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Heraeus Innovationspreise 2010

14.12.2010 -

Einen Doppelsieg konnte der Geschäftsbereich Quarzglas beim 8. Heraeus Innovationspreis 2010 feiern, der Mitte November in Hanau verliehen wurde. Der Preis wird seit 2003 ausgelobt. Teilnehmen können weltweit alle Forscher und Entwickler des Konzerns. In diesem Jahr waren 21 Projekte am Start. Mit dem Preis sollen die für die breite Öffentlichkeit oftmals verborgenen Innovationen sichtbar gemacht und gleichzeitig die Leistungen und Talente der Entwickler anerkennend gewürdigt werden.

Platz 1 für Lichleitfasern
Dr. Martin Trommer, Entwicklungsleiter Synthetisches Quarzglas bei Heraeus Quarzglas in Bitterfeld, erreichte den 1. Platz in der Kategorie Produktinnovationen für die Entwicklung von fluordotierten Quarzglasrohren. Die bisherigen Lichtleitfasern haben nur einen begrenzten Biegeradius. Wird dieser unterschritten, verlieren diese Licht, was letztendlich zu Datenverlust bei der Informationsübertragung führt. Damit die superfeinen Glasfasern bei Fiber-to-the-Home-Anwendungen noch besser in und um die kleinste Ecke verlegt werden können, ohne Daten zu verlieren, fordern die Kunden eine absolut biegsame Faser. Diese lassen sich derzeit nur vergleichsweise aufwändig und in kleinen Batchgrößen herstellen. Mit der Entwicklung von maßgeschneiderten fluordotierten Quarzglasrohren gelang es den Entwicklern gemeinsam mit den Kunden, nun eine besonders effiziente Herstellung der biegsamen Fasern im großen Maßstab zu ermöglichen.

Platz 2 für Knochenzement
Dr. Sebastian Vogt, Research & Development bei Heraeus Medical in Wehrheim, belegte Platz 2 bei den Produktinnovationen mit einem neuartigen „Ready-to-Use"-Zementiersystem. Das Zementiersystem vereinfacht Ärzten und dem OP-Personal das Anmischen und Verarbeiten des Knochenzements. Dazu hat Vogt und sein Entwicklerteam einen völlig neuen pastösen Knochenzement entwickelt. Bislang wird Knochenzement in Pulverform in einem Vakuumsystem mit einer Flüssigkeit vereint und dann homogen zu einer Paste vermischt. Jetzt kann der innovative pastöse Knochenzement direkt mittels eine speziell angefertigten Zementierpistole in das knöcherne Implantatlager des Hüft- oder Kniegelenks beim Patienten eingebracht. werden.

Platz 3 für Platin-Rhodium-Wafer
Den 3. Platz belegte Dr.-Ing. Stefan Vorberg, Entwickler bei der Heraeus Materials Technology, für eine neue Generation von Platinkatalysatoren (Platin-Rhodium-Wafer) für die Düngemittelindustrie. Ohne den Einsatz von Düngemitteln wäre eine Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung undenkbar. Wichtigstes Ausgangsmaterial für Nitrat-Düngemittel ist Salpetersäure. Diese wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Verbrennung von Ammoniak über einen Platinkatalysator gewonnen. Seit 1909 werden hierfür gewebte Katalysatornetze aus dünnen Platindrähten eingesetzt. Heute kommen gewirkte Katalysator-Netze aus Platin-Rhodium-Legierungen mit bis zu 6 m Durchmesser zum Einsatz. Als nächste Generation wurden nun hochaktive Vliese („Wafer") aus feinen Platin-Rhodium-Fasern entwickelt. Dieser neue Katalysator wurde durch Nutzung verschiedener Technologien der Heraeus Geschäftsbereiche Materials Technology, Quarzglas und Speziallichtquellen in enger Zusammenarbeit entwickelt. Vorteile der Katalysatorwafer gegenüber den Netzen ist die deutlich höhere Ausbeute an Salpetersäure und damit Düngemittel.

Beste Prozessinnovation
Alan Mundy von Heraeus Quartz UK in Wallsend, England, gewann in der neuen Kategorie Prozessinnovation. Ihm gelang ein erfolgreicher Technologietransfer, durch den Heraeus in Zukunft energieeffizienter, umwelt- und ressourcenschonender hochreines synthetisches Quarzglas herstellen kann.

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