10.09.2019
ThemenStrategie

Agilität: Tanker or Speedboat?

VCW-Konferenz zu agilem Management in der Chemieindustrie bei Evonik in Essen

  • Die VCW-Konferenz „Tanker or Speedboat? Agile Management in the Chemical Industry“ findet am 15. Oktober 2019 bei Evonik in Essen statt. (© Natali Glado/Shutterstock)Die VCW-Konferenz „Tanker or Speedboat? Agile Management in the Chemical Industry“ findet am 15. Oktober 2019 bei Evonik in Essen statt. (© Natali Glado/Shutterstock)
  • Die VCW-Konferenz „Tanker or Speedboat? Agile Management in the Chemical Industry“ findet am 15. Oktober 2019 bei Evonik in Essen statt. (© Natali Glado/Shutterstock)
  • „Es geht um neue Denkweisen und ein, der Situation angemessenes Ausmaß an Agilität.“ Kevin Stella, Vereinigung Chemie und Wirtschaft
  • „Andere Industrien sind schon weiter im Transformationsprozess als die Chemiebranche.“ Joachim von Heimburg, Vereinigung Chemie und Wirtschaft
Tanker oder Schnellboot? Oder etwa eine Flotte verschiedener unterschiedlicher Schiffe? Wie agil müssen Chemieunternehmen aufgestellt sein, um in einem schnell wandelnden Umfeld erfolgreich zu bestehen? Diese und andere Fragen rund um das Thema Agilität diskutieren Teilnehmer auf der Herbstkonferenz der Vereinigung für Chemie und Wirtschaft (VCW) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Andrea Gruß befragte den Initiatoren der Konferenz, Kevin Stella, und Joachim von Heimburg, stellvertretender VCW-Vorsitzender, im Vorfeld der Veranstaltung.

CHEManager: Thema der diesjährigen VCW-Konferenz ist die Agilität. Welche Bedeutung hat das Thema für die chemische Indus­trie?

Kevin Stella: Die Welt ändert sich schneller als je zuvor und damit die Anforderungen an die chemische Industrie, sowohl bezüglich Chancen als auch Risken. Das fordert Anpassung durch Innovation und Wandel und damit verbunden, ein hohes Maß an Agilität des Managements und der Organisation. 

Agiles Management erfordert Denkweisen und Prozesse, die die Verknüpfung verschiedenster Prozesse und Handelnder wie Kunden, Lieferanten, Belegschaft, Aktionäre, ermöglichen und damit Change- und Innovationsprozesse aus einem Guss.
Kundenorientierung, schnellere Time-to-Market und Fail-Early sind Schlüsselelemente agiler Prozesse und der damit verbundenen organisatorischen Veränderungen. Sie sind die Antworten auf die Herausforderungen der neuen VUCA-Geschäftswelt und das immer schneller werdende Tempo des Wandels. Hier kann und muss die chemische Industrie von anderen Branchen lernen, zum Beispiel von der Automobilindustrie. Wie die Frage nach der Zukunft des Verbrennungsmotors in der Automobilindustrie gibt es auch in der chemischen Industrie Herausforderungen, die neue Wege zur Bewältigung von Veränderungen und Innovationen erfordern, dazu zählen Kreislaufwirtschaft, nachwachsende Rohstoffe, Bewältigung des Kunststoffabfallproblems und vieles mehr.

Wo sehen Sie die chemische Industrie bei der Umsetzung von Agilitätsprinzipien im Vergleich zu anderen Industrien?

Joachim von Heimburg: Die Unternehmenskultur der Chemieindustrie ist traditionell durch das Denken in Produktionsprozessen und Anlagenmanagement bestimmt.

Dies spiegelt sich in im Vergleich zu anderen Industrien komplexen und langsamen Entscheidungsprozessen wider, was zu kontinuierlichen und vorsichtigen Veränderungen des Status Quo führt. Ob durch externen Druck, intern erkannte Bedürfnisse oder eine Start-up-Mentalität – andere Industrien sind schon weiter im Transformationsprozess als die Chemiebranche. Doch wie weit einige Bereiche wirklich sind, was neue Trends sind, was die Chemieindustrie von anderen Industriesektoren lernen kann, alles dies werden wir auf unserer Konferenz in Breite und Tiefe vorstellen und diskutieren.

Welche Impulse können die Teilnehmer der Konferenz erwarten?

K. Stella: Zuerst werden den Teilnehmer die Fundamente und Prinzipien agilen Managements vorgestellt. Dabei lernen sie Erfahrungen in der praktischen Umsetzung in führenden Unternehmen kennen. Nicht zu vergessen: Es geht hier um neue Denkweisen und ein, der Situation angemessenes Ausmaß an Agilität. Auch werden agile Managementinstrumente angesprochen, wie Scrum, XP, Crystal, Kanban und andere.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz und Nutzen der „Agile Management Toolbox“ im Berufsalltag. Die Teilnehmer diskutieren mit und lernen von Experten, wie und wozu sie die neuen Werkzeuge am besten nutzen können. In einem Bar-Camp-Format tauschen sie Erkenntnisse und Erfahrungen mit den Referenten und Kollegen aus anderen Firmen aus und gewinnen so weitere Perspektiven, insbesondere im Hinblick auf praktische Anwendungen.
 
Die VCW-Konferenz „Tanker or Speedboat? Agile Management in the Chemical Industry“ findet am 15. Oktober 2019 ab 9 Uhr bei Evonik in Essen statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder der GDCh-Fachgruppe kostenfrei. Weitere Infos und Anmeldung unter: www.gdch.de/vcw
 

ZUR PERSON
Joachim von Heimburg engagiert sich seit 2016 in der Vereinigung Chemie und Wirtschaft (VCW) der GDCh; 2018 übernahm er den stellvertretenden Vorsitz der Fachgruppe. Er berät seit vielen Jahren Unternehmen zu Innovationsstrategien und -prozessen. Zuvor war er für Sabic als General Manager Innovation tätig und Director Innovation & Knowledge bei Procter & Gamble. Der Physiker promovierte an der Philipps-Universität in Marburg.


ZUR PERSON
Kevin Stella engagiert sich seit 2013 als Mitglied im Kernteam in der Vereinigung Chemie und Wirtschaft (VCW) der GDCh und ist Initiator der diesjährigen VCW-Konferenz zum Thema Agilität. Zuvor war er über viele Jahre im Jungchemikerforum der GDCh aktiv. Stella studierte Chemie an der Universität Duisburg-­Essen und wurde dort im Jahr 2011 promoviert. Heute ist er für das Unternehmen Robert Bosch tätig. 


 

 

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