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Covestro testet ein umweltfreundliches Verfahren zur Wiederverwendung von salzhaltigem Prozessabwasser.

02.03.2016 -

Der Werkstoffhersteller Covestro testet in der Kunststoffproduktion ein innovatives, umweltfreundliches Verfahren zur Wiederverwendung von salzhaltigem Prozessabwasser. Eine entsprechende Pilotanlage am Standort Krefeld-Uerdingen wurde durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Betrieb genommen. Die neue Technologie verringert den Salzgehalt in Gewässern wie dem Rhein und schont die Trinkwasser-Ressourcen. Sie wird bei der Herstellung des Hochleistungskunststoffs Polycarbonat verwendet, der in vielen Bereichen wie dem Automobilbau, der Elektronikbranche und der Medizintechnik benötigt wird. Das Bundesumweltministerium hat das Projekt als hervorragendes Beispiel für die Umsetzung des Kreislaufgedankens in der Industrie mit rund 740.000 EUR gefördert. Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf etwa 3,7 Mio. EUR.

Klaus Jaeger, Standortleiter der Werke in Nordrhein-Westfalen, hebt die große Bedeutung von Stoffkreisläufen für das Unternehmen hervor: „Das neue Verfahren stärkt unsere Verbundstruktur am Standort Krefeld-Uerdingen, da es der gesamten Produktion zugute kommt.“ Hier wird nun erstmalig in Deutschland salzhaltiges Industrieabwasser im Rahmen einer industriellen Pilotanlage wiederverwertet. Solches vorgereinigtes Salzwasser wird üblicherweise in Gewässer eingeleitet, im konkreten Fall in den Rhein, der unmittelbar am Werk verläuft. Mit Hilfe der neuen Anlage kann jetzt ein Teil des Abwassers zur Produktion von Chlor in der Elektrolyse wiederverwendet werden. Chlor wiederum ist einer der wesentlichen Rohstoffe bei der Herstellung von Polycarbonat und anderen Kunststoffen.  

Wiederverwendung in der Chlor-Herstellung
 
Dank des neuen Verfahrens lassen sich bei der Chloralkali-Elektrolyse jetzt pro Jahr bis zu 30.000 t Salz und 400.000 t sog. vollständig entsalztes Wasser einsparen. Das entspricht der Vermeidung von 6.200 t CO2-Äquivalenten jährlich. Pro Stunde kann die Einleitung von bis zu 70 m³ salzhaltigen Abwassers in den Rhein vermieden werden; in entsprechendem Umfang werden Trinkwasserressourcen geschont. Die Chloralkali-Elektrolyse wird bereits durch ein energiesparendes Verfahren optimiert. So kann der Strombedarf durch den Einsatz der vom Unternehmen mitentwickelten Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie gegenüber dem Standardprozess um weitere 30% gesenkt werden. Würden bspw. alle deutschen Chlor-Hersteller dieses marktreife Verfahren flächendeckend einführen, ließe sich der gesamte Energieverbrauch des Landes immerhin um 1% senken. Das entspricht etwa dem jährlichen Energiebedarf der Großstadt Köln. (op)
 

Kontakt

Covestro AG

Kaiser-Wilhelm-Allee 60
51373 Leverkusen
Deutschland

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