22.01.2020
ThemenPersonal

Neues aus dem VAA – Umfrage zu Arbeitszeitmodellen

Nur die Hälfte der VAA-Führungskräfte bevorzugt Vertrauensarbeitszeit

  • © Stephen Schildbach/Getty Images © Stephen Schildbach/Getty Images

Für drei Viertel der im Führungskräfte Chemie – VAA vertretenen Fach- und Führungskräfte gilt Vertrauensarbeitszeit, aber nur die Hälfte zieht dieses Arbeitszeitmodell der Zeiterfassung vor. Das zeigt eine aktuelle Umfrage zur Arbeitszeit, die der Verband vor dem Hintergrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes zur Arbeitszeiterfassung durchgeführt hat.

Der Europäische Gerichtshof hatte im Mai 2019 entschieden, dass Unternehmen in der Europäischen Union für die Erfassung der Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter sorgen müssen, damit die Einhaltung der EU-Arbeitszeitrichtlinie sichergestellt werden kann. „Aus dem Urteil selbst folgt keine unmittelbare Umsetzungspflicht für die Arbeitgeber, sondern es ist eine Konkretisierung durch die nationalen Gesetzgeber erforderlich. Dieser Schritt steht derzeit für das deutsche Arbeitszeitrecht noch aus“, so VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch.

Die aktuelle Umfrage des VAA zur Arbeitszeit von Fach- und Führungskräften zeigt, dass der Anteil der Arbeitnehmer mit Vertrauens­arbeitszeit im tarifnahen Bereich bei rund 60 % liegt und mit den höheren Hierarchiestufen im Unternehmen auf deutlich über 80 % ansteigt. Nur auf der obersten Hierarchieebene decken sich dabei Arbeitswirklichkeit und Wunsch der Befragten vollständig: Bei der Frage, ob sie Zeiterfassung oder Vertrauensarbeit bevorzugen, geben auf der ersten Ebene fast 90 % der Befragten der Vertrauensarbeitszeit den Vorzug. Auf den Ebenen darunter ist die Präferenz für die Vertrauensarbeitszeit weniger eindeutig und im tarifnahen AT-Bereich wünschen sich mehr Befragte Zeiterfassung (44 %) als Vertrauensarbeitszeit (37 %). Über die Hierarchieebenen hinweg betrachtet präferiert die Hälfte der rund 2.500 Umfrageteilnehmer die Vertrauensarbeitszeit, ein Drittel die Zeiterfassung und rund ein Sechstel hat keine eindeutige Präferenz.

Auch bei der durchschnittlichen Arbeitszeit gibt es deutliche Unterschiede zwischen den befragten VAA-Mitgliedern auf den verschiedenen Hierarchiestufen der Unternehmen: Während auf der ersten Ebene im Schnitt 51 h pro Woche gearbeitet wird, sind es bei den oberen Führungskräften 49 h und bei den leitenden Angestellten unterhalb von Vorstand und oberen Führungskräften sowie im gehobenen AT-Bereich 46 h.

Im tarifnahen Bereich beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Vollzeit 42 h. Fast 90 % der Befragten sind dabei der Ansicht, dass die Arbeitsverdichtung in den letzten zehn Jahren zugenommen hat und bei fast der Hälfte treten häufig oder sehr häufig Konflikte zwischen Berufs- und Privatleben auf.

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