11.06.2015
ThemenPersonal

Mit Qualität zum neuen Job

Wie Hochschulabsolventen den Einstieg in die Industrie schaffen

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  • Dr. Ing. Barbara Pohl

Wer frisch von der Universität kommt und sich optimistisch daran begibt, seinen ersten Job in der Industrie zu bekommen und damit beginnt, die Stellenanzeigen zu studieren, muss häufig feststellen dass die dort geforderten Qualifikationen einfach (noch) nicht vorhanden sind. Und schlimmer, teilweise sind die in den Stellenanzeigen verwandten Begriffe den Hochschulabsolventen gar nicht bekannt, denn ganz häufig werden Erfahrungen in unterschiedlichen Qualitätsmanagementsystemen verlangt.

Dort steht dann z.B. „Erfahrungen im Bereich GMP und GLP“ sind vorteilhaft und „Grundlagen der ISO 9001 werden erwartet“, oder der Bewerber soll zuständig sein für „Qualitäts- und Akkreditierungsfragen“. Zu den Aufgaben des Bewerbers gehört ggf. die Einführung der nach „DIN/EN ISO /IEC 17025 geforderten Standards und Prozesse“ oder die Bearbeitung von „Fragestellungen zum Thema REACh“.

Keine Aufgabe ohne Qualitätsmanagement

In der chemischen und pharmazeutischen Industrie gibt es heutzutage tatsächlich kaum mehr ein Aufgabengebiet, das sich nicht in irgendeiner Form mit einem Qualitätsmanagementsystem befasst. Dies hat zum einen damit zu tun, dass wir im internationalen Wettbewerb stehen, und damit immer mehr regulierte Märkte haben, die über Vorgaben der Europäischen Union oder der amerikanischen Umweltbehörde FDA (Federal Drug Administration) bis zu speziellen Vorgaben des chinesischen Marktes reichen. Aber auch das Thema  Umweltschutz rückt immer mehr in den Vordergrund und viele globalen agierende Unternehmen gehen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und versuchen, aufgrund der Einführung eines freiwilligen Umweltmanagementsystems nachteilige Umweltauswirkungen zu verhindern. Die international anerkannte Guideline dazu  ist die DIN EN ISO 14001: 2009-11 „Umweltmanagementsysteme“.

Hier ist auch fest zu halten, dass das Thema Qualitätsmanagement weit darüber hinausgeht, nur Guidelines oder DIN Vorschriften korrekt zu folgen.  Dokumentierte Qualität ist ein echter Produktvorteil und auch schon längst als Marketingtool erkannt und zudem erfolgreich vermarktet worden.

Beispielhaft sei hier das Darmstädter Unternehmen Merck aufgeführt, das im Bereich der Pigmentproduktion jetzt als erster Pigmenthersteller mit der Linie „Suprima“ eine Qualitätsmarke einführt. „Die Marke zeichnet sich dadurch aus, dass Kunden relevante Qualitätsgarantien sowie ein umfangreiches Dossier erhalten. Letzteres enthält eine Fülle von Auswertungen, Spezifikationen und Messdaten in kompakter Form und bietet für Kunden einen spürbaren Mehrwert“, so der Hersteller.

Für die Mitarbeiter, die im Bereich der Qualitätssicherung beschäftigt sind, bedeutet dies auch ein Umdenken, denn Sie sind mehr gefordert, Ihren Laborbereich zu verlassen und aktiv mit dem Vertrieb und den Marketingabteilungen zusammen zu arbeiten.

Studium bereitet unzureichend vor

Es ist also unbestritten, dass das Thema Qualitätsmanagement ein immer größeres Gewicht in der chemischen Industrie erhält. Dem gegenüber steht nun leider ein Chemiestudiengang, der dieses Thema entweder gar nicht oder doch sehr stiefmütterlich behandelt.

Dies ist keine unbekannte Tatsache, denn schon 2008 zeigte eine Umfrage, dass der Bedarf nach Chemikern zwar da ist, dass aber neben der allgemeinen fachlichen Qualifikation verstärkt nach den sog. „Soft Skills“, also z.B. Teamfähigkeit oder Kundenorientierung gefragt wird und dass Erfahrungen zum Themenkomplex „Kenntnis in Qualitätsmanagement Systemen“ absolut hilfreich sind. Auch hier wurde beanstandet, dass die meisten Bewerber in diesen Bereichen wenig oder gar keine Kenntnisse hätten.

Die oben genannte Umfrage wurde von der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh bei 82 Firmen durchgeführt, die aus weiten Bereichen der chemischen und der Chemie nahen Industrie stammten. Sie hatte zum Ziel, die Bedarfe der einstellenden Unternehmen zu ermitteln.

Fachprogramm der GDCh

Mit dem Fachprogramm „Geprüfter GxP Experte (GDCh)“ versucht die GDCh, den Anforderungen aus der Industrie, aber auch der Nachfrage von jungen Chemikern, die auf Jobsuche in der Industrie sind, ein adäquates Weiterbildungstool anzubieten.
 


Die Qualitätssysteme GMP und GLP im Überblick
Kursmodul zum Geprüften Qualitätsexperten GxP (GDCh)

11. November 2015, Frankfurt am Main
GDCh-Kurs: 511/15
Leitung: Dr. Barbara Pohl

Weitere Informationen und Anmeldung über:
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), Fortbildung
Tel.: +49 69 7917 291 oder +49 69 7917 364
fb@gdch.de


 

 

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