Personal & Karriere

Chemieunternehmen: wenig bekannt, aber gutes Image

Nur jeder zweite Studierende kennt die Top-Unternehmen in der Chemie

25.04.2016 -

Nur jeder zweite Studierende kennt die Top-Unternehmen in der Chemiebranche. Dies ist das überraschende Ergebnis der siebten Erhebung der „Fachkraft 2020“-Studienreihe. Denn obwohl es sich bei der Chemiebranche um eine der bedeutendsten Industriebranchen Deutschlands handelt, sind ihre Top-Unternehmen der Hälfte der Studenten deutscher Hochschulen unbekannt. Es gibt aber auch positive Nachrichten: Das Image der Branche ist gut.

Untersucht wurde der durchschnittliche Bekanntheitsgrad der in Deutschland agierenden Top-Unternehmen von zwölf ausgesuchten Branchen. Dabei gaben 50% der befragten Studierenden an, dass ihnen die Top-7-Chemieunternehmen bekannt seien – der zweitniedrigste Wert im Branchenvergleich. Damit kann der Chemiebereich einzig den Maschinen- und Anlagenbau (22%) hinter sich lassen. Der Blick nach vorne zeigt deutlich höhere Werte beim Spitzenreiter, der Einzelhandelsbranche, deren Top-7-Unternehmen durchschnittlich 94 % der Befragten kennen.

In der vorangegangenen Erhebung der Studienreihe im März 2015 wurden 24 Branchen auf ihre Beliebtheit untersucht. Dabei wurden auch die sieben attraktivsten Arbeitgeber jeder Branche identifiziert. Die Studienreihe „Fachkraft 2020“ wird halbjährlich in wissenschaftlicher Kooperation zwischen Studitemps und dem Department of Labour Economics der Maastricht University durchgeführt. Rund 25.000 Studierende haben an der vorliegenden Befragung teilgenommen. Die nächste bundesweite Erhebung findet im September 2016 statt.

Chemieunternehmen beliebter als Banken, Bayer bekannter als BASF

Anders sieht es hingegen bei der Frage nach der Arbeitgeberattraktivität aus. Hier landen die Top-Unternehmen mit durchschnittlich 47% hinter der erstplatzierten Automobilindustrie (62%) und dem zweitplatzierten Internet- und IT-Bereich (56%) auf Rang 3. Damit kann der Chemiebereich auch große und namhafte Branchen wie z.B. das Bankwesen (30%) oder den Telekommunikationssektor (25%) hinter sich lassen.

Der Bekanntheitsgrad der Top-7-Unternehmen unterscheidet sich enorm. Während Bayer für 90% der Studierenden ein Begriff ist und auch Henkel immer noch 83% der Teilnehmer kennen, ist der drittplatzierte BASF-Konzern (59%) schon deutlich weniger Befragten bekannt. Die Plätze 3 bis 6 liegen eng beieinander: Lanxess erreicht 36%, Linde 33% und Evonik Industries 32%. Als mehrheitlich unbekannt ist das Unternehmen Wacker Chemie (14%) zu bezeichnen.

Bei der Frage, ob die zukünftigen Absolventen sich vorstellen könnten, nach dem Abschluss für eines der sieben Unternehmen zu arbeiten, ergaben sich überwiegend geringfügige Differenzen. Die meisten positiven Bewertungen erhielt mit 51% der Konzern Henkel, dicht gefolgt von Linde mit 50%. Daran schließen sich BASF (49%), Bayer (48%) und Lanxess (46%) an. Rang 6 besetzt Evonik Industries, liegt jedoch mit 43% gerade einmal 8 Prozentpunkte hinter dem erstplatzierten Henkel-Konzern. Nur Wacker Chemie auf Rang 7 vereint auffallend weniger positive Stimmen auf sich und kann aufgrund von nur 32% Zustimmung mit den Spitzenplätzen nicht mithalten.

Gutes Image beim akademischen Nachwuchs

Der Chemiebereich erscheint hinsichtlich studentischer Jobwahlkriterien in einem vorwiegend positiven Licht. Aus Sicht der Studierenden zeichnet die Branche vor allem die besondere Familienfreundlichkeit aus, 80% bedeuten den höchsten Wert im Branchenvergleich. Gleiches gilt für den Aspekt Chancengleichheit / Diversity (80%). Und auch die Aufstiegsmöglichkeiten (90%) gelten als sehr gut – immerhin der zweitbeste Wert nach der Pharmabranche (91%). Etwas weniger positiv schätzen die Befragten die Chemiebranche z.B. mit Blick auf die Kategorien Social Media Präsenz (68%) oder Nachhaltigkeit (58%) ein. Insgesamt ist das Image dennoch als positiv zu bezeichnen. (ag)

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