Zusammenarbeit für langfristigen Erfolg

PNO und NAMUR erörtern Einsatz von Ethernet

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Inzwischen bewegt die Prozessindustrie nicht mehr die Frage, „ob“ sondern vielmehr „wann“ Ethernet im Feld etabliert wird. Um eine möglichst breite Zustimmung und damit Akzeptanz zu erhalten, arbeitet die Profibus Nutzerorganisation (PNO) und ihr internationaler Dachverband Profibus & Profinet International (PI) eng mit den Anwendern zusammen. Ein wichtiges Anliegen ist dabei neben der Zuverlässigkeit auch der Investitionsschutz, also die Option, die derzeit installierten Technologien weiter nutzen zu können.

Ethernet in der Prozessautomatisierung

Die PNO setzt seit mehr als 30 Jahren Standards in der Feldbuskommunikation. Dabei geht es nicht allein darum, eine Technologie auf den Markt zu bringen, sondern eine Lösung zu etablieren, die gemeinsam von vielen Anwendern, Herstellern und Nutzerorganisationen getragen wird. Auch bei den aktuellen Aufgaben in der Prozessindustrie und bei der Etablierung von Ethernet im Feld wird mit den Anwendern intensiv zusammengearbeitet.

In diesem Zusammenhang haben die PNO und die NAMUR (Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie) im Rahmen eines Symposiums gemeinsam den Einsatz von Ethernet in der Prozessindustrie erörtert. Ziel der Veranstaltung war, Anforderungen an ein Ethernet-Kommunikationssystem für die Prozessautomatisierung zu bewerten, diese abzustimmen und zu priorisieren.

Die Diskussionsergebnisse der erfahrenen Spezialisten von System- und Geräteherstellern mit Anwender-Experten fließen in ein Positionspapier des NAMUR Arbeitskreises 2.6 Feldbus (Obmann: Sven Seintsch, Bilfinger) ein, welches als Basis für die Entwicklung eines digitalen Kommunikationssystems der nächsten Generation für den Einsatz in prozesstechnischen Anlagen dienen wird. Dabei werden bisherige Erfahrungen mit bestehenden Feldbussystemen sowie zukünftig geforderte Eigenschaften berücksichtigt.

Vereinfachen der Handhabung

In jeder Phase des Lebenszyklus einer Anlage erfüllen digitale Bussysteme wichtige Anforderungen der Anwender und sind der analogen Kommunikation dabei in Bezug auf Qualität, Kosten und Geschwindigkeit deutlich überlegen.

Trotzdem ist der Durchdringungsgrad von Feldbusinstallationen in der Großchemie immer noch vergleichsweise gering. Grund ist die beim Anwender empfundene hohe Komplexität. Mit der nächsten Generation soll die Handhabung der digitalen Kommunikation in den umfangreichen Anlagen der Prozessautomation vereinfacht (Easy-to-use) sowie gleichzeitig die technologischen Voraussetzungen für Lösungen um Industrie 4.0 definiert werden.

Der Leiter des Namur Arbeitsfeldes 2 „Prozess- und Betriebsführungssysteme“, Michael Pelz (Clariant), fasst den Nutzen der Aktivität folgendermaßen zusammen: „Die enge Zusammenarbeit zwischen Hersteller- und Anwenderorganisationen schon in der frühen Phase einer neuen Technologie setzt sehr viel Synergiepotenzial frei. Das bietet die beste Chance, eine neue Technologie einerseits kostengünstig in den Produkten der Anbieter, andererseits effizient in den Anlagen der Anwender einzuführen.“

Dr. Peter Wenzel, Geschäftsführer der PNO, kennt die sehr langen Anlagenlaufzeiten in der Prozessindustrie und die damit verbundene lange Nutzung der PLT- und Feldgerätetechnik und betont die besondere Herausforderungen für digitale und vernetzte Kommunikationsstrukturen in der Prozessindustrie: „Für eine erfolgreiche Einführung eines Kommunikationssystems auf Ethernet-Basis bedarf es einer frühzeitigen Abstimmung der Anforderungen mit den Anwendern.“ Eine Ablösung der Profibus-Technologie hin zu Ethernet basierter Feldkommunikation wird – wie immer in der Praxis – schrittweise erfolgen. Hierzu hat die PNO mit der Definition der Proxy-Technologie eine Lösung zur Verfügung gestellt, die es ermöglicht, Profibus-Systeme auf längere Sicht in Profinet-Systemen zu integrieren. (vo)

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Haid-und-Neu-Str. 7
76131 Karlsruhe

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