Pharma-Trends auf der Powtech 2019

  • Über 380 der insgesamt mehr als 800 Aussteller bieten auf der POWTECH Innovationen für die Pharmaproduktion an.  © NürnbergMesseÜber 380 der insgesamt mehr als 800 Aussteller bieten auf der POWTECH Innovationen für die Pharmaproduktion an. © NürnbergMesse

Auf der Powtech 2019 vom 9. – 11. April in Nürnberg erleben Fachbesucher das gesamte Portfolio an Innovationen der mechanischen Verfahrenstechnik. Damit ist die internationale Fachmesse eines der führenden Leitforen auch für die Verantwortlichen in Entwicklung, Herstellung und Analytik pharmazeutischer, kosmetischer, diätetischer und Health-Food-Produkte. In diesen Produkt­gruppen sind Hersteller im Vorteil, die auf veränderte Kundenbedürfnisse am schnellsten reagieren können. Bei den über 800 Ausstellern sind daher ­Lösungen für mehr Effizienz und Geschwindigkeit in der Produk­tion wichtiges Thema.

Eine der großen Herausforderungen in den Branchen Pharma, Kosmetik und Health-Food ist seit jeher, die Entwicklungszeiten zu verkürzen. Einen Lösungsansatz für Hersteller fester oraler Darreichungsformen hat bspw. Bosch entwickelt und wird diesen auf der Powtech 2019 erstmals offen in Deutschland zeigen. Der Weg vom Labor zur Konti-Produktion wird mit der Laboranlage Xelum R&D deutlich verkürzt. Nach Ausstellerangaben ist dies die erste Laboranlage, mit der verschiedene Hilfs- und Wirkstoffe dosiert, gemischt, granuliert und getrocknet werden können. Zudem ist es auch die erste Anlage, mit der Pharmazeuten sowohl Formulierungen für die kontinuierliche Herstellung als auch für Batch-Produktion entwickeln können.
Fritz-Martin Scholz, Produktmanager für die Xelum bei Bosch Packaging Technology, erläutert die Details: „In der kontinuierlichen Herstellung liegt die größte Herausforderung in der präzisen Dosierung der Ausgangsmaterialien. Unser neuer Ansatz: Im Gegensatz zum sonst üblichen Massenstrom erfolgt die Dosierung von Hilfs- und Wirkstoffen in der Xelum als diskrete Masse. Dafür dosiert, mischt und granuliert die Anlage absatzweise einzelne Pakete, sogenannte X-Keys, die die Prozesskette kontinuierlich durchlaufen und fortlaufend aus der Anlage entnommen und in Gebinde entleert werden. Dadurch lässt sich nicht nur die Komplexität der Prozessführung reduzieren, sondern auch die Genauigkeit und Qualität des Endprodukts erhöhen. Außerdem ist die Rückverfolgbarkeit der Ausgangsstoffe permanent gewährleistet.“

Kürzere Entwicklungs- und Markt­einführungszeiten als Ziel
Zur Granulation setzt Bosch in der Xelum R&D auf die von der Bosch-Tochter Hüttlin entwickelten Wirbelschichtprozessoren.

Der Transfer von nassem Granulat entfällt, da Granulierung und Trocknung im gleichen Prozessraum stattfinden. Damit lassen sich Produktionsmengen von unter 250 g bis hin zu 10 kg pro Stunde im automatischen Zyklus verarbeiten. Somit eignet sich die Anlage neben Forschungs- und Entwicklungszwecken auch für die Pilotproduktion oder die Produktion von Orphan Drugs. Sie ist optional als vollständig geschlossene Einheit erhältlich und auch für die Entwicklung potenter Wirkstoffe einsetzbar. Scholz betont: „Die neue Laboranlage arbeitet mit identischen Komponenten und Prozessparametern wie unsere Xelum Produktionsanlage, was eine Übertragung im Maßstab 1:1 ermöglicht. So ist kein Scale-up erforderlich und Pharmazeuten erzielen kürzere Entwicklungs- und Markteinführungszeiten.“
Über 380 weitere Aussteller bieten auf der Fachmesse Innovationen speziell für die Pharmaproduktion an. Insgesamt sorgen über 800 Unternehmen in sechs Messehallen für eine weltweit unübertroffene Vielfalt an Technologien und Lösungen rund um Prozesse wie Mahlen, Mischen, Trennen, Filtern, Agglomerieren und begleitende Prozesse.

Fachprogramm für Pharma-Experten
Experten der Pharmabranche dürfen sich zudem auf ein besonderes Highlight freuen: Das Fachforum Pharma.Manufacturing.Excellence in Halle 3. Organisiert von der Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Verfahrenstechnik (APV), finden auf diesem Fachforum laufend Expertenvorträge mit dem Schwerpunkt Feste Arzneiformen statt und bieten so einen persönlichen Fortbildungsmehrwert. Das (englischsprachige) Programm ist unter www.powtech.de abrufbar. In unmittelbarer Nähe zum Fachforum und der APV-Lounge vervollständigen erstmals auch Anbieter pharmazeutischer Hilfsstoffe in einer Sonderfläche das Angebot der Powtech für Pharma-Experten. Parallel tagt 2019 der internationale Partec Kongress für Partikeltechnologie. Über 500 Teilnehmer werden erwartet. Träger ist die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC).

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.compamed.de

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