Anlagenbau & Prozesstechnik

Deutsche Chemie bleibt im Aufwind

16.02.2013 -

Deutsche Chemie bleibt im Aufwind – Die deutsche Chemieindustrie konnte sich im ersten Halbjahr 2007 sowohl auf den Weltmärkten als auch in Deutschland über ein stabiles Wachstum freuen.

Der Aufschwung der vorangegangenen Jahre setzte sich nahezu ungebremst fort. Alle für das Chemiegeschäft wichtigen Indikatoren zeigten deutlich aufwärts (Grafik 1).

Die Stimmung in den Unternehmen ist außerordentlich gut. Die Branche ist zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend bis ins kommende Jahr hinein fortsetzen wird.

Die gute Chemiekonjunktur führt zu vermehrten Neueinstellungen und zunehmenden Investitionen in Produktionskapazitäten.

Die Jahresbilanz 2007 der deutschen chemischen Industrie wird daher erneut positiv ausfallen.

 


Deutliches Produktionsplus

Die deutschen Chemieunternehmen konnten an das hohe Niveau des vorangegangenen Jahres anknüpfen und ihre Produktion in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um gut 4 % steigern. Nach dem positiven Jahresbeginn wurde die Chemieproduktion im zweiten Quartal zwar nicht mehr ausgedehnt (Grafik 2).

Diese Wachstumsabschwächung dürfte jedoch angesichts der anhaltend guten Industriekonjunktur nur vorübergehend sein. Jedoch entwickeln sich die einzelnen Chemiesparten unterschiedlich:

Während das Wachstum der Grundstoffchemie bereits seinen Zenit überschritten zu haben scheint, setzten die weiteren Verarbeitungsstufen ihre positive Entwicklung mit hoher Dynamik fort (Grafik 3):

Die Produktion von anorganischen Grundstoffen sank leicht. Sie hatte im Vorjahr bereits ein sehr hohes Niveau erreicht. Die Produktion von Petrochemikalien stagnierte.

Allein die Polymerproduktion wies ein geringes Wachstum auf. Nimmt man diese drei Sparten zusammen, so wuchs die Grundstoffproduktion zuletzt nur gering. Deutlich erfreulicher verlief die erste Jahreshälfte hingegen für alle anderen Chemiesparten.

Dank der guten Industriekonjunktur konnten die Hersteller von Fein- und Spezialchemikalien ihre Produktionsmengen um 7,5 % ausweiten. Die Produktion der pharmazeutischen Industrie nahm wieder deutlich Fahrt auf. Beschleunigt hat sich im ersten Halbjahr das Wachstum bei den Waschund Körperpflegemitteln. Ihre Produktion stieg um 10 %.

 


Höhere Preise in rohstoffnahen Sparten

Der Anstieg der Erzeugerpreise für chemische Produkte hat sich im ersten Halbjahr 2007 fortgesetzt. Die Preise lagen bis Juni um gut 2 % höher als ein Jahr zuvor.

Nachdem die Erzeugerpreise zu Jahresbeginn vorübergehend stagnierten, stiegen sie in den folgenden Monaten wieder deutlich, weil sich der Druck von Seiten der Rohstoff- und Energiemärkte im zweiten Quartal spürbar verschärft hat (Grafik 4).

Besonders die rohstoffnahen Sparten - Petrochemie, Anorganika und Polymere - konnten höhere Preise durchsetzen. Aber auch Fein- und Spezialchemikalien verteuerten sich deutlich.

 


Starke Binnennachfrage

Der deutsche Chemieumsatz setzte im bisherigen Jahresverlauf den Aufwärtstrend der Vorjahre fort (Grafik 5).

Der Gesamtumsatz der deutschen Chemieindustrie stieg im ersten Halbjahr 2007 um 8 % auf 83,8 Mrd. €. Die Geschäfte im In- und Ausland expandierten mit gleicher Geschwindigkeit: Der Auslandsumsatz verbesserte sich dank der guten Konjunktur in fast allen Absatzmärkten um 8 % auf 46,7 Mrd. €.

Der Inlandsumsatz lag mit 37,1 Mrd. € ebenfalls rund 8 % höher als ein Jahr zuvor. Hierzulande hat die gute Industriekonjunktur die Nachfrage nach Chemikalien spürbar beflügelt. Zudem stieg die Nachfrage der privaten Haushalte nach chemischen Konsumgütern.

 

Trendwende bei Beschäftigung

Die anhaltend gute Chemiekonjunktur zeigte endlich auch bei den Belegschaftszahlen Wirkung. Der Beschäftigungsabbau der vorangegangenen Jahre wurde gestoppt.

Die deutsche chemische Industrie beschäftigte im ersten Halbjahr trotz anhaltender Ausgliederungen von Dienstleistungen rund 434.600 Mitarbeiter - genauso viel wie ein Jahr zuvor.

Im April lag das Beschäftigungsniveau sogar 0,6 % über Vorjahr. Die Chemieunternehmen werden auch 2007 wieder mehr investieren. Das Umfeld für Investitionen ist positiv:

Die Ertragslage ist gut, die Produktionskapazitäten sind stark ausgelastet und die Chemienachfrage wächst weiter. Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Chemieunternehmen erstmals seit dem Jahr 2000 wieder verstärkt in den Kapazitätsaufbau investiert.

Auch 2007 steigt der Anteil der Erweiterungsinvestitionen. Die Trendwende scheint geschafft.

 


Unternehmen bleiben optimistisch

Angesichts der nach wie vor erfreulichen Chemiekonjunktur ist die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie außerordentlich gut: Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen sehr positiv beurteilt.

Nach einer kurzen Delle zu Jahresbeginn hat auch der Optimismus für das laufende Jahr wieder zugenommen.

Die Unternehmen sind zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend bis ins kommende Jahr hinein fortsetzt. Im Ausland ist nur eine leichte Abschwächung der Chemienachfrage zu erwarten. Zwar hat sich insbesondere in den USA die Konjunktur in diesem Jahr abgekühlt.

In anderen für das Chemiegeschäft wichtigen Regionen wachsen die Wirtschaft und damit die Chemienachfrage jedoch weiter dynamisch. Dies gilt insbesondere für die Europäische Union, dem mit Abstand wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Chemieunternehmen.

Auch in Deutschland steigt die Chemienachfrage dynamisch. Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland ist robuster als zunächst angenommen. Er wird vor allem vom verarbeitenden Gewerbe und der guten Baukonjunktur getragen.

Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute sind viel versprechend. Derzeit spricht alles dafür, dass die deutsche Chemieindustrie am Jahresende eine erfolgreiche Jahresbilanz vorweisen kann.

Der Verband der Chemischen Industrie hat jüngst seine Wachstumsprognose erneut angehoben. Für das Gesamtjahr 2007 rechnet der Verband mit einer Ausweitung der Chemieproduktion um 3,5 %. Angesichts anhaltend hoher Energie- und Rohölpreise werden die Erzeugerpreise voraussichtlich um 2 % steigen. Daraus ergibt sich ein Umsatzwachstum von 5,5 %. Auslands- und Inlandsumsatz halten sich dabei in etwa die Waage.

 

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