24.03.2020
ThemenPersonal

Personal erfolgreich binden und begeistern

Great Place to Work: Johnson & Johnson, Pascoe und Vermillion sind „Beste Arbeitgeber Chemie & Pharma 2020“

  • Im März 2020 zeichnete Great Place to Work die Preisträger 2020 der Initiative „Beste Arbeitgeber Chemie & Pharma“ aus. (© CHEManager / Kritzer)Im März 2020 zeichnete Great Place to Work die Preisträger 2020 der Initiative „Beste Arbeitgeber Chemie & Pharma“ aus. (© CHEManager / Kritzer)

Auch in diesem Jahr hat das Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie für herausragende Leistungen bei der Gestaltung einer attraktiven und zukunftsorientierten Arbeitsplatzkultur gewürdigt. Besondere Auszeichnung als Beste Arbeitgeber Chemie & Pharma 2020 erhielten der Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson aus Neuss, der Pharmahersteller Pascoe Naturmedizin aus Gießen sowie der Erdgasproduzent Vermilion Energy Germany aus Hannover. Zuvor hatten sich die Unternehmen mit vielen weiteren einer unabhängigen Mitarbeiterbefragung zur Qualität der Arbeitsplatzkultur gestellt. Zudem wurden relevante Maßnahmen der Personalarbeit auditiert.

Gemeinsam ist den aktuellen Preisträgern: Sie werden von der großen Mehrheit ihrer Belegschaften als vertrauenswürdige, fördernde und wertschätzende Arbeitgeber erlebt. Stärken zeigen sich insbesondere in puncto gute Mitarbeiterführung, persönliche Anerkennung, Unterstützung der beruflichen Entwicklung und bei der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Auch der kollegiale Zusammenhalt, der Stolz auf die eigene Arbeit und die Bindung an das Unternehmen sind hier besonders stark ausgeprägt. Dies ist keineswegs selbstverständlich – wie ein vergleichender Blick auf ausgewählte Mitarbeiterbefragungsergebnisse der besten Arbeitgeber mit repräsentativen Durchschnittswerten der Branche verdeutlicht (vgl. Grafik).

Wichtiger Kristallisationspunkt für die erlebte Qualität und Attraktivität von Arbeitgebern ist die übergeordnete Frage: Inwiefern gelingt es Unternehmen in der organisationalen Zusammenarbeit, Vertrauen, Begeisterung und Orientierung zu stiften? „Daran lohnt es, mit besonderem Engagement und Mut täglich zu arbeiten“, sagt Frank Hauser, Geschäftsführer bei Great Place to Work. Zumal in der heutigen Arbeitswelt, die von vielen Umbrüchen und Wandelprozessen geprägt ist.

Vielfältiges Engagement und kulturelle Orientierung
Blickt man auf die Personalarbeit der ausgezeichneten Unternehmen, zeigt sich diese im Ganzen vielfältiger, systematischer und nachhaltiger als in vergleichbaren Unternehmen.

Pascoe engagiert sich bspw. stark in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und bei der beruflichen Entwicklung der Beschäftigten. „Wir wollen unsere Mitarbeiter aktiv in die digitale Zukunft mitnehmen“, sagt Geschäftsführerin Annette Pascoe. „Dafür haben wir eine Weiterbildungsoffensive ins Leben gerufen, mit der wir das Bewusstsein für die Digitalisierung stärken und den Wunsch jedes Einzelnen wecken wollen, sich entsprechend seines Berufsbildes weiterzubilden“.
Vermilion zeigt sich besonders engagiert bei der Beteiligung der Mitarbeitenden an der Gestaltung der Arbeitsplatzkultur. Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen und möglichst zeitnah umgesetzt. Aktiv gepflegt wird ein besonders offener, kreativer und herzlicher Austausch unter den Kollegen. Laura Schiffner, Human Resources Advisor bei Vermilion, sagt: „Die Befragungsergebnisse zeigen uns, dass unsere bisherigen Personalmaßnahmen positiv angenommen wurden. Zugleich erfahren wir, in welchen Bereichen wir uns noch weiter steigern können“. Kontinuierliche Entwicklung und die proaktive Suche nach Verbesserungspotenzialen zählen hier zur kulturellen DNA.
Johnson & Johnson zeigt besondere Stärken bei der Anerkennung herausragender Leistungen und von besonders teamförderndem Verhalten der Mitarbeitenden auf allen Funktionsebenen. 2019 wurde dazu das neue globale Anerkennungsprogramm „Inspire“ eingeführt, das eine noch zeitnähere und kontinuierliche Wertschätzung ermöglicht. Besonders wertvolle Beiträge der Mitarbeitenden werden gemeinsam gefeiert und sind mit verschiedenen Awards und Prämiensystemen verbunden. Jeder kann im Unternehmen jeden dafür nominieren.
Letztlich sind es aber nicht einzelne isolierte Maßnahmen, die Mitarbeitende begeistern und Unternehmen zu ausgezeichneten Arbeitgebern machen: Entscheidend ist eine Unternehmenskultur, die Menschen und gute Beziehungen in den Mittelpunkt stellt. Tragende Säulen sind dabei Vertrauen, Wertschätzung, Inspiration, Teamgeist und Verantwortung. Gerade die nachwachsenden Generationen „Y“ und „Z“ fordern und honorieren dies. Gemeinsam ist allen ausgezeichneten Unternehmen auch: Ihr Bemühen um die Entwicklung einer attraktiven und zukunftsorientierten Arbeitsplatzkultur ist keine „Eintagsfliege“, sondern auf kontinuierliches Engagement, Nachhaltigkeit und Exzellenz ausgerichtet. Diese Grundhaltung und Zuwendung spüren auch die Mitarbeitenden – auch dann, wenn im Einzelnen noch nicht alles perfekt läuft.

Warum sich eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur auszahlt
Stellt man die Frage nach dem Wert und Nutzen einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, wird oft einseitig auf das Thema „Personalgewinnung“ fokussiert. Mindestens ebenso wichtig wie die Frage, wie man in Zukunft neue Fachkräfte gewinnen kann, ist aber die Frage, wie man das vorhandene Personal erfolgreich bindet und begeistert. Wie man die Leistungsbereitschaft und die Offenheit für Wandel und Innovation fördert. Wie eine auf die Arbeitswelt von morgen ausgerichtete Personalführung und Personalentwicklung insgesamt aussehen kann. Fest steht: Top-Arbeitgeber profitieren bereits heute von vielen messbaren Vorteilen einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, die weit über bloßes „Employer Branding“ oder „Arbeitgeberimage“ auf umkämpften Personalmärkten hinausgehen: So liegen beispielsweise die mittleren Fluktuationsraten und Krankenstände bei den besten Arbeitgebern signifikant unter branchenüblichen Vergleichswerten. Bindung und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten sind hier ebenso stärker ausgeprägt, wie die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und Innovationen gemeinsam voran zu treiben. Und: Wichtige Zukunftswährungen – wie Vertrauen, Begeisterung, Zuversicht – erscheinen hier unternehmenskulturell tiefer und stabiler verankert als andernorts. Zentrale Voraussetzungen um dies zu erreichen, sind eine glaubwürdige, faire und achtsame Führung und die aktive Förderung von Identifikation und Teamgeist in der Zusammenarbeit. Genau hier liegt auch der Fokus des Entwicklungsansatzes von Great Place to Work, liefert dafür wichtige praktische Orientierungen, Benchmarks und Impulse. Kaum verwunderlich, dass die Beschäftigten von großartigen Arbeitgebern, diese dann gerne weiterempfehlen, und sich mit einer nachgewiesen mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur zusätzliche Vorteile für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter ergeben. Der Versuch hingegen, sich ohne die dafür notwendige „innere Substanz“ nur nach außen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, hat allenfalls kurzfristigen Erfolg: Was nützt die Gewinnung neuer Mitarbeiter, wenn diese das Unternehmen enttäuscht schnell wieder verlassen? Was bringt es, wenn Dienst nach Vorschrift bereits die obere Grenze für das Engagement darstellt?

Blick nach vorn
Vergleicht man die erlebte Qualität der Arbeitsplatzkultur in der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit anderen Branchen, so zeigt sich: Viele Unternehmen stehen in puncto Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber bisher zwar ordentlich da – aber nicht außergewöhnlich gut. Oft sehr positiv werden bereits Fragen zur Angemessenheit der Vergütung, zu besonderen Sozialleistungen, zur Interessantheit der Aufgabenfelder oder zur Arbeitsplatzsicherheit beurteilt. Das Feedback zur Führungsqualität, Wertschätzung, Förderung und Beteiligung der Beschäftigten fällt hingegen oft nur durchschnittlich aus. Dies erscheint umso bedeutsamer, als die chemisch-pharmazeutische Industrie im Zuge der Digitalisierung zunehmend auch mit anderen Branchen um die gleichen Fachkräfte konkurriert. Etwa mit dem IT-Sektor oder der chemienahen Ingenieurstechnik, und nochmal verstärkt in Ballungsgebieten. Auch daran müssen sich zukunftsfähige Strategien der Personalbindung ausrichten. „Die Rahmenfaktoren dafür sind gut“, sagt Susanne Frank, Projektleiterin bei Great Place to Work. „Der nächste Schritt ist es, jetzt auch in Bezug auf beziehungsorientierte Arbeitgeberqualitäten und das gute Miteinander eine Vorreiterrolle anzustreben. Dass genau dies passiert, nehmen wir aktuell immer stärker wahr.“

 


Anmeldungen zur neuen Runde der Great Place to Work Brancheninitiative
„Beste Arbeitgeber Chemie & Pharma“ sind ab sofort möglich. Mitmachen
können mittelständische und große Unternehmen der gesamten
chemisch-pharmazeutischen Industrie.

Kontakt:
Susanne Frank, Projektleitung
sfrank@greatplacetowork.de, www.greatplacetowork.de


 

Autor(en)

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Great Place to Work Deutschland
Hardefuststraße 7
50677 Köln
Telefon: +49 221 93 33 50

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