03.04.2019
ThemenPersonal

Gut arbeiten in der Chemie- und Pharmaindustrie

Great Place to Work und CHEManager zeichnen Preisträger 2019 der Initiative „Beste Arbeitgeber Chemie“ aus

  • Die Awards „Beste Arbeitgeber Chemie“ wurden erstmals am 2. April  2019 beim Verlag Wiley-VCH in Weinheim ausgezeichnet.  © TKritzerDie Awards „Beste Arbeitgeber Chemie“ wurden erstmals am 2. April 2019 beim Verlag Wiley-VCH in Weinheim ausgezeichnet. © TKritzer
  • Die Awards „Beste Arbeitgeber Chemie“ wurden erstmals am 2. April  2019 beim Verlag Wiley-VCH in Weinheim ausgezeichnet.  © TKritzer
  • Das Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work und CHEManager haben die Brancheninitiative „Beste Arbeitgeber Chemie“ ins Leben gerufen. © TKritzer
  • „Gute Arbeitsbedingungen und motivierte Mitarbeiter sind zentrale Bausteine für gute und innovative Produkte.“ Hans-Peter Frei, Geschäftsführer, FreiLacke © TKritzer

Brancheninitiative „Beste Arbeitgeber Chemie“ zeichnet Unternehmen für hohe Arbeitsplatzqualität und nachhaltige Personalarbeit aus. Aktuelle Standortbestimmung liefert wichtige Erkenntnisse und Impulse zur Gestaltung einer vertrauensvollen und begeisternden Unternehmenskultur in Chemieunternehmen.

Wo können sich Chemie- und Pharmaunternehmen als Arbeitgeber in Zukunft noch verbessern? Wie steht die Branche in puncto Arbeitsplatzqualität im Vergleich zu anderen da? Welche Benchmarks und Best Practices gibt es? Und: Welche Unternehmen bieten Beschäftigten und Bewerbern besonders attraktive und förderliche Arbeitsbedingungen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich die 2018 vom internationalen Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work und CHEManager als Partner ins Leben gerufene Brancheninitiative „Beste Arbeitgeber Chemie. Ziel ist es, Chemieunternehmen bei der Entwicklung als attraktive und zukunftsorientierte Arbeitgeber zu fördern, besondere Unternehmensleistungen zu würdigen und die Branche insgesamt durch ein eigenständiges Qualitätssiegel für hohe Arbeitsplatzqualität zu stärken.

Im Rahmen der Initiative können Chemieunternehmen ihre Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber in einem unabhängigen Prüfverfahren messen lassen, sie mit anderen vergleichen und weiterentwickeln. Zur Premiere nutzten 24 große und kleinere Unternehmen aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie die Möglichkeit zur Standortbestimmung. Über 25.000 Beschäftigte der teilnehmenden Unternehmen wurden von Great Place to Work ausführlich zur Arbeitsplatzqualität ihres Unternehmens befragt – bspw. zur erlebten Anerkennung und Wertschätzung, zur Führung und Partizipation, zur Unterstützung der beruflichen Entwicklung, zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Personalverantwortliche der teilnehmenden Unternehmen gaben in einem Kultur-Audit zudem Auskunft über die zur Gestaltung einer attraktiven und förderlichen Arbeitsplatzkultur eingesetzten Maßnahmen und Instrumente.

Nach der Auswertung und dem Vergleich erhielten alle Teilnehmer individuelle Ergebnisberichte, die Auskunft über spezifische Stärken und Potenziale sowie Impulse für die Weiterentwicklung geben.

Sieben Unternehmen aus der Branche dürfen sich nun besonders freuen: Sie wurden für ihre guten und teils auch hervorragenden Leistungen als Arbeitgeber mit dem Great Place to Work Award „Beste Arbeitgeber Chemie 2019“ ausgezeichnet. Zur offiziellen Preisverleihung am 2. April 2019 im
Wiley-VCH Verlag in Weinheim an der Bergstraße gaben sich die Preisträger ein Stelldichein. Feierlich überreicht wurden die Awards von Frank Hauser, Geschäftsführer bei Great Place to Work Deutschland. Neben den Preisträgern nahmen auch interessierte Personalverantwortliche anderer Unternehmen der Branche teil, um sich inspirieren zu lassen und neue Impulse mitzunehmen. Dazu wurden in einem Fachforum im Vorfeld der Prämierung aktuelle Herausforderungen der Branche im Bereich der Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung diskutiert und Best Practices ausgetauscht.

Das sind die Preisträger „Beste Arbeitgeber Chemie 2019“

Die Verleihung der Great Place to Work Awards erfolgte differenziert nach vier Größenkategorien:
In der Größenklasse der Unternehmen mit über 1.000 Beschäftigten in Deutschland wurden drei Firmen als Arbeitgeber ausgezeichnet:

die deutsche Tochter des US-Biopharmaunternehmens AbbVie mit Sitz in Wiesbaden (Platz 1), der Kontaktlinsen- und Pflegemittel-Hersteller Alcon/Ciba Vision aus Großwallstadt sowie Roche Diagnostics in Deutschland mit Zentrale in Mannheim.

In der Kategorie der Unternehmen mit 251 bis zu 1.000 Mitarbeiter belegt Delo Industrie Klebstoffe aus dem bayerischen Windach den Spitzenplatz, dicht gefolgt vom Lackspezialisten FreiLacke aus dem Schwarzwald.

Bei den kleineren Unternehmen (Größenlasse 50 bis 250 Beschäftigte) gingen die Awards an den Naturmedizinhersteller Pascoe aus Gießen sowie an die deutsche Tochter des internationalen Erdölproduzenten Vermillion Energy aus Hannover (Kategorie 10 bis 49 Mitarbeiter).

Gemeinsam ist allen diesjährigen Preisträgern: Ihnen gelingt es bereits in besonderer Weise, ein hohes Maß an Vertrauen und Begeisterung in der Zusammenarbeit zu stiften. Die Mitarbeiter fühlen sich überdurchschnittlich wertgeschätzt, gefördert und ins Unternehmen eingebunden. Ausgewählte Ergebnisse aus den Mitarbeiterbefragungen und der Vergleich mit gewöhnlichen Unternehmen bzw. Durchschnitten aus der Branche verdeutlichen dies:

Stärker als üblich gelobt werden bspw. die Förderung der beruflichen Entwicklung der Beschäftigten (Zustimmung: 71 % vs. 55 %), das kompetente Verhalten der Führungskräfte (75 % vs. 61 %), eine offene und ehrliche Feedbackkultur im Unternehmen (74 % vs. 51 %), der Einbezug der Mitarbeiter in Entscheidungen (65% vs. 49%) sowie das aufrichtige Interesse der Führungskräfte an den Mitarbeitern als Personen und nicht nur an ihrer jeweiligen Arbeitskraft (72% vs. 54%). Auch die Möglichkeiten Verbesserungsvorschläge und Ideen mit einzubringen (73% vs. 57%), die Beteiligung am Unternehmenserfolg (70% vs. 50%), die Unterstützung der Balance von Beruf und Privatleben (73 % vs. 49 %) und nicht zuletzt die aktive Förderung der Gesundheit der Beschäftigten (84 % vs. 61 %) werden deutlich besser als in anderen Unternehmen beurteilt.

Mit Blick auf den Personalmarkt und die Rolle der Beschäftigten als Botschafter ebenfalls bemerkenswert: 85 % der Beschäftigten der aktuellen Preisträger sind bereit, ihr eigenes Unternehmen als Arbeitgeber weiterzuempfehlen; im Branchendurchschnitt ist dies deutlich seltener der Fall (66 %).

Wir freuen uns, gleich zum Auftakt der neuen Brancheninitiative als einer der besten Arbeitgeber ausgezeichnet zu werden“, sagt Patrick Horber, Geschäftsführer von AbbVie Deutschland.
Das zeigt uns, dass unsere Mitarbeiter die außergewöhnliche Unternehmenskultur bei AbbVie leben und schätzen und spornt uns für die weitere Zukunft an.“

Rainer und Hans-Peter Frei, die Geschäftsführer von Europas führendem Systemlackanbieter FreiLacke ergänzen: „Uns war es ein wichtiges Anliegen, die schon guten Ergebnisse mit unseren Mitarbeiter gemeinsam weiter zu optimieren, um unsere Unternehmenskultur weiter zu verbessern. Gute Arbeitsbedingungen und motivierte Mitarbeiter sind auch zentrale Bausteine für gute und innovative Produkte für unsere Kunden.

Für einige Gewinner des Chemie-Awards zusätzlich erfreulich: Sie konnten sich auch beim branchenübergreifenden Arbeitgeberwettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ – den das Great Place to Work Institut bereits seit 2002 jährlich durchführt – auf der Liste der besten Arbeitgeber platzieren.

Gute Arbeitsplatzkultur zahlt sich auch wirtschaftlich aus

Insgesamt sorgt eine ebenso vertrauensbildende wie begeisternde und förderliche Kultur der Zusammenarbeit in den Unternehmen nicht nur allgemein für eine größere Zufriedenheit, Motivation und Bindung der Mitarbeiter, sondern spiegelt sich auch in wichtigen Management- und Personalkennziffern wider: Chemieunternehmen, die von ihren Mitarbeitern als besonders gute und attraktive Arbeitgeber beurteilt werden, weisen im Vergleich zum Unternehmensdurchschnitt signifikant niedrigere Krankenstände und Fluktuationsraten auf, profitieren zudem von überdurchschnittlicher Umsatzentwicklung (Managementzustimmung: 71 % vs. 31 %) und Innovationskraft (88 % vs. 58 %). Übergreifende Veränderungsprozesse wie etwa digitale Transformation oder demografischer Wandel lassen sich auf dieser Basis erfolgreicher bewältigen. „Es lohnt sich, in die Entwicklung der Unternehmenskultur und in eine nachhaltige HR-Arbeit zu investieren“, bestätigt Hauser. „Das stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen und verbessert zugleich auch die Chancen auf dem umkämpften Personalmarkt.

„Gute Arbeitsbedingungen und motivierte Mitarbeiter sind zentrale Bausteine für gute und innovative Produkte.“
Hans-Peter Frei, Geschäftsführer, FreiLacke

Vergleicht man die aktuellen Ergebnisse zur Arbeitsplatzqualität in der Chemiebranche mit denen des branchenübergreifen Arbeitgeber-Benchmarking „Deutschlands Beste Arbeitgeber“, so zeigt sich in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in puncto Mitarbeitervertrauen und Mitarbeiterbegeisterung im Ganzen ein recht gutes Bewertungsniveau. Zugleich wird aber auch noch einige Luft nach oben erkennbar, ebenso wie teils noch sehr deutliche Unterschiede innerhalb der Branche. Potenzial, das als Impuls für die zukünftige Entwicklung genutzt werden sollte. Zumal der internationale Wettbewerbsdruck noch zunimmt und die Verfügbarkeit hochengagierter Fachkräfte heute bereits zum Nadelöhr für nachhaltiges Wachstum und Innovation wird. Glücklich dürfen sich diejenigen schätzen, in deren Unternehmen die Chemie stimmt und aktiv und lebendig ist

Autor(en)

Kontaktieren

Great Place to Work Deutschland
Hardefuststraße 7
50677 Köln
Telefon: +49 221 93 33 50

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.