardisierte Firmware Versionen zu beziehen und langfristig verfügbar zu halten, gehören heutige Interoperabilitätskonflikte der Vergangenheit an.

Geräte- und Prozessdiagnose

Die Geräte und Prozessdiagnose gemäß NE 107 sichert eine schnelle Entscheidungshilfe im Fehlerfall. Die vereinheitlichten Statussignale (MSCF) der Namur NE 107 wurden für eine zielgerichtete Auswertung umgesetzt. Die NE 107 beschreibt eine ganze Reihe von spezifischen Fehlerdiagnosen, für die es bisher zum Teil noch keine technischen Lösungen gab. Das neue Zweileiter-Konzept für Durchfluss und Füllstand setzt nun diese Anforderung konsequent um. Die Diagnosemeldungen und deren Kategorisierung nach NE 107 werden direkt im Display bei Auftreten eines Fehlerzustandes dargestellt. Die Zuordnung des Fehlercodes in Kombination mit einer Volltexterklärung und der Darstellung von empfohlenen Abhilfemaßnahmen ermöglicht eine zeitsparende und zielgerichtete Instandsetzung. Der integrierte Ereigniszähler protokolliert alle aufgetretenen Fehlerzustände und Gerätezugriffe mit Angabe der Ereignis-Zeit über einen integrierten Betriebsstundenzähler.

Einfache Planung

Die Messstellen- und Gerätekonfiguration wird mit der Planungs- und Auslegesoftware Applicator zum Kinderspiel: Alle 24 Gerätelinien des Zweileiter-Konzeptes stehen im Applicator Selection neben den weiteren 350 Produktlinien für die Auswahl der Best-Fit-Technologie zur Verfügung.
Die Einheitlichkeit des Gerätekonzepts von Endress + Hauser erleichtert auch die Elektroplanung, z. B. bei der Erstellung von Makros mit E-Plan oder Autocad. Hierbei können spezifizierte Blöcke einfach und schnell kopiert werden, da alle Anbindungspunkte und Schnittstellen die gleichen Spezifikationen und Klemmenbezeichnungen haben.
Bei der Hardware-Planung und Konfiguration werden die Geräte und deren Treiber, z. B. GSDs, in die Systemstruktur der Anlage eingebunden. Die Parameter und Leistungsdaten der einzelnen Schnittstellen (z. B. 4...20 mA Stromausgang, Profibus PA, Foundation Fieldbus) haben die gleiche Spezifikation und Bezeichnung und sind in der Dokumentation an exakt der gleichen Stelle zu finden. Beim Einlesen von Geräten werden dem Steuerungssystem alle relevanten Informationen der Feldinstrumentierung zugewiesen. Auch hier sichert die konsequente Einheitlichkeit das einfache Integrieren von Messwerten, Stör- und Diagnosemeldungen (z. B. nach NE 107).
Die neuen Zweileiter-Durchflussmessgeräte Promass (Coriolis) oder Promag (Magnetisch Induktive Durchflussmessung) ermöglichen eine direkte Versorgung über den 4...20 mA Signalausgang. Damit kann jetzt auch im Bereich Durchfluss auf die zusätzliche Installation einer Versorgungsspannung komplett verzichtet werden. Dadurch ergeben sich wesentliche Kostenvorteile: Reduzierter Planungsaufwand und Installationskosten durch den Wegfall von Versorgungsleitungen, Kabeltrassen oder Schutzschaltern. Bei Neuanlagen können diese Einsparungen 800 bis 1.200 € pro Messstelle betragen.
Die Rohrleitungsplanung in Anlagenprojekten wird zeitlich meist vor der Auswahl des Gerätelieferanten angestoßen. Häufig steht erst nach Abschluss der Planung der Gerätehersteller für das Anlagenprojekt fest. Hierdurch können sich Änderungen zur anfänglichen Rohrleitungsplanung ergeben z. B. durch geänderte Gehäuseabmessungen oder Änderungen in den Rohrleitungs-Einbaulängen. Gerade hier zahlen sich identische Gehäuse bei allen Durchfluss- und Füllstandtechnologien des Zweileiter-Konzeptes aus. Die neu verfügbaren einheitlichen NAMUR-Einbaulängen für Durchflussmessgeräte garantieren hohe Planungssicherheit und helfen Mehraufwand durch nachträgliche Änderungen zu vermeiden.
Auch die Planung und Auslegung von Ex-Schutz- und Sicherheitsloops wird einfacher. Alle Daten zur Berechnung der Sicherheitsloops oder zur Erstellung von Eigensicherheitsnachweisen sind einheitlich aufbereitet und einfach und schnell verfügbar.

Beschaffung und Dokumentation

Durch die Umsetzung der Merkmalsleisten nach NE 100 lassen sich Anfrage- und Angebotsinhalte im Beschaffungsprozess automatisiert austauschen und abgleichen. Alle Geräte sind darin mit ihren technischen Spezifikationsdaten standardisiert beschrieben. Die spezifizierten Daten lassen sich dann zuverlässig in die jeweilige Projektdokumentation überführen - ohne Übertragungsfehler oder Fehlinterpretationen der Daten. Die Geschäftsprozesse werden damit sicherer, schneller und effizienter.
Alles in allem ermöglicht die konsequente Einheitlichkeit des Zweileiterkonzeptes eine Reduktion der Komplexität und damit verbunden eine weitreichende Einsparung von Ressourcen in der Planung, der Beschaffung und dem Betrieb von Anlagen.

 

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